Der Dottore zur Ökonomie der Information

Buongiorno Direttore!

….. „die Philosophieprofessoren werden sich hüten, aufs Glatteis zu gehen“ (Schopenhauer) 🙂

Erneut regnerisch und neblig hier. Die Schafe von gegenüber standen vorhin in einer 4-3-3 Aufstellung wie im modernen Fussball auf dem Feld. Die Berichterstattung über den Ausgang der Wahlen in Argentinien, oder jene über die neu gewählte Bürgermeisterin in Bogota dünkt mich sowohl hinsichtlich der Bilder als auch der verwendeten Stichwörter uniform. Ist dir das auch aufgefallen? Gleichgültig, welche europäische Tagesschau (CH, D, FR, I, SP, UK) man schaut. In der Tageszeitung ist es nicht anders. Es scheint, wie wenn alle aus Spargründen „Rohbilder und –daten“ der gleichen News-Erzeugerin beziehen würden. Dieser Art vernimmt man, dass die neue Bürgermeisterin von Bogota, eine Frau aus der unteren Mittelklasse, lesbisch, sehr gebildet, gescheit und unbeirrbar verankert in ihren unkorrumpierbaren Grundsätzen sei. Was sie in Bogota angehen möchte und umsetzen will, erfahren wir nicht, nur dass sie den Machismo bekämpfen will. Es wird genau eine Art die Geschehnisse zu sehen wiedergegeben. Ähnliches scheint mir im Fall der Herzogin vorzugehen. Was und wer wird hier bedient? Die Redewendung „englisches Wetter“ hat ihren guten Grund. Auch sollte allgemein bekannt sein, was „tabloid“ bedeutet und was es mit sich bringt (oder besser, welche Bedürfnisse das nährt). Shakespeare’s Dramen zum Thema, wie es in Königlichen Häusern zu und hergeht, sind ebenfalls schon seit Jahrhunderten zugänglich und mögen gar Gegenstand von Schauspielunterricht sein. Ist das nun naiv, paranoid, orchestriert oder eine Form Aufmerksamkeit (= Moneten!) zu ergattern und dabei gleich noch den Tabloids eine auszuwischen? Oder soll es ein ein ebenso dubioses wie kurioses Einstehen für moralische Werte wie Privatsphäre oder „freie Rede“ sein? Vermutlich von alldem etwas. Vielleicht hat die Queen – wie man es Call Centern her kennt – ein riesiges Display, auf dem die königlichen Beliebtheitswerte von allen jeweiligen Darstellern in einer ständig aktualisierten Rangliste erscheinen? Das kann auch Relegationsplätze einschliessen, wo jemand unter einer roten Grenzlinie erscheint, und wo einer Herzogin der Playoff droht.   

Das Prinzip der Freudlosigkeit stimmt zumindest teilweise. Auffällig ist, wie inszeniert viele Kochsendungen sind, wieviel über Kochen gefachsimpelt wird, oder auch die bildgewaltigen Food-Webseiten und aufwendige Werbebroschüren (z.B. Fooby). Von der Marktforschung „wissen“ wir, dass die durchschnittliche tägliche Zeit für das Kochen von ca. 54 Minuten auf 24 Minuten gesunken sei. Fazit: es wird das Problem einer Verhaltensänderung sein, die mit einer vermeintlichen Zeitknappheit einhergeht.  

Schön, dass doch nicht alle Mandarinenbäume dem Frühlingsputz zum Opfer gefallen sind und du dankbare, zahlungswillige Abnehmer dafür finden konntest! Aber auch sonst wäre es trotzdem nicht inbedingt „food waste“, da die Bäume und ihre Früchte von Vögeln, Insekten und Hunden sehr geschätzt werden. Und dabei noch der Boden gedüngt wird. Mir war bisher nicht bewusst, dass bei den traditionell bewirtschafteten hiesigen Böden der wertvolle Humus-Anteil knappe 1 bis 2 % ausmacht. Nach Konvertierung auf Bio soll er nach etwa zehn Jahren (!) auf drei % und selten auf 4 % steigen. Interessant für mich der CO2 Fussabdruck eines „grün“ eingestellten Aktivisten aus Berlin. Er fährt Velo oder Zug/Tram, heizt nur wenn nötig, isst kaum Fleisch, bezieht den Öko-Strom einer Gemeinschafts-Solaranlage, vermeidet jedes „standy-by“, etc. etc. Ein Experte einer Uni schaute sich das alles an, befragte ihn und fing an zu rechnen. Ergebnis: doppelt so hoher Abdruck als der deutsche Durchschnitt. Ursächlich dafür waren drei Langstreckenflüge in einem Jahr.         

Welche salzigen Gerichte mit Kaffee (Pulver oder Bohnen) hast du schon zubereitet und kannst du empfehlen? Was hälst du vom Satz „Das Gewissen ist ein guter Zeuge“ (Jergovic)?

Alla prossima, ciao

F.

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