An den Dottore zu Ernährung und deren Wissenschaft

Ciao Dottore

Aha, genau! Im Grunde genommen läuft es sozusagen darauf hinaus: Wie ernähren wir uns! Aber schau: sämtliche Experten, die ich in der Schweiz oder Europa zu Gesundheit und Ernährung vernommen habe, predigen das Prinzip der Freudlosigkeit. Diese religionsbedingte Tradition im Verein mit dem Mangel an Kultur scheint unüberwindbar. Dazu gesellt sich das meist unbegründete Sendungsbewusstsein, dem Mitmenschen das Leben erklären zu wollen. Besser wäre, man würde es selber erfahren, aber dafür sind wenigstens minimale Fähigkeiten beim sprachlichen Austausch Voraussetzung.

Wichtiger ist, dem Bösen und Abwegigen ein für alle wahrnehmbares Gesicht zu geben. Dass die Erkenntnisse des Herrn Piketty die Welt nicht weiterbringen, weiss er selber so gut wie du. Da kann er Daten dreschen wie er will. Ein wenig kommt mir das vor, mit Verlaub, wie „Onkel Theobald berichtet, was er alles sieht und sichtet, doch man siehts auch ohne ihn!“ (Kästner: Der Sonntags-Ausflug). Utopien sind, weil eben Utopie, einfach zu rezitieren. Und wenn einer für deren Darlegung Tausend Seiten braucht…..?! Und dazu noch „Piketty“ heisst! Oubliez-le, voulez-vous! Den Buffet Warren haben wir ja schon abgehandelt.

Man äussert sich viel über Internet und dessen Gefahren, aber manchmal scheinen wir zu vergessen, welche unerschöpflichen Möglichkeiten es Kultur und Bildung bietet oder böte (Goethe!). Indem es (fast) allen Zugang bietet. Ja, es stimmt, Zugang allein nützt nichts, wir müssen wissen, wie wir dazu kommen. Wie wäre es denn, wenn sich beide (Kultur und Bildung) selber zu verkaufen suchten! Da gibt es dieses (ungerechte) Gerichts-Urteil, dass sich sich die Deutsche Grünen-Politikerin Künast im Netz unflätig beschimpfen lassen muss. Besser wäre natürlich, wenn die verbal sehr beschlagene Künast zum Gegenangriff blasen würde. Weil die ihr zugefügten Beleidigungen Ausdruck einer Hilflosigkeit sind, die sich über das Gericht nicht beseitigen lässt. Somit sie die rhetorische Frage ins Netz stellen soll, warum da so dumm beleidigt wird. Damit sich die Beleidiger verbessern und besser beleidigen. Wir müssen uns da um die Demokratisierung von Bildung und Kultur bemühen. Wenn beides keinen Spass macht, dann ist es eben um uns geschehen.

Heute, Dottore, habe ich Mandarinen im Wert von mehreren Hunderttausend Pesos verkauft. Ohne einen Finger zu rühren! Du wirst zugeben, dass ich Fortschritt mache! Welchen? Einfach aussitzen und abwarten, bis alle andern ihre spekulativen Mandarinenhaine abgeholzt haben. Das habe ich getan und jetzt werden meine Mandarinen bis in den Pfuhl von Buenaventura exportiert. Ich bin stolz.

Aus den Einkünften habe ich neben Alkohol aus Mexiko stammendes Advokaten-Öl gekauft, das von „Pricesmart“ aus San Diego, Kalifornien, importiert wird. Es wird dort von einer Firma namens „Super-Food“ kommerzialisiert. Bei aller Häme darüber, dass im abgebrannten Kalifornien wohl keine Avocados wachsen, dem Produkt lässt sich das Prädikat „Super-Food“ nicht absprechen. Vielleicht, weil es der Forschung noch nicht gelungen ist, Avocados gen-technisch zu verändern.

Ay, Dottore, Kalifornien? Ich weiss nicht, ob es nur ein Gerücht ist, aber anscheinend will die Herzogin Meghan von Cambridge, gegenwärtig wohnhaft in Windsor, GB, dorthin umziehen. Weil ihr vor ihrer Heirat mit dem Prinzen Harry nicht bewusst war, dass es in England soviel regnet. Und ihr Mann im diskreten Malibu vermeiden will, dass seiner Gattin dasselbe herbe Schicksal wie das seiner Mutter widerfährt. Besser gesagt, dass einen die Paparazzi nicht einmal im Ritz in Paris in aller Heimlichkeit speisen lassen. Soviel zu Javier Marías. Letzterem halte ich zugute, dass er (gute) Übersetzungen als Akt der Neuschöpfung preist, womit er Recht hat. Vielleicht sollte er mehr übersetzen! Sorry, aber genau das hat mir meine liebe Schwester auch empfohlen.

In diesem Sinn, Dottore! Ich weiss, dass du mich absichtsvoll aufs Glatteis lenkst. Aber ich habe eine Schwäche für dich und verzeihe dir das!

LG, Markus

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.