An den Dottore zum grünen Wahlerfolg in der Schweiz

Ciao Dottore

Der Erfolg der „Grünen“, die mir persönlich nicht immer grün sind, war eigentlich zu erwarten- oder? Es ist anzunehmen, dass diejenigen, die überhaupt zur Urne gegangen sind und „grün“ gewählt haben, sich entweder Besserung ihres Gewissens wenn nicht gar ihrer Lebensbedingungen versprechen. Man darf aber getrost entwarnen, nichts von alledem wird eintreten. Die wilde Rhetorik wird siegen: Müssen wegen dem „Klima-Hype“ Menschen hungern?“ (Christoph Blocher). Klar darfst du dich fragen, ob nicht auch noch eine gesunde Dosis Senilität mitklingt: so verquer ist dieser Gedankengang, dass man ihn nicht einzuordnen vermag. Dazu müsste das Publikum zusätzlich verstehen, warum jemand überhaupt solche „alternative Fakten“ erfindet. Von wegen Hunger: Wenn du „Hunger und Blocher“ in Google aufrufst, so erfährst du von der Suchmaschine, auch wenn du es nicht wissen willst, dass die Blocher-Kinder in ihrer Jugend keinen Hunger leiden mussten. Da ist man doch froh darüber, denn ganz sicher kann man ja nie sein. Von der Mutter der EU-Kommissarin von der Leyen – Albrecht, Heidi Adele, weiss man nämlich, dass sie sich jeweils vor Fotografen eine Schürze überzog, obwohl sie sowenig kochen konnte wie heute ihre Tochter. Letztere tat es ihrer Mutter trotzdem gleich und zog neben ihrer atemberaubenden Karriere gleichsam noch sechs Kinder gross. Hunger mussten die wahrscheinlich auch nicht leiden. Aber der Fürsorge des Heimchens am Herd gingen sie halt verlustig. Dieser Entzug äussert sich manchmal auf andere Weise, dass nämlich die Nachfahren einen unbezähmbaren Ehrgeiz entwicklen, es ihren Eltern gleich zu tun und zu grossen Durchfliegern werden, wie beispielsweise die besagte EU-Kommissarin Ursula von der Leyen – Abrecht. Die übrigens Französisch kann, ihr Hinterthurgauer – Hinterwäldler!, und so den Gefallen des Französischen Staatspräsidenten gefunden hat. Der auch der Coup gelang, adelig zu heiraten. Sie ist ein Beispiel dafür, dass wenn man nur will, man Berge versetzten kann. Dank ihrer Ochsentour durch die Politik ist es ihr unter Beizug vieler Berater gelungen, die Deutsche Bundeswehr zu einer beeindruckenden Ordnungsmacht aufzubauen, die ihre Nachfolgerin AKK jetzt nach Syrien ins Gefecht schicken kann. Dies letztlich natürlich auch dank der Beharrlichkeit und Unterstützung der lahmen Ente Merkel.

Warum sage ich dir das? Weil sich alles um Kommunikation dreht. Bildungsfern sind wir alle, auch wenn wir uns darüber nicht im Klaren sind. Und von wegen Sprache: die Lehrlinge seinerzeit im EWZ pflegte ich, manchmal gar erfolgreich, zu fragen, wie sie „gopfertammi“ eine Antwort auf eine Frage geben sollten, die ihnen sprachlich unverständlich ist. Und, dass sie stets bedenken müssten, dass der, der die Frage stellt, möglicherweise ebenfalls ein Tubel sei. Du weisst, auf was ich hinaus möchte: Wie soll jemand Mathematik unterrichten, wenn er über die Sprache, diese zu vermitteln, nicht verfügt? Wieso soll eine Politikerin aus dem Vorderen-Hinterthurgau wissen, dass wenn man von Französisch eine Ahnung hat, auch leichter Englisch lernt? Dazu komme ich jetzt mit einer besonders bösen Story.

Anfangs Neunziger wurde ich von einer ehemaligen Arbeitskollegin gebeten, in einer kommerziellen Handelsschule, die auch unterprivilegierten den Einstieg in ein kaufmännisches Berufsleben bieten wollte, den Unterricht in der Sparte Informatik zu übernehmen. Es war zu der Zeit, als der PC begann, die überkommenen Terminals für wie auch immer geartete „Grossrechner“ abzulösen. Man also frei nicht nur von einer fixen Informatik-Umgebung oder von einem Programm ins nächste umschalten konnte, sondern mit copy paste gar noch Daten mitnehmen kann. Als Beispiel sozusagen für die Welt des „Multitaskings“, was zu jener Zeit überaus angesagt war. Als mich die zu Unterrichtenden angesichts des schweisstreibend herbeigetragenen „Schlepptops“ frugen, ob sie derlei an der Abschlussprüfung wissen müssten, überfiel mich eine tiefe Depression. Aber auch dieses Mysterium fand seine Erklärung. Man hätte für die Abschlussprüfung einfach einen mild zu beurteilende Multiple-Choice Fragebogen erstellen können. Aber der Schulleitung stand der Sinn nach Aufwand nicht. Es handelte sich bei ihr um Spekulanten, die das Erbgut der maroden „AKAD“ auswerten wollten. Was besonders in Sachen „Informatik“ nicht gut gehen konnte und auch nicht ging. Im Spiel dabei die erwähnte ehemalige Arbeitskollegin und nachmalige Direktorin des Bundesamtes für Bildung. Damals war sie grün, ob sie es heute auch noch ist, kann ich dir nicht sagen. Jedenfalls klebt sie am „chair“ für „comparitive education system“ an der ETH. Du weisst nicht, was das ist? Man kümmert sich dort um so substantielle Fragen wie „Die Schweizer Berufsmatura in Nepal oder Hinterindien“. Frau Dr. Professor Ursula Renold schreibt auch viele Bücher, die zu Recht keiner liest. Meistens teilt sie die Verantwortung dafür mit Co-Autoren, weil man ja nie weiss. Meine Einschätzung ihres Lebenswerks lautet: „Ein Leben lang studiert und nie etwas gelernt!“

Das bringt mich von Hundertsten ins Tausendste: Eben in jener Epoche musste ich eines Freitags meine Abschlussprüfung an der Universität Salamanca ablegen. Und als ich am besten dran war, hub das hochfrequente Geschrei junger Mädchen an, die dem damaligen Prinzen von Asturien zukreischten. Der demonstrierte soeben Kultur, indem er eine der ältesten Universitäten Europas besuchte. Mir gefror in der von der Lehrerin überwachten Kammer das Blut. Halb im Ernst beschwerte ich mich über den Umstand, dass auch ein dressiertes Tier unter solchen Umständen keine Prüfung ablegen könne. Die Frau Doktor Profe kicherte und meinte: „Du bekommst ja sowieso ein sobresaliente, lass uns doch aus dem Fenster zuschauen!“ Als ich entgegnete, ich hätte keine besondere Neigung zu blauem Blut, murmelte die Boshafte: „Es lohnt sich, schau ihm ins Gesicht, wenn du kannst, er (der Principe) ist mindestens so gross, wie …..“ Sie räusperte sich, als ich ihr entsetzt ins Gesicht blickte. „Er ist nicht der Vertreter des Spaniens, das du kennst, jener Leute aus Burgohondo, Pontevedra oder wo auch immer, er ist das wahre Gesicht des traditionellen Spaniens!“ Damals wusste man noch nichts von NOOS, vom Schürzen-und Grosswildjäger Papi Juan-Carlos. Oder dass man je nach Notwendigkeit notorisch korrupte Angehörige einfach aus der Verwandten-Liste streicht oder auch die eigene Grossmutter verkauft. Mich schauderte.

Vor wenigen Tagen offerierte die royalistische „FAZ“ ihren Lesern ein herziges Video von der Rede, die die heutige „Principesa“ von Asturien anlässlich der Verleihung des gleichnamigen Preises hielt. Man hat ihr ein schwülstiges Elaborat in den Mund gelegt, das sie kindlich-naiv an die Preisträger richtete. Mit jenen hatte die Rede eher wenig zu tun, mit der eigenen Familie aber sehr viel. Dass in der mit am königlichen Tisch sitzenden und wie immer böse blickenden Königin Letitia Asturisches Blut walle. Wie dankbar sie der dünnlippig verkniffenen Grossmutter sei, die schmalzig huldvoll von der Balustrade lächelte. Und natürlich der genüsslich lächelnde König, der seinen dressierten Affen liebevoll umarmte. Im Publikum weinte indessen die „zweite Grossmutter“ (FAZ!) vor Ergriffenheit. Ja, da schaudert einem.

Du hast mir von den Vertonungen alter Volkslieder und Gustav Mahler geschrieben, ich habe dir aus dem Lieder-Zyklus „Des Knaben Wunderhorn“ den Text des „Irdischen Leben“ kopiert. Und dazu, wie Jessye Norman und Irwin Gage das über ihren Tod hinaus weitergeben:

https://music.apple.com/co/album/songs-from-des-knaben-wunderhorn-das-irdische-leben/1452622557?i=1452622584

Das irdische Leben (von Unbekannt)

Mutter, ach Mutter! es hungert mich,
Gib mir Brot, sonst sterbe ich.
Warte nur, mein liebes Kind!
Morgen wollen wir ernten geschwind.
Und als das Korn geerntet war,
Rief das Kind noch immerdar:
Mutter, ach Mutter! es hungert mich,
Gib mir Brot, sonst sterbe ich.
Warte nur, mein liebes Kind,
Morgen wollen wir dreschen geschwind.
Und als das Korn gedroschen war,
Rief das Kind noch immerdar:
Mutter, ach Mutter! es hungert mich,
Gib mir Brot, sonst sterbe ich.
Warte nur, mein liebes Kind,
Morgen wollen wir backen geschwind.
Und als das Brot gebacken war,
Lag das Kind auf der Totenbahr.

Jetzt weisst du, was schaurig-schön ist. Man könnte sich fast ein Anker-Bild vorstellen, oder? Vielleicht haben die Blochers so etwas in der Küche hängen! Ich hätte dir gerne noch eine Foto beigefügt. Etwa von den Singapur-Erdnüssen, oder von der Badea-Frucht. Leider verhindert das im Moment die künstliche Intelligenz. Es wird für etwas gut sein.

LG

Markus

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