Antwort an den Dottore zur Böswilligkeit

Ciao Dottore

Was den Humus-Anteil des Bodens hier angeht: Das kann in Kolumbien allenfalls ein Verarmungs-Problem sein! Kaffee und Bananen produzieren Humus zuhauf, so dass er (wegen wegrutschen vom Hang) schon fast wieder zum Problem werden kann. Es darf daher keine unbepflanzten Hanglagen geben. Von wegen dem zwischen den Zitrusbäumen gepflanzten Mais sind oder waren die derart behangen, dass ihnen ohne Ernte Schaden gedroht hätte. Dies ist nun von einer Grossfamilie abgewendet worden, die eben auch den Vertrieb der Mandarinen an die Hände nimmt. Wie du besser weisst als ich, habe ich mich nie nach Kaffeeanbau, Mandarinen und Maispflanzung gesehnt. Mir stand der Sinn nach Zierde. Aber ohne diese unerwünschte und steile Lernkurve hätten sich mir die Umweltprobleme im Valle de Cauca wohl nie erschlossen. Die These des J.P., der Kaffeeanbau sei hier zurückgegangen, weil anderswo besser produziert werden könne, ist grundfalsch. Es lassen sich hier Crus der Weltspitze produzieren. Besser lässt sich der Verlust an Kaffeekulturen mit der „Verschiebung der Werte“ zum schnellen Geld (Drogen) erklären. Dazu eingeflüsterte Gier auf vermeintliche Gewinnsteigerung mittels Einsatz von Chemikalien und gentechnisch verändertem Kaffee sowie die allgemeinen Hilflosigkeit der Campesinos der Erbsünde des Dreckpacks gegenüber.

Eben, Dottore, von daher meine Idee: Ich oder man könnte wohlfeil, unter Einsatz des geforderten Schmiergeldes etc. CO2-Kompensationsland zu Tausenden von Hektaren kaufen. Aber sobald dies ruchbar wird, erregt sich die Erbsünde des Dreckpacks in einer Weise, dass die Kosten dafür plötzlich in schwindelerregende Höhen steigen. Also lassen wir das besser. Meine Idee ist, dass wer will, sich Anteile an einer wiederauferstehenden Kaffee-Finca erwirbt. Als Dividende winkt entweder nichts, der Bezug von Kaffee, oder eine Dividende in Form eines Aufenthalt in letzterer, der heute etwa bei vierzig Euros bei Vollpension (inklusive Anrecht auf Mit-Kochen, Mit-Ernten, Mit-Alles und Swimmingpool) zu stehen kommt. Zu diesem Behuf und Zweck solltest du in der Schweiz eine entsprechende Benefiz-Gesellschaft gründen. Und ich lasse von der TKB ein Konto eröffnen, wo einbezahlt werden kann. Die Belege dienen dann zur Reservation. Wobei ein Aufenthalt in der Singapur für VIP und näher Stehende allenfalls auch in Frage kommt. Gekauft wird (werden) die Finca(s) ohne weiteres Aufhebens durch Zugewandte und gehen anschliessend in den Besitz der von dir gegründeten Benefiz-Gesellschaft über. Mir sind alle andern alternativen Vorschläge zum Vorgehen recht, solange sie keine nutzlos „vergleichende“ Rechtskunde beinhaltet.

Ach ja, ich muss dir dringend das Drehbuch schicken, dessen „erste Staffel“ ich fertig gestellt habe. Von wegen Drehbüchern und gar noch Shakespeare: In meiner Kindheit pflegte ich lustvoll im „gelben Heft“, in der „Sie + Er“, was die heutige „Schweizer Illustrierte“ ist, zu blättern, wo vom Schicksal des Ur-Oheims des ritterlichen Prinzen Harry zu lesen stand. Des Ur-Oheims Schicksal war ja ein noch wesentlich grausameres, weil er für die Liebe zu einer ebenfälligen Amerikanerin seine Krone hergeben musste. Das bringt mich auf die Idee, ein Drehbuch zu schreiben, dessen Abstrakt ich dir nachstehend schildere. Jede Ähnlichkeit mit Lebenden wäre rein zufällig. Weil ich wohl für das Schreiben des Drehbuchs keine Zeit finden werde, nehme ich aber auch für die Idee gerne ein Geld. Also:

Es war einmal ein britischer Prinz, jüngstes Mitglied einer tragikumflorten Familie, deren Schicksal ihn seinen Bruder nahe stehen lässt. Als dieser heiratet, schliesst er auch dessen schöne Frau, obwohl nur aus der oberen Mittelklasse stammend, heftig in sein Herz. So hegt er fortan den Wunsch, er möge ebenfalls eine Schöne kennenlernen, mit der er glücklich zu werden gedenkt. Sein Wunsch geht in den USA in Erfüllung, wo er an einem Grossanlass eine Schauspielerin kennenlernt, Umstand, der sich als „Liebe auf den ersten Blick“ herausstellt. Er habe auf den Knien um ihre Hand angehalten, wird die Amerikanerin später aus ihrem Nähkästchen erzählen. Natürlich weiss die Schöne um die lastende Tragik der Familie ihres Künftigen. Sie will da nicht hintanstehen und beklagt sich über über den ihr entgegenschlagenden Rassismus. Dies, noch bevor jemand bemerkt, dass sie ihr Haar geplättet trägt. Ihr ritterlicher Prinz, vom Umgang mit dem farbigen US-Präsidenten Obama und dessen schwarzer Ehefrau Michelle her Aufgeschlossenheit gewohnt, reitet sofort eine Gegenattacke. So wie einstweilen Don Quixote gegen die Windmühlen für seine Dulcinea eintrat. Nach der glanzvollen Hochzeit muss die frischgebackene Herzogin und Britin gewordene Amerikanerin im Kensington-Palast mit ihrer Schwägerin Haus und Hof teilen. Was naturgemäss zusätzlich am Selbstwertgefühl der rassisch Verfolgten nagt. Sie drängt daher ihren ritterlichen Ehemann, auf dem Lande eine wenn auch bescheidene Bleibe für sie und das erwartete Kind zu suchen. Zufällig werden sie in Windsor fündig, wo die reiche Grossmutter Ihres Herzensprinzen zufällig ein Anwesen besitzt. An diesem verschwiegenen Ort kann ein darauf befindliches Cottage mit wenig Geld des Staates für die diskreten Bedürfnisse des Paares umgebaut werden. Mit der Geburt des Sohnes, den die Herzogin nach dem Hund ihrer Jugend taufen lässt, scheint sich das Glück wieder auf ihre Seite zu bewegen. Die Namensgebung aber plaudert entweder ihr böser Vater oder aber eine neidische Freundin aus. Der Vater tut dies aus Zorn über die Ausladung zur Hochzeit seiner Tochter und plaudert somit noch mehr intime Details an die Presse aus. In einem bewegenden Brief, der für Geld wieder der Presse zugespielt wurde, beschwört die Herzogin ihren Vater inbrünstig, das Glück seiner Tochter nicht doch ein paar Kreuzern zu opfern. Das Herzogs-Paar lässt sich daraufhin von einem berühmten Sänger, der schon am Grab der Mutter des Herzogs gesungen hatte, an die Côte d’Azur einladen. Als grüne Aktivisten treten sie die Reise im Privatjet des Sängers an, wohl wissend um die Tatsache, dass der CO2-Fussabdruck des Fluges vom Sänger im Voraus durch CO2-Ablasshandel getilgt worden war. Aber schon hat die böswillige Presse wieder ein gefundenes Fressen. Die Herzogin weist auf ihre böse Schwägerin hin, die mitsamt ihrem Nachwuchs Shuttle fliegt, während der Prinz auf sein Gewohnheitsrecht hinweist, er sei schon als Kind mit seiner Mutter zur Yacht deren Ägyptischen Liebhabers geflogen worden, schon damals mit einem Jet ebendieses Sängers. Das erlittene Unrecht bügelt das Paar mittels einer Reise nach Afrika aus. Dort verhält sich die Prinzessin wie eine gewöhnliche Sterbliche, setzt sich auf den Boden und redet mit einfachen Leuten als wären sie ihresgleichen, genau wie es einstens ihre Schwiegermutter getan hatte. Auch besucht sie mitsamt Gatten und Kind einen Vorkämpfer für Gleichheit, den greisen Bischof Edmond Tutu. Zufälligerweise wird die Reise von einem Jugendfreund des Herzogs gefilmt, der zum guten Schluss das Herzogs-Paar bezüglich der Unbill befragt, die die Ungerechtigkeit immer wieder über sie bringt. Trotz ihrer Erfahrung als Schauspielerin kann die Herzogin ihre Tränen nicht zurück halten. Die ganze Welt leidet mit dem Herzogs-Paar mit. Im Deutschsprachigen Raum dank der ARD, die für die Grossmutter des Herzogs ist, was Fox-News für Präsident Trump. Ich muss jetzt das aus Zeitgründen unterbrechen, ein anderes Mal mehr. Aber du erahnst das Potential für eine Seifenoper.

Was ich dir gestern vorführen wollte, leider ging die Fussnote vergessen, sind meine Pfannen aus Gusseisen. Die sind zwar fürchterlich schwer und wohl nur angeblich für Glaskeramik geeignet. Aber bei unserem schwächlichen Gas speichern sie ordentlich Hitze fürs Anbraten. Genau an diesem schwächlichen Dünsten dürften diese neumodigen Thermomixer-Kocher leiden. Und dass eben die Zutaten „gemixt“ und nicht geschnitten werden. Ich hätte trotzdem gerne einen. Man will doch mitreden können.

Leergepfückt: der Mandarinenbaum vor dem Haus.

Da wäre noch viel mehr, aber es ist spät geworden. Cuida mucho!

Markus

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