Antwort von Tscheff zum Übersinnlichen

Tschau Schtüngge!

Mit dem Aberglauben verhält es sich wie mit der Religion, entweder man glaubt daran oder eben nicht. Beides ist meiner Meinung nach identisch und auch unter der Bezeichung Humbug bekannt.

Würde grad noch fehlen, dass Du meine Frau Gemahlin dem Dunstkreis von Wahrsagern und Hexen näherbringst, habe ich doch selber schon genug damit zu tun, ihr all den esoterischen Quatsch auszureden, den sie sich per YouTube und Hörbüchern reinzieht! 😊

Unheimlich ist vielerlei. Das Bad im Meer, nachdem man den weissen Hai einmal gesehen hat, die Prophezeiung einer zahnlosen Indio-Frau auf Coca oder eben auch die Erzählung meines Jungendfreundes, welcher einst an einer Seance teilnahm, die vorgeblich aus dem Ruder lief, weil er von einem Nachttischli verfolgt aus dem Hause des Mediums flüchten musste.

Ich habe mich als Kind davor gefürchtet, meinem Vater das Bier aus dem Keller zu holen, vor allem, weil es dort unten muffig und schummrig war und unter uns Gleichaltrigen schaurige Geschichten vom schwarzen Mann (nein, kein Afrikaner!) kursierten.

Die meisten mir bekannten Menschen würden nächtens keinen Wald durchqueren, am allerwenigsten ohne Begleitung. Die meisten haben Angst vor Spinnen und Schlangen, fahren dafür aber tagtäglich im Stadt-Zürcher Verkehr zur Arbeit, oftmals sogar mit einem Überschall-E-Velo.

Man muss standhaft bleiben und all diesem Mist die Stirne bieten und das Gruslige nicht noch heraufbeschwören (hrhrhrhr)! Wenn Du also nur für den Nervenkitzel und aus lauter Langeweile zur Zigeunerin pilgerst, dann bleibt mehr hängen als nur die klebrige Hanf-Tinktur! Ob Du willst oder nicht, dein Kopfkino vollendet danach noch den Rest und Jahre später endest Du dann doch noch unter dem Tram, nur weil Dir das eine räuschige, irre Alte dies einmal als Schicksals-Option angeboten hat.

Unheimliches und Schauriges findet im Kopf statt, allein mit vegetativem Nervensystem würdest Du wohl mit ausdruckslosem Gesicht über Klippen springen, unerschrocken Javelwasser saufen und / oder dubiose, zwirbelbärtige Amerikaner in deinem Airbnb einquartieren.

Also, mach Dir keinen Schrumpfkopf und vergiss das Unheimliche – und das unheimlich schnell!

Zum Thema Helm fällt mir ein, dass ich als Töfflibueb auch konsequent ohne Helm unterwegs war. Es war einfach lässiger. Bis ein guter Kamerad bei einem Motorradunfall einen tödlichen Unfall erlitt. Mit Helm hätte er es gut überstanden…! Heute sehe ich es eher so: wer wenig Hirn hat, muss dieses auch nicht unbedingt schützen. Wer verschwitztes Haupthaar nicht in Kauf nehmen will, sollte besser aufs Motorradfahren verzichten.

Auf unserer Kolumbien-Tour hätte sich uns Gelegenheit geboten, auf Lastwagenschläuchen einen Fluss hinunter zu «raften» (mit Helm, Schwimmweste und allem PipaPo). Die Anfahrt zum Startpunkt hingegen hätte nur als Sozius auf einem Moped unternommen werden können, auf Grund der Erfahrungen, welche wir auf der Hinfahrt mit zahlreichen lebensmüden Biker machten, verzichteten wir gerne auf den Spass…

Jeder setzt seine Prioritäten eben anders.

Grüsse aus Ungarn

Don Rotscher Dein Tscheff

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Ein Kommentar zu Antwort von Tscheff zum Übersinnlichen

  1. Christa Huber sagt:

    Lieber Bruder

    Das Übersinnliche haftet dir an, wie es auch anderen Mitgliedern unserer Familie anhaftete. Seit ihr alle aus unserem Haus verschwunden seit, hat auch das Übersinnliche Reissaus genommen. Es lebt nämlich ausschliesslich in den Köpfen seiner Gläubigen.

    LG Christa

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.