Besänftigende Antwort an Tscheff

Hoi Rotscher

Ich habe es leider unterlassen, den Begriff „Helikopter-Eltern“ zu recherchieren, ich hatte einfach in der FAZ eine Überschrift gelesen, wonach Helikopter-Eltern im Gegensatz zur landläufigen Annahme durchaus bessere Mitmenschen produzieren. Du wirst mir aber beipflichten, dass der Ausdruck sowieso weit hergeholt ist, und dasselbe auch für eine genaue Definition gelten muss. Eine wenig beabsichtigte Provokation hat da aber eine bemerkenswerte Antwort hervorgerufen. Was ich allenfalls sagen wollte ist, dass du von Deinem und anderem mir näher stehendem Nachwuchs nicht auf das schliessen solltest, was hier auf dem Lande abläuft. Es werden frohgemut Kinder gezeugt und geboren, von denen ich mich wirklich frage, wie sie denn lebenstüchtig gemacht werden sollen. Ich fand es schon fast rührend vom Dottore und der Helena, dass sie sich hier zur Dorf-Schule begaben und sich zu den Kindern gesellten, etwas, was ich selber nie getan habe. Sie traten auch in eine angeregte Unterhaltung mit diesen, was mir halt nie so richtig gelingen will. Auf die Antworten nach der Frage nach den Berufswünschen der Kinder überkam mich eher Hoffnungslosigkeit, im Zusammenhang mit dem Leben auf dem Land kam den Goofen gerade mal der Veterinär in den Sinn, dies aber wohl vornehmlich im Sinne des verlogenen Feuermal-grindigen.

Für eine etwas weiter denkende Jugend a la Thunberg regt sich mehr Verständnis in mir. In einem Agrarland wie Kolumbien ginge es für den Nachwuchs darum, mit dem vielen Land etwas anzufangen, ohne es kaputt zu machen. Damit sich beispielsweise Kaffee und vieles andere mehr ohne massiven und entsprechend kostspieligen Einsatz von Pestiziden wirtschaftlich produzieren lässt. Wenn man in der Tretmühle schon drin ist, ist es schwer, wieder daraus heraus zu finden. Das Gleichgewicht wird aus den Angeln gehoben, so dass am Schluss nur noch Spritzen bleibt. Mit der mitverdienenden Agrochemischen werden die Produkte teuer. Darum hat man vielerorts aufgegeben. Es ist zwar kein sonderlich erfreulicher Anblick, wenn ein Kaffeebaum sozusagen über Nacht von Ameisen leer gefressen wird. Aber man kann und darf das im Wissen ertragen, dass sich Ameisen das Wasser nicht selbst abgraben und dem Kaffeebaum die Blätter wieder nachwachsen. Für den Nachwuchs ist die Bewusstseinsbildung wichtig. Ich weiss nur noch nicht, wie ich es anstellen soll.

Wenn man zu unserer Zeit die Kinder ins Welschland-Jahr, ins Internat oder sonst wohin schickte, dann war das gute Sitte und/oder eine wirtschaftliche Notwendigkeit und hatte den angenehmen Nebeneffekt, dass man sie los war. Ich denke nicht, dass das nur schlecht war, der Horizont wurde auf jeden Fall erweitert.

Die Pitaya heisst hier die „Dragon-Fruit“. Sie ist eine Schlingpflanze, hier rankt sie sich an einem Mandarinenbaum. Ich finde die Blüte allein schon sensationell, die stark abführend wirkende stachelige Frucht ist recht teuer.

Einstweilen liebe Grüsse

Markus

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