Brief an den Dottore zu nordischen Windkraftwerken

Ciao Dottore

Zum Kauf des Windparks Stigafjellet im menschenleeren Norwegen schreibt das „Elektrizitätswerk der Stadt Zürich“ folgendes:

Mit dem Kauf des Windparks wird das ewz insgesamt über 91 Windturbinen in 17 Windparks  verfügen. Die jährliche Produktion aus allen ewz-Beteiligungen an Windkraftanlagen steigt damit von rund 580 GWh auf rund 700 GWh, was dem durchschnittlichen Stromverbrauch von rund 250 000 Zürcher Haushalten pro Jahr entspricht

Wenn man davon ausgeht, dass die die genannten Haushalte vorwiegend von 1-2 Personen gebildet werden, müsste jetzt die Windkraft in etwa den Bedarf der Privaten in der Stadt Zürich abdecken. Zumindest wird der in Norwegen ökologisch produzierte Strom, der wie jeder andere im Ausland produzierte Ökostrom natürlich nicht in Zürich ankommt und wohl auch nie dort ankommen wird, in Form eines Ablasshandels mit Zertifikaten in Zürich weiterverkauft. Positiv daran ist, dass in Norwegen und Schweden der Atomausstieg erleichtert wird, währenddem sich der Stadtzürcher Stromkonsument, in dessen Wohnung weiterhin Atomstrom verglüht, sich im Gefühl sonnen kann, etwas Gutes für die Umwelt zu tun.

Sehr zukunftsträchtig wirkt dieser Etikettenschwindel nicht. Eigentlich hat er überhaupt keine Zukunft, weil das Abfallprodukt aus der nordischen Windproduktion, die „Zertifikate“, das Energieproblem vor Ort nicht löst. Mich hätte erfreut, auch nur eine relevante Zeile darüber in der „Mitarbeitenden-Zeitung“ zu lesen. Der Schreiber des Vorworts liest in der Zukunft, indem er ob der Wasserzinsen der Vergangenheit hadert. Dass Speicher für dezentral produzierte Energie unabdingbar sind, weiss man schon lange, interessant zu wissen wäre, ob EWZ mittlerweile endlich einen testet und Erfahrungen damit sammelt. Beispielsweise anstelle dieser Etiketten-Augenwischerei! Was der künftige Strombedarf anbelangt, wage ich die Prognose „Stark steigend“! Soll sich die Welt künftig elektrisch vorwärts bewegen, muss ja dann auch der Strom von irgendwo herkommen.

Die Schweiz teilt mit der EU die Schwierigkeiten mit den Flüchtlingsströmen unter anderem aus Afrika. Vielleicht ist das Wüsten-Solarstrom-Projekt eines von wirtschaftlich sinnvollen Projekten, um dagegen anzugehen. EWZ-Pressesprecher Graf und Lobbyist in Bundesbern konnte sich dort dafür stark machen. Man kann auch ausserhalb des Gesundheitswesen sein Geld verdienen.

So Dottore, das wars wieder einmal. Weiter unten sind die Fortschritte vom Pflanzblätz dokumentiert. Viele Grüsse und abrazo!

Markus

Ps. Fast hätte ich es vergessen. Die Kolumbianische Regierung hat sich der Erpressung ergeben und sich die Freigabe der Verbindung Santander de Quilichao nach Popayán erkauft.

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