Brief an den Dottore zu Tuna (Nopal), Aloe Vera und Kurkuma

Ciao Dottore

Den genannten Früchten der Natur gemeinsam ist, dass sie, wenn man den Hymnen im Internet über ihre Segnungen glauben schenken will, der Gesundheit überaus förderlich sind. Die Knollen beziehungsweise das Rhizom der Kurkumapflanze kann ich frisch bei Cañaveral erwerben, Don Arturo hat jetzt einige davon zum Anwachsen in Erde gelegt, motiviert von daher, dass ihm die Maissuppe mit Kurkuma sehr geschmeckt hat. Aloe Vera werden ja viele Eigenschaften nachgeredet. Mit Sicherheit zutreffend ist, dass bei der Rasur nach dem Anschmieren von Aloe Vera diese „reibungslos“ beziehungsweise frei von Irritationen abläuft. Dass Kurkuma dem Curry seinen typischen Geschmack verleiht und dessen Inhaltsstoffe gesundheitsfördernd sind, lässt sich nicht bestreiten. Bedenklicher sind die Mythen, die sich um vielerlei Gaben der Natur ranken. Davon wäre doch manches viel zu schön um wahr zu sein. Aber Mythen in diesem Sinne haben etwas tröstliches, weil sie die einfache Lösung eines (meistens gravierenden) Problems versprechen.

Auf die sogenannt gesundheitliche Seite der Ernährung stosse ich immer über den „Wohlgeschmack“, unter anderem dem Fermentierten wegen, oder dieser „Fonds“ beziehungsweise Brühen. Über das aus letzteren gewonnenen Collagen referiert in Youtube wiedergegebenen Konferenzen eine Spanische Greisin mit überraschend wachem Geist namens Ana Maria Lajusticia. Eigentlich ist ihr Lebensthema das Magnesium, dessen Mangel sie eine Vielzahl gesundheitlicher Defekte zuschreibt. Und auch die Kombination von Magnesium mit Collagen, was sie unter ihrem Namen auch verkauft(!), sowie das Abwägen der Zuträglichkeit des Cholesterols. Ganz ohne Haken gelingt es trotz aller Überzeugungskraft auch der alten Dame nicht, alle Zweifel über ihre Sicht auf die Chemie des menschlichen Körper auszuräumen. Trotzdem, ihre Vitalität in den Neunzigern und ihr Humor machen ihre Theorien sehr einnehmend.

Nopal, hier auch Tuna genannt, oder auf Deutsch Feigenkaktus, wie er hinter dem Haupthaus der Finca Singapur wächst.

Der Geschmack zwischen Spargel und Artischocke des Nopal ist interessant. Man muss ihn geschnitten eindämpfen, damit das Mark keine Fäden zieht. Übrig bleibt ein Gemüse von der Konsistenz vergleichbar der Essiggurke. Im Bild Nopal am Hang hinter dem Haupthaus der Singapur. Dort wird jeglicher Humus vom Regen weggeschwemmt, der Nopal wächst aber auch auf purer Vulkanerde. Weil man einfach ein Blatt in die Erde steckt und dieses dann anwächst, eignet er sich für die Wiederbesiedelung von erodierten Flächen. Anscheinend wird in Süditalien ebenfalls Feigenkaktus angebaut. Beim Zubereiten wird es ähnlich sein wie mit der Artischocke: mit Petersilie, Knoblauch und Basilikum. Bei deiner nächsten Visite wird dir das aufgetischt. Und zum Frühstück ein Smoothie aus Kurkuma, Nopal, Aloe Vera, Kurkuma und etwas Honig. Das schmeckt überraschend gut!

Bis dahin viele Grüsse

Markus


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