Brief an den Dottore zu Wiederaufforstung

Ciao Dottore

In der FAZ stand über Schweizer Forscher geschrieben, die „mit Bäumen die Welt retten“ wollen. Und deren „Idee“ wird schon in der Überschrift der Garaus gemacht: „Träumt weiter!“.

Wobei der wenig neuen Erkenntnis der Bekämpfung des Klimawandels mittels weltweiter Aufforstung die mögliche Wirkung nicht abgesprochen wird. Aber die Machbarkeit wird bezweifelt. Weil der böse Brasilianische Präsident nicht willens ist, den Kahlschlag des Amazonas-Urwalds zu beenden. Und auch ansonsten dort wo es angemessen wäre, niemand freiwillig sich daran macht, etwas für das Weltklima zu tun. Zu erwarten, dass gerade in Entwicklungsländern mit nicht vorhandenem Geld Wiederaufforstung betrieben werde, ist eine etwas gar naive Annahme. Auch Geld allein wird da nicht helfen. Aber nun, wenigstens breitet sich in den Schweizer Bergen der Wald wieder aus, aber auch das hat mehr mit Vernachlässigung denn mit Bedacht zu tun. Frankreich will im Alleingang eine Umwelttaxe für Flugreisen erheben, was immer dann eine gute Idee ist, wenn nicht nur die Französischen Gesellschaften davon betroffen sind und das Geld in die Anstrengungen für die Abwendung eines Desasters fliesst.

Wir haben in diesem Jahr mindestens sechzig Bäume gepflanzt und es sollen noch mehr werden. Ich hoffe für mich und diesen Nachwuchs, dass sie Trockenzeit dieses Jahr nicht allzu heftig ausfallen wird.

Ansonsten macht es mir Spass, gemäss deinen Hinweisen Exhibitionen in den „sozialen Netzwerken“ zu verfolgen. Der immer noch werdende Tierarzt, wenn man den Bildern glauben darf, in blutigen Operationen konzentriert die Leben von Haustieren rettend, hat offenbar gar keine Anstellung. Als glücklicher Familienvater, Umstand der dem Abschluss seiner Studien nicht gerade förderlich ist, bat er um einen Monat Arbeit auf der Finca. Gleich was. Wie lange steht er jetzt schon vor dem letzten Semester? Klar, wir dürfen das und ihn vergessen. Aber es fasziniert die Distanz von Anspruch und Wirklichkeit. Die Mutter des Kindes sah wohl den erfolgreichen Veterinär vor sich, den zu haben ihr lohnend schien, in dem sie ihm ein Kind gebar. Womöglich haben die Schwiegereltern ob diesem Fisch an der Angel auch noch Geld locker gemacht, das sich mittlerweile verflüchtigt hat. Der junge Mann steht ohne Not vor einem Abgrund, aus dem Hoffnungsträger ist ein Versager auf der ganzen Linie geworden. Wie gesagt: ohne Not. Da werden grosse Lügenkonstruktionen von Nöten sein, um diesen in Schall und Rauch gemündeten Lebensweg wieder auf Achse zu bringen. Aber amüsant ist es, wenigstens von weitem betrachtet.

Einstweilen liebe Grüsse

Markus

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.