Brief an den Dottore zur neugrünen Welle

Ciao Dottore

Wenn du im Anflug auf den Flughafen Madrid-Barajas aus dem Fenster guckst, dann präsentiert sich dir die Kastilische Hochebene in der immer selben Kahl- und Kargheit. Was sich in den letzten zwei Jahrzehnten geändert hat, sind die auf den Bergkanten installierten Windräder, die ihre rotierend-irritierenden Schatten auf diese ursprünglich bewaldete Landschaft werfen. Kahl ist diese Hochebene, seit die Spanier mit den aus dem Holz dieser Wälder gebauten Schiffen auszogen, den Rest der Welt zu unterwerfen. Diese seit Jahrhunderten klaffende Umweltwunde trachtete die EU mit Unterstützungsgeldern für die Wiederaufforstung (reforestación) zu heilen. Wenn du die staatlichen Spanischen Verordnungen zum Thema liest, dann wird es dich nicht wundern, dass dieses hehre Unterfangen keine nennenswerten Spuren hinterlassen hat und das Geld, so ist zu befürchten, dort steckenblieb, wo es dies eben zu tun pflegt.

Ich wage daher einen Gedankensprung: hat demnach der flapsige Rapper „Rezo“ mehr als nur ein wenig recht, wenn er die Deutschen Regierungsparteien als am Umweltdesaster mitschuldig sieht. Indem sie die erwähnten Subsidien an Spanien als Exportschmiere sahen, und es einfach ist, dem Brüsseler Wasserkopf die Schuld in die Schuhe zu schieben. Um ein Jahrzehnte altes Beispiel zu nennen.

Wertet man die Lebensleistung der beiden gewesenen Parteivorsitzenden, Merkel und Nahles, dann bleibt eigentlich neben vielen fintenreichen Manövern und der Gravitation der Hinterteile zu den Sesseln zwecks Machterhalt reichlich wenig Markantes. Die eine redete Blödsinn und die andere übte sich in der Kunst, mit viel Worten nichts zu sagen. Ich fand die Lektüre eines Artikels in der FAZ über den Auftritt von Angela Merkel anlässlich der Verleihung der Ehrendoktorwürde in Harvard ebenso interessant wie erschreckend. Nachdem sie, die Bundeskanzlerin, nach Burkina Faso gereist war, vermeinte ich schon Erleuchtung in ihrem Gesicht zu Erkennen. Aber nein, um den erwähnten Artikel in der FAZ zu subsumieren: Es trat da eine Dame und Bundeskanzlerin auf, die anscheinend in den letzen zwanzig Jahren keinerlei Fortschritte gemacht hat. In Richtung Klasse meine ich. Man kann das ordinär ummünzen: Und wirft der Arsch auch Falten, wir bleiben stets die Alten. Oder: Pfarrers Töchter, Müllers Vieh, geraten selten oder nie. Schade! Dottore? Bin ich ein Wutbürger? Ich glaube, je länger je weniger. Aber das ändert wenig an der Tatsache, dass die durch die Flaschenböden starrende AKK mir Angst bereitet. Wenn Nomen Omen ist, was ist dann Annegret Kramp-Karrenbauer? Der Vorwurf des böswillig über die Grenze starrenden Schweizers trifft mich nicht: Ich habe ja auch Schweizer Bundesräte abgehandelt. Mit andern Worten: Wenn die Deutschen Regierungsparteien abgehalftert hätten, schiene mir das ein gutes Zeichen für die Demokratie. Und wenn ein Schnorrer wie dieser Rezo kein Einfluss darauf hätte, umso mehr.

Ich denke, dass ich irgendwann auf das hier Geschriebene zurückkommen werden muss. In welcher Form, kann man noch nicht wissen.

Einstweilen liebe Grüsse

Markus

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