Brief an die Cousine in Spanien zum roten Bart

Hoi Elsbeth

Also, J.P. trägt manchmal Bart, aber rot ist der nicht. Ich nehme an, es handelt sich um jemand anders, vermutlich der ehemalige Koch Andres.

Rechts im Bild J.P. Ihm gegenüber Don Arturo.

Ich hatte die letzten paar Tage Gäste, aus Rotterdam, aber er ist Kolumbianer und arbeitet als Landwirtschaft-Ingenieur, für Renaturierung und so. Entsprechend hat ihm die Finca Singapur begeistert. Es ist schon so, dass einem die Gäste etwas bringen, sie sind immer irgendwie spannend und interessant. Er war beispielsweise für die die Gestaltung des Ufers des Rio Cali zuständig und berichtete von diesem durchaus erfolgreich abgelaufenen Abenteuer. Auch kennt er Leute mit „Privat-Reservaten“, das heisst solche, die auch etwas für die Erhaltung der Natur tun wollen und sich einen Flecken Land zu diesem Zwecke kaufen. Meistens und vorteilhafterweise tut man dies in unmittelbarer Nachbarschaft bestehender Reservate, man muss dann eigentlich für die Renaturierung selber keine Hand anlegen, weil das von alleine funktioniert. Das scheint mir recht clever.

Ansonsten bin ich froh, der Hitze entronnen zu sein, in Zürich war das jeweils zum verrecken heiss, die Wohnung unter dem Dach ein Backofen. Man erträgt das je länger je schlechter. Der stete Wechsel aus klimatisierten Räumen in die Hitze ist der Gesundheit ja auch nicht gerade zuträglich. Besagter Gast, namens Juan, pflichtet mir bei, dass im Cauca-Tal die Temperaturen auch angenehmer wären, würde man die kahle Flanke auf der linken Seite wieder bewalden. Das Weltklima würde daran nicht genesen, aber wenigstens das eigene verbessert.

Dass die eine oder andere Pflanze eingeht, damit muss und kann man leben. Aber wenn es zu diesen „Gesamtausfällen“ kommt, denen nur noch mit Gift beizukommen ist, dann ist die Natur eben schon aus dem Gleichgewicht geraten. Das heisst, es fehlen die natürlichen Feinde der Schädlinge.

Don Arturo erntet mittlerweile wunderschöne Tomaten, denen leider der spezifisch köstliche Tomatengeschmack etwas abgeht. Ich bin überzeugt, dass es an der Erde liegt, es braucht Asche und Steinmehl und die Vulkanerde müsste an die Oberfläche gebracht werden. Ich muss da noch Überzeugungsarbeit leisten, es scheint, als glaube mir Don Arturo nicht so recht.

Ja, besser man nimmt die Blechschäden am Auto nicht tragisch. Mit dem Traktor hatte ich bisher Glück, er ist trotz seiner Grösse recht übersichtlich, mittlerweile habe ich mich auch daran gewöhnt, in die Rückfahrt-Kamera zu gucken.

Nun wünsche ich dir noch weiterhin eine gute Zeit und sende liebe Grüsse

Markus

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