Brief an die Cousine zum Oster-Regen

Hoi Elsbeth

Über Ostern sind hier die ersten fremden Gäste eingezogen. Die ersten wollten gestern nach Buenaventura weiterreisen, aber bei dem vielen Verkehr, ganz Kolumbien ist auf Achse, schien es mir angezeigt, sie für einen sicheren Platz für einem Bus nach Buga zu bringen. Der Regen war unterdessen so heftig, dass wieder einmal Geröll auf die Strasse stürzte, was Glotzende starr werden liess, sodass man weder nach hinten noch nach vorne konnte. Im Ärger kam in mir Hoffnung auf, dass die Menschheit durch eine weitere Gerölllawine von einigen Gaffern befreit würde. Ich entwand mich der Situation, indem ich mit dem Traktor den die Doppelspuren trennenden grasbewachsenen Mittelstreifen überfuhr, was wiederum die Rückkehr zur Finca gestattete. Die Gäste sind jetzt halt immer noch da. Zum Glück mussten die nicht zum Flughafen.

Ansonsten macht das mit den Gästen Spass. Das Essen scheint zu munden und es ist ja nicht so, dass nicht zeitweise auch die Sonne scheinen würde. Männiglich lässt sich willentlich und belustigt von Paco belästigen. Der ist , wenn Gäste da sind, nie abgängig, sondern immer darauf aus, die gebotene Aufmerksamkeit bis zum Letzten auszukosten.

Nächste Woche gibt es eine weitere Abwechslung, die Helene reist noch einmal an und will ihr Versprechen, den Schülern von Jiguales Englisch-Unterricht zu erteilen, wahr machen. Dadurch fällt mir ein Stein von der Seele, weil mich das doch vom eigenen Zutun entbindet, für das ich mich nun ja wirklich gar nicht eigne. Allenfalls schwebt mir eine Einführung in die (hier verlorene) Kultur des Kaffees vor. Oder über den Landbau im Allgemeinen, über das Wasser oder was weiss ich.

Nur der Mixer gehört nicht dazu…..

Unsere Maschinerie zu allen möglichen Zubereitungsformen des Kaffees ist aus dieser Foto ersichtlich. Zum Glück haben wir genügend Platz für all das Zeug. Wir sind auch am Pflanzen von jungen Kaffeestöcken. Don Eliezer hat mir die Lieferung von dreihundert Burbon-Amarrillo versprochen, was eine ältere Sorte ist. Die älteren und Pilz-empfindlichen Sorten werden künftig mit einer Pepperoncino-Knoblauch-Mischung besprühen. Um uns in den Kaffee-Himmel zu liften, werden wir künftig die reifen Früchte fermentieren müssen.

So das war es wieder einmal. Ich wünsche frohe Ostern!

LG

Markus

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