Brief an Tscheff Rotscher über die Aktivitäten von Frau Graf – Litscher

Hoi Don Rotscher

Gestern beim Skypen hast du mir gestanden, dass sich dir der (Hinter-)Sinn der Aktivitäten von Herr und Frau Graf – Litscher im Bundeshaus nicht recht erschliesst. Eigentlich ist es ganz einfach: Es geht in beiden Fällen um die Verteilung des Kuchens, der den Konsumenten abgeknöpft wird.Edith Graf-Litscher macht in den gestellten Videos ihres Internet-Auftritts keinen Hehl über ihre Tätigkeit für den „Dachverband Komplementärmedizin“. Und sie verantwortet einen „Leitfaden für Patientinnen und Patienten“, auf den sie besonders stolz sei. In einer gestellte Szene mit einem ebenso devoten wie anonymen „Walter“ erörtert sie Änderungen zur Thematik „Zusatzversicherung“ (hört hört). Bei Walter handelt es sich vermutlich um einen Angestellten von „Karger Publishers“, die sich in Basel um medizinische Veröffentlichungen bemühen. Aus dem Leitfaden erfährt der Leser Weltbewegendes:

Hauptgründe für die Anwendung von Komplementärmedizin sind die Erhaltung der Gesundheit, der Schutz vor Krankheit und die Behandlung eines breiten Spektrums von chronischen und akuten Krankheiten.
Als Komplementärtherapie bezeichnet man eine Vielzahl von Therapien, die neben der Stärkung der Selbstregulation die Selbstwahrnehmung und Genesungskompetenz fördern. Weitere Begriffe wie Natur-, Erfahrungs-, Ganzheits- oder Volksmedizin werden oft als Synonyme verwendet.

Für akute Notfälle und lebensbedrohende Krankheiten ist primär die Schulmedizin zuständig. Wunder sind in der Komplementärmedizin nicht häufiger als in der Schulmedizin.

Fragen Sie vor Beginn einer komplementären Therapie bei Ihrer Krankenkasse nach, für welche Kosten sie aufgrund Ihrer Versicherung aufkommt. Am einfachsten und sichersten ist es, wenn Sie sich von Ihrer Krankenkasse schriftlich bestätigen lassen, ob die von Ihnen gewünschte Methode bei dem von Ihnen gewählten Naturheilpraktiker oder Therapeuten bezahlt wird bzw. welchen Beitrag sie dazu leistet.

Im unfreiwillig absurden Video beim „shoppen“ beim Drogisten wird die „Selbstverantwortung“ angesprochen, die wiederum Kostensenkungen mit sich bringen soll. Weinerlich bedankt sich der Drogist bei der Verbandsoberen für ihren Einsatz, dass die Drogisten „so“ weiterhin ihre Produkte zusammenstellen dürfen, er nennt es herstellen. Nachdem Frau Graf-Litscher (alle Jahre wieder) von einem Heuschnuppen befallen wurde, dessen Symptome sie vertrauensvoll schildert, murmelt er von der Spagyrischen Mischung, die er angeblich auf ihre Bedürfnisse abgestimmt „zusammenstellt“. Vom insinuierten selber Herstellen der Inhaltsstoffe kann keine Rede sein.

Wikipedia äusserst sich zur Herstellung der Inhaltsstoffe wie folgt:

Für Spagyrika, die heutzutage von pharmazeutischen Unternehmen vermarktet werden, konnte bisher weder eine über die Placebowirkung hinausgehende Wirksamkeit noch ein plausibler Wirkmechanismus nachgewiesen werden.

Das alles wirkt im Zusammenhang mit den Bemühungen für eine Begrenzung der Kostenexplosion im Gesundheitswesen reichlich stossend.  Jeder Schweizer muss und soll sich über seine Krankenkassenprämien, deren ständiges Ansteigen und den Gegenwert, den er dafür erhält, seine eigenen Gedanken machen. Dass die Thurgauer Frau Graf-Litscher als Nationalrätin adelten, ist ebenfalls deren Problem. Gegen Korruption helfen nur Strafklagen und Blossstellen. Da wäre in Bern offenbar mehr als eine Handvoll betroffen.

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