Brief an Tscheff zu Elektroautos und mehr….

Das ist ein Motorrad, das auf der Rückfahrt von Buenaventura neben uns her tuckerte. Leider nicht erkennbar das gottergebene Huhn, das im Plastiksack auf dem Schoss des Lenkers mitreist.

Ciao Don Rotscher

Mittlerweile ist doch schon ein Jahrzehnt ins Land gegangen, seit man uns das Elektroauto als der Weisheit letzter Schluss für eine sauberere Zukunft angedient hat. Jetzt scheint dem aber plötzlich nicht mehr so und wird wissenschaftlich bestritten. Diese Behauptung hat wiederum den Volkswagen-Konzern, der sich mit Haut und Haar dem Elektroauto verschrieben hat, zu einer Gegenanalyse veranlasst. Diese relativiert die festgestellte Unnützlichkeit der Elektro-Gefährte dahingehend, als dass sich deren Nachteile nach einer Fahrleistung von Hunderttausend Kilometern in einen Vorteil wandle. Soviel Kilometer seien nötig, damit sich die Waage von Umwelt-Justizia dem Elektrogefährt zuneige. Ist es vorstellbar, dass Batterien eine Kilometerleistung von Hunderttausend gar nie erreichen werden? Oder gibt im dem Fall VW den Kritikern des Elektroautos indirekt recht? Spannend ist derweil zu hören, dass das Schwer- und Gegengewicht Bosch in Brennstoffzellen investiert.

Die Menschheit mag in Sachen Computertechnik Triumphe feiern, aber keine Geiss schleckt weg, dass wir immer noch mit derselben Uralt-Technik unterwegs sind, die in den Fünfzigerjahren des vorigen Jahrhunderts als innovativ gelten konnte. Wenn ich mich richtig erinnere, war man vor Jahrzehnten auf Binnenflügen in Latein-Amerika problemlos mit Flugzeugen des Typs Boeing 737 unterwegs. Unangenehm überrascht nimmt man nun zur Kenntnis, dass dasselbe Flugzeug neuester Machart grosse Mühe bekundet, sich in der Luft zu halten. Eine kostensparende Art von „Avionik“, die ansonsten den Transport der Menschen-Massen durch die Luft erst ermöglicht hat. sei unter anderem daran schuld. Sowohl Boeing wie Airbus nehmen für ihre technischen (Fehl)-Leistungen gar noch Subventionen in Empfang. Nachdem Airbus seinen Albatros A380 als Flop wieder abtakeln kann, wurde diskret nach der Rückgabe der gewährten Unterstützung gefragt. Aber nein doch, die Zeitläufte hätten sich halt geändert, die Zeit des Grössenwahns vorbei. Dass Boeing nun das vielfach kostengünstig wieder aufgewärmte 737-Guetzli als „Gegenmodell“ buchstäblich auf den Grind fällt, ist eine Ironie des Schicksals. Der Dottore wird’s Häme nennen!

Henun, Don Rotscher, bisher nahm ich an, 4G-Mobiltechnik sei das erstrebenswerte Mass der Dinge, und an den wenigen (Ballungsräumen)-Orten Kolumbiens, wo man in den Genuss dessen kommt, scheint mir das unter wohlmeinenden Umständen rasant zu funktionieren. Über 5G brauche ich mich insofern nicht zu erregen, da voraussichtlich über Jahre hinaus nicht damit konfrontiert. Es sei für das Internet der „Dinge“ und für die selbstfahrenden Auto. Aber irgendwie scheint mir das ein Selbstläufer. Der Nutzen scheint zu angeblich, die Amis wähnen dafür, dass ihnen mit den Chinesen Konkurrenz beim Schnüffeln erwächst. Es ist in dem Zusammenhang die Feststellung interessant, dass die Börsen anscheinend weniger auf Wirtschaftswachstum, als auf die Einsparung von Arbeitskräften spekulieren. Mit all den einsparbaren Fahrern liegen da wieder viele Milliarden drin.

Google und Apple werden kaum fertig damit, sich davon zu überzeugen, dass ich ich bin. Mit Microsoft habe ich keine Erfahrung (mehr), aber dem Vernehmen nach funktionieren die wenig perfekten Dienstleistungen, die MS (wieder) zum grössten Unternehmen der Welt machen, ebenfalls ziemlich hakelig. Aber wenn damit Genüge getan ist: „More power to you!“

Ich habe ja nie einen Hehl daraus gemacht, dass ich den Streaming-Dienst von Apple schätze. Mittlerweile habe ich auch mitgekriegt, dass man sich die Musik auf’s Handy lädt und sie so auch dann spielt, wenn das Internet ausfällt. Ich bin Fan der dirigierenden Ungarischen Fischer-Brüder. Von Adam hatte ich bei Radio Swiss Classic Sprengsel von Haydn-Sinfonien gehört, die mehr als bruchstückhaft zu hören mir erstrebenswert erschien. Mit etwas Ausdauer liess sich das auch bei Apple finden. Allerdings ist dieser Haydn bei Apple nur als Gesamtaufnahme verfügbar. 36 Stunden oder 414 canciones lang dauere sozusagen das orchestrale Lebenswerk des Herrn Haydn, das in Minutenschnelle und sozusagen am Stück auf dem iPhone landete. An dessen Speicherauslastung änderte sich nichts Spürbares. Auf LP würde das wahrscheinlich ein ganzes Gestell füllen.

Bald mehr und herzliche Grüsse

Markus

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