Brief von der Cousine

Hoi Markus

Nun hoffe ich, dass die Frau Grete nicht mehr herumgeistert. Hätte nicht gedacht, dass die Colombinos noch dermassen abergläubisch sind. Offenbar sind die noch so katholisch-gläubig, dass sie diese Märchen glauben. Ich wollte Dir eigentlich abschliessend zur Frau Grete-Geschichte nur noch sagen, dass sie es bei Dir, trotz Tumor, bestimmt schön hatte, inmitten von gesunden Menschen, statt inmitten von scheintoten.
Ich bin gespannt wie es mit der Eröffnung Deiner Coppelia geht, wünsche Dir jedenfalls Erfolg. Es ist interessant dass die Südländer den Kartoffelsalat und auch andere Salate nicht so kennen. Bei den Spaniern kriegt man meistens die Ensalada Valenciano, aber das kennst Du wohl. Letzthin bereitete ich zu Grilladen einen Reissalat. Erst rümpfte Kurt die Nase, er habe das auch einmal gegessen aber sei nicht gut gewesen. Jedenfalls hat er zünftig zugegriffen und fand ihn gut. Es nervt mich immer wenn er sich nicht von seinem „Dörfligeist“ trennen kann. Ich sagte ihm einmal, er sei ein „Füdlibürger“, das hat er nicht gerne gehört.
Nun ist der neue Kolumbianische Präsident gewählt. Ich weiss nicht, ob er Dir gefällt, oder ob Du lieber den andern gehabt hättest. Jetzt sind noch die Fussballweltmeisterschaften, da spinnt sowieso die ganze Welt. Ich verstehe nichts davon, kenne keine Regeln, es interessiert mich einfach nicht. Mir genügt es zu hören wer gewonnen hat.
Bei uns ist es, nach einem eher wechselhaften Mai, endlich Sommer geworden. Ich bin zweimal baden gegangen, habe fast keine Zeit. Vor zwei Wochen wollte ich mir einen geruhsamen Sonntag machen und endlich mal zu Pepe runter Muscheln essen gehen. Kurt hatte ein Golftournier und mag Muscheln nicht. Aber oh Schreck oh Graus. Als ich am Morgen hinausschaute war die ganze Gegend rumdum braun. Nachts regnete es wieder einmal Saharastaub und wie. So vertrieb ich mir die Zeit mit Schlauch, Strupper und Putzlappen. Da bin ich immer froh um meine Garage, so blieb wenigstens das Auto verschont. Am darauffolgenden Donnerstag kamen die Gärtner zum Palmen schneiden. Die drei Washingtonias sind jetzt höher als das Haus und da muss man raufklettern. Als ich sie seinerzeit pflanzen liess waren sie klein und herzig, 1 m, und ich wusste nicht dass die so grausam wachsen. Die zwei Phönix-Palmen müssen jeden Monat gespritzt werden gegen den Palmrüssler, picudo rojo, gibt es bei Euch auch sowas? Es dauerte eine Zeit bis ich endlich einen Gärtner fand der das regelmässig und zuverlässig macht.
Gestern hatte ich wieder einmal den ganzen Tag kein Internet, weiss der Kuckuck warum.
Eine Nachbarin brachte mir ziemlich viele grosse Bohnen aus ihrem Garten. Die muss ich nun noch zum Einfrieren präparieren. Nachher müssen wir den Gasgrill zur Revision bringen weil er nicht mehr richtig heiss wird. So ist immer was.

Mit herzlichem Gruss, Elsbeth

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