Der Dottore (und ich) zum Essen und dessen Entsorgung

Ciao Direttore

Apropos mit Mais gefülltem Poulet im Blog: Als Randnotiz ein Hinweis auf das Buch „Plucked“ der Wissenschaftsjournalistin Mary McKenna. Darin setzt sie sich mit der industriellen Hühnerfleisch-Produktion auseinander. Manches ist aus anderen Quellen längstens bekannt, aber dass in den USA 80 % (in Worten achtzig) des gesamten Antibiotika-Umsatz‘ mit Tieren (und nicht Menschen) erzielt wird, mag überraschen, angesichts der riesigen Tierbestände aber auch wieder nicht. In der übrigen Welt halten sich die Anteile mit 50% die Waage. Antibiotika bewirkt eine raschere Gewichtszunahme des Tiers und macht die Massentierhaltung überhaupt erst möglich. Die resultierenden Folgen sind die gefürchteten Resistenzen oder anders ausgedrückt unwirksam, gewordene Antibiotika. Der Wohlgeschmack, also wie gutes Pouletfleisch einstmal schmeckte, ist offenbar eher unwichtig. Demgegenüber wird der Menschheit missionarisch empfohlen, „weisses Fleisch“ zu essen! Siehe:  https://www.theguardian.com/lifeandstyle/2017/oct/13/can-never-eat-chicken-again-antibiotic-resistance

Die Hälfte der Weltbevolkerung entsorgt den Scheiss auf oder mit ordentlichen Toiletten. Die andere Hälfte mit Latrinen, die sanitären Standards nicht genügen, von der Hälfte erledigt wiederum beinahe eine Milliarde ihre Bedürfnisse auf offenem Feld. Das stellt ein achtbares Problem dar, was die Gates Stiftung nötigte, einen Wettbewerb für neue Toilettensysteme zu veranstalten: Mechanical-Dry Bio-Combustion und High Pressure and Heat (benötigt Elektrizität) waren zwei der eingereichten Vorschläge. 

Gemäss Berichten der UNO sind im 2017 rund 69 Millionen Menschen zu Flucht aus ihrer Heimat gezwungen worden. Durch den Klimawandel wird es im 2050 voraussichtlich 143 Millionen Menschen sein (Schätzung der Weltbank). 258 Mio Menschen lebten im 2017 ausserhalb ihrer Heimat. Der weltweite Anteil an Migranten im Verhältnis zur Weltbevölkerung ist in den letzten 50 Jahren in etwa bei konstanten 3 % geblieben.  

Cari saluti F.

Don Fabio: Buenas Noches!

Jaha, das halt! Hast du über die Trinkwasserqualität in der Schweiz gelesen. Eine Schweizer Bekannte verkündete mir vor wenigen Wochen, sie trinke ob all dem Dreck, was darin sei, kein „Trinkwasser“ vom Wasserhahn mehr. Ich hielt das für gar übertrieben, aber jetzt…, wenn man doch weiss, dass einem zur allseitigen Beruhigung nur die Hälfte der Wahrheit zugemutet wird….!

Die Bauern wehren sich. Sie seien nicht alleine schuld. Womit sie auch recht haben. Aber intelligenter als ihre Süd-Amerikanischen Campesino-Kollegen sind sie halt auch nicht.
„Spritzen Sie dies!, Düngen Sie das! Füttern Sie dies, Füttern Sie das! Und sie werden den Ertrag sehen, die Investitionen werden sich gelohnt haben.“ In meiner Jugend kamen die Schweinemästereien auf, von da an ging’s bergab, beziehungsweise wurde das Fleisch ungeniessbar. Die Milch begann ob all dem Kraftfutter zu stinken, bis uns, Gott sei Dank die „mad cow“ überkam, was wiederum bewirkte, dass infizierte Schafe nicht mehr zu Futter verarbeitet werden durften. Und die Wissenschaft kündeten von ihrem Nichtwissen, indem sie über die Übertragbarkeit auf den Menschen rätselte, als ob es den „Veits Tanz“ nicht schon im Mittelalter gegeben hätte. Wie’s jetzt ist? Lasst uns raten! Sowieso, so schnell stirbt der Mensch nicht, nein, der Krebs rafft ihn langsam dahin. Solange nichts bewiesen ist, und das kann dauern. Die Bayer AG wehrt sich auch mit Händen und Füssen gegen die Erkenntnisse zu „Agent Orange“.

Ich hatte eine so schwere Erkältung, dass ich (ärztlich verschrieben) Antibiotika nehmen musste! Aber wenn er mir Kamillen- oder Lindblütentee verschrieben hätte, hätte ich an seinem Verstand gezweifelt.“ So oder ähnlich fühlen die Kunden des Gesundheitswesens, aber zum Glück gibt es ja Edith Graf-Litscher, die einen Leitfaden dazu erarbeitet hat, wie man, im Gegensatz zum Kamillen-Tee, die industrielle Kanadische Bergminze mit der Krankenkasse abrechnen kann. Wie es ihr wohl dieses Jahr mit dem Heu-Pfnüsel erging, der Frau Graf-Litscher? Hoffentlich hat sie daran gedacht, sich mit der Mischung ihres Zauberlehrlings wochenlang zu immunisieren!

Das Hantieren mit „wirksamen Kräutern“ ist etwas heikler. Die Katzenkralle, ich habe mich noch nie veranlasst gesehen, diese einzunehmen, kann zu Durchfall führen und die Wirkung von Blutverdünnern verstärken. Das hat sie jetzt wohl am im Rollstuhl sitzenden vollbracht, der wieder ohne zu Zittern längere Zeit aufrecht gehen könne. Ich habe seinem Mix neuerdings ebenfalls mit Ginko Biloba und Moringa angereichert. Und etwas, was ich nur dir gestehe: mit „amansa macho“, ein Kraut, dass zur Zähmung der Mannsbilder dienen soll. Der von der Gärtnerei wollte mir die Pflanze gar nicht erst verkaufen: „Kauf das nicht, es verhext die Männer!“ Es riecht aber wunderbar, so wie das polyvalente Kraut, das du mir aus Argentinien mitgebracht hast, in Richtung Rosmarin. In höherer Konzentration soll es den Menschen in einen Zustand der Willenlosigkeit versetzen. Ich glaube aber nicht, dass daraus k.o.-Tropfen hergestellt werden und werde es selber auch nicht versuchen. Wenn es den Rollstuhl-Patienten hingegen trotz eingetretener Besserung noch etwas milder stimmt, dann kann das für seine Genesung ja kein Schaden sein. Ginko und Moringa gibt es als Bäume mittlerweile auch auf der Finca Singapur, ich kaufe aber die Blätter der Bequemlichkeit halber getrocknet (und weil ich gar nicht wüsste, wo die unseren überhaupt stehen).

Heute habe ich beobachten können, wie ein Alacran (Skorpion) eine der (lästigen) Cucarachas erlegt. Mir scheint, dass er eher zufällig eine haschen beziehungsweise stechen kann, aber wenn, dann ist die hinüber, bevor sie überhaupt merkt, was passiert. Opfer ist auch Don Arturo geworden, der buchstäblich in ein Wespennest gestochen hat, in eines der „Bravos“. Die hätten ihn so übel hergerichtet, dass er habe weinen müssen. Das tat mir dann schon leid, auch weil er sich nicht mehr in der Verfassung war, Hilfe zu suchen. Aber es stimmt, die Stiche von Wespen klingen rasch ab. So schnell wie das Anti-Histamin gewirkt hätte, meinte er. Und weil ich überzeugt bin, dass diese Wespen unter anderem der Kaffee-Broca den Garaus machen, plädiere ich dafür, dass wir ihnen ein „Habitat“ herrichten, um künftig unangenehmen Überraschungen zu entgehen.

Ich war gestern wieder einmal in Buenaventura, weil es mich auf Fisch und Meeresfrüchte gelüstete. Ich nahm auch die Doña Claudia und ihren Chilenischen Schwiegersohn mit. Sie ist ja äusserst tüchtig, kann sehr gut kochen, weil: Es interessiert sie halt. Und er ist ebenfalls erfreulich wendig, hat einen Laden aufgemacht und ich glaube, dass er clever ist, Er redet unkolumbianisch wenig und macht dafür etwas. Dein Namensvetter in Buenaventura schenkte mir wieder einen Riesensack voll Schalen von der „Titti“-Garnele, woraus ich literweise Fonds extrahiere. Eine Heiden-Arbeit gibt das. Weil das schwarze Bohnen-Extrakt unter der Zugabe dieses Fonds so schmackhaft wurde, nehme ich den Aufwand aber gerne auf mich. Sowieso ich mich in der glücklichen Lage sehe, die Crevetten-Hüllen, die möglicherweise wertvoller sind als ihr Inhalt, überhaupt verarbeiten zu können. Da nach dem Rösten ausgekocht (slow cook), stinken die Abfälle nicht und lassen sich leicht kompostieren. Das ist das Schöne hier, sämtlicher organischer Abfall ist problemlos, was an Karkassen und Knochen übrig bleibt, fressen die Hunde mit Begeisterung.

Es scheint, als würde sich die Kunde vom Wohlgeschmack des Lammfleisch langsam verbreiten. Es wird jetzt „produziert“, was gegenüber dem Rind ein Fortschritt ist. Der Schafskäse ist vielleicht Geschmacksache, aber mit Sicherheit ebenfalls sehr wertvoll.

Du siehst, ein „Bisschen“ tut sich alleweil. Herzliche Grüsse

Markus

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