Der Dottore zu italienischen Politik

Ciao Direttore

Auf der gestrigen Rückreise habe ich mal wieder den Corriere della Sera (auf Papier) gelesen. Dabei fiel mir ein kleiner Hinweis zu einem Herrn M. Jergovic auf. Ein mir unbekannter Schriftsteller. Ich lege dir ein Interview bei, das in pointierter Art unter anderem zu Fragen der Identität oder der Paranoia Stellung nimmt.

Ansonsten war der Corriere wenig ergiebig. Leider scheinen die italienischen Tages-Zeitungen eine Art journalistische Telenovela zu pflegen, d.h. eine Berichterstattung oder Aktualisierung über neueste oder vergangene Skandale in der Regierung, den Parteien, den Executiven in Provinzen oder Gemeinden; aktuell den unerhörten Postenschacher im Consiglio Superiore della Magistratura. Nach der Lektüre weiss man nicht wirklich viel mehr, weil die Wahrheit im Gegensatz zu der additiven Flut an Informationen einen diskreteren, verschlossenen Charakter hat. Für jene, die nicht täglich Zeitung lesen, wird als Erinnerungsstütze bei den gröbsten Skandalen eine Art „Was bisher passiert ist“ (il caso) in wenigen Bildern und Sätzen angeboten. Richtig gut war dafür ein Interview mit einem der Vizedirektoren der EZB, ehemals spanischer Nationalbankvorsitzender, der aufgrund seiner Meriten im Umgang der Krisen (marode Banken und faule Kredite) in Spanien nach der Finanzkrise im 2009 nun seit einem Jahr in der EZB Vize ist. Spanien hat in den letzten 5 Jahren im Vergleich zu Italien in mancher Hinsicht eine wirtschaftliche bessere Entwicklung durchgemacht und vor allem der ominöse Spread ist um gut 180 Basispunkte tiefer als jener der Italien hat. Ein Schmach für die Italiener. Die Journalisten haben versucht, provozierende  Fragen zum Vergleich Italien zu Spanien zu stellen. Der Vize machte da nicht mit; doch zuweilen hat er den einen oder anderen subtilen Pfeil (nicht Hieb) beigemischt: wer verstehen will, wird es verstehen (a buon intenditore poche parole). Hämisch dargestellt war eine erste Zwischenbilanz der Umsetzungsmaschinerie des Reddito di Cittadinanza, insbesondere das derzeit kaum echte Kontrollen im Sinne des Gesetzes möglich seien und somit vieles auf Selbstdeklarationen („Ach, bin ich ein ehrlicher bedürftiger Bürger!“) beruht. Satirisch ausgeführt war der neuste Furz von Innenminister Salvini, die in Banksafes schlummernden Gelder (egal ob schwarz oder weiss) doch in den Wirtschaftskreislauf zurückzubringen, z.B. mit einer Spezialsteuer als Anreiz dies zu tun. Einer berichtete, dass unternehmerische Matrazenhersteller schon Spezialmodelle mit diskret integriertem Safe anbieten würden. Das Geld sei eben unter der Matratze vor dem staatlichen Zugriff am sichersten. Ein anderer führte aus, dass Salvini’s Idee ihn an ein fast vergessenes Banksafe erinnert hätte. Also ging er zur Bank zu schauen, was drin war. Er stellte fest, dass kein Geld, sondern verschiedene für ihn wichtige Erinnerungsstücke drin waren. Das veranlasst ihn zur Frage, wie – wenn überhaupt – denn Erinnerugstücke besteuert würden. Er schliesst mit der Bemerkung, dass er sich seine Erinnerungen nicht nehmen und schon gar nicht besteuern lassen wird!

Curry ist nicht gleich Curry. Mein Eindruck aus Sri Lanka, Indien oder Indoniesien ist, dass die lokal verfügbaren Kräuter und Gewürze zusammen mit der Expertise der Küche den Geschmack eines Curry (als Kräuter und Gewürzmischung!) ausmachen und da gibt es durchaus solche, die ohne Kurkuma auskommen. Wissenschaftlich erwiesen ist der hohe Anteil an freie Radikale der Kurkuma, von daher ist der regelmässige Konsum sehr empfehlenswert, gerade wenn man Broccoli nicht gern hat, die in dieser Hinsicht auch wertvoll wären. Die Frucht des Feigenkaktus (fico d’India) ist in Kalabiren im späten Sommer eine normale Nachspeise. Die Blätter sind mir noch nie zubereitet über den Weg gelaufen. 

Mit Smoothies, Müeslis und dergleichen kannst du mich jagen!

Aufgeschnappt, aber bisher keine nützlichen Details dazu gefunden, habe ich die Mutua Salsamentaria 1876 Bologna, eine Art Zunft der mit Salz eingelegten Charcuterien (Salami, Prosciutti, Mortadelle) und für deren Mitglieder, die in Schwierigkeiten geraten (daher „mutua“). Vielleicht weiss J.P. mehr dazu oder hatte er gar Gelegenheit in Bologna bei denen Kurse zu bekommen?

Sommerzeit ist auch Eiszeit. In Ascona ist die Gelateria des Vertrauens nicht mehr der Hit. In Zürich ist es auch nicht trivial gutes Eis zu finden. Muss ich jetzt Eis auch noch selber machen? Derzeit werden entsprechend Eismaschinen angeboten (mit und ohne Kompressor). Diese sind aber zumeist selten benützt und liegen nur herum. Stellst du pro Jahr mehr als 20x Eis her? Was würdest du empfehlen?

Buon inizio di settimana

Fabio    

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