Der Dottore zu Orchestern, Kaffee und mehr

Ciao Direttore

Vielleicht sollte ich zur Orchester-Frage keinen Senf dazu geben. Da bist du versierter. Intuitiv und von meiner Erfahrung würde ich aber sehr wohl behaupten, dass es „zweitrangige“ Orchester gibt. Das dürfte von der Einzelqualität der Musiker im Orchester, von der Chemie („Teamspirit?“, „Diversität?“) zwischen den Einzelmusikern, von der musikalischen, führungsmässigen und menschlichen Qualität des Dirigenten, der Chemie zwischen Orchester und Dirigent, die Ambition und die Ziele des Orchesters (und wieviel Fleiss und Mittel man bereit ist, da reinzustecken!) und von der  Fähigkeit sich mit anderen Spitzenorchestern zu messen, zu vergleichen und die richtigen Schlüssen daraus zu ziehen, abhängen. Herr Järvi ist neu in Zürich. Wenn ich das richtig verstanden habe, füllt er weiterhin parallel mehrere Dirigentenposten (Tokyo, Bremen, ein Sommerfestival in Lettland, etc) aus. Von einem kürzlich ausgestrahlten Portrait ist mir die Bemerkung in Erinnerung geblieben, dass er beim NHK eine sehr starke Ambition und Arbeitsbereitschaft gespürt habe, die beispielsweise für einen Mahler-Zyklus unumgänglich seien. Das hätte er bei  anderen Orchestern nicht gespürt. Also: Was oder wie viel lässt sich machen oder zumuten! Das erinnerte mich an einer Zeit in meiner früheren Firma, als wir beim Anpacken einer nächsten Phase potentielle VR/Business Angels sondiert haben. Einer davon, in meinen Augen ein sehr guter, machte sich auf geschickte Weise einen Eindruck über uns, vom Zustand der Firma und von unseren Ambitionen. Dann teilt er er uns schlussendlich auf sehr menschliche Art aber erschütternd deutlich mit, dass wir nicht bereit seien, er keinen Sinn in einer Zusammenarbeit mit uns sehe und er daher jemanden geeigneteren empfehlen könne. Reden und Tun: vor allem, was ist man wirklich bereit zu tun und passt das noch zu dem, was man überhaupt drauf hat?!

I scream, you scream, we all scream for ice cream? Wahrscheinlich hängt es vom Repertoire und der subjektiven musikalischen Empfindsamkeit, ob man etwas als „screaming ladies oder men“ abtut. Als ich beim Kollegen für die „Lautsprecherevaluation“ war, jagte er kurz über eine Anlage etwas mit Thomas Quasthoff (womöglich falsch geschrieben): da blieb nur der Eindruck „stimmgewaltig“ (wertungsneutral)!

„Ich kann doch nur Klassisch!“ Als ob das wenig wäre! Als ob es in der Klassik keine (adaptierten) uralten Volkslieder gäbe. Vor lauter Bäume den Wald nicht mehr sehen? Oder was würde von den „Ten Lies“ hier zutreffen: vagueness, glittering generality, willful ignorance, lie by omission, confabulation, deceptive hyperbole, obfuscation, blatant lie, gaslighting, paltering?

Die investigativen Reporter der RAI haben sich dem Thema Kaffee erneut angenommen. Nachdem sie die meist schlechte Qualität (wegen zweifelhafter Bohnenqualität,  zu stark geröstet und daher oft verbrannt-ranzig, weil die Maschine nicht regelmässig geputzt und gewartet wird, etc) angeprangert hatten, ging es ihnen diesmal um (Schwer)Metall-Rückstände im Kaffee. Dafür wurden in ausgewählten Bars von Profimaschinen Proben vom durchgelaufenem Wasser (ohne Kaffee im Filter) und mit Kaffee genommen, dito bei Kapsel-Haushaltmaschinen, dito bei der guten alten Mocca (aus Alu und aus Inox). Die Ergebnisse waren interessant! Die Labors haben jeweils z.B. Barium, Eisen, Alu, Arsen, Mangan, Blei-Werte und mehr entdeckt. Immerhin wenigstens stark unter den zulässigen Grenzen (ERFSA). Unabhängig, ob traditionell oder bio. Illy hatte z.B. bei Standardprodukten eher tiefe Werte, der bio-organische „Spezial-Lavazza“ oder ein anderer „bio“ eher erhöhte. Die Vermutung lautet: die Stoffe kommen von der Quelle (vom Boden) in die Bohne. Anschliessend wird dann zusätzlich bei der Extraktion: z.B. bei der Mocca aus Alu wird bei der Brühung ordentlich Alu mit gebrüht (besser sei, eine aus guten Inox zu benützen). Daselbe bei Kapseln, wo unter Druck und Hitze zweifelhafte Substanzen entstünden. Nochmal: alles sei weit unter den erlaubten Grenzen. Das haben die Vertreter von Nespresso, Lavazza, Illy, etc sehr betont. Peinlich war der Sprecher von Lavazza, der nicht erklären konnte, wieso der teure Organische-Bio schlechtere Werte als der normale L. hatte! Hahahahah

Buona giornata, cari saluti

F.

Spannend, Dottore: Dafür kriegst du hier eine Foto deiner Lieblinge:

Lula und Paco, permanente Eskorte von Prediger Pablito, der die Foto geschossen hat.
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