Mobiles

Auf der Verpackung des Galaxy Note, das mir mittlerweile ans Herz gewachsen ist, klebte ein ominöser Hinweis: Nur für Europa und den Balkan einschliesslich Albanien. Beim Einsetzen eines neuen Chips bei Tigo in Cali wollte das Ding letzteren partout nicht akzeptieren. Nachdem ich ja multi-handy oder smartphone unterwegs bin, wurde eben behelfsmässig der Swisscom-Chip eingesetzt und der von Tito in das Nokia von derselben. „Hay que abrir las bandas“, man müsse die Bänder öffnen. Ich nahm an, es handle sich um Frequenzbänder der Übertragung, allerdings weiss ich bis heute nicht, um was es bei der Bänder-Öffnung tatsächlich geht. Anscheinend handelt es sich um ein in Kolumbien bekanntes Problem, man verwies mich bei Tigo an einen Herrn Jimmy, der in der pasarela, einem Einkaufszentrum in Cali, im zweiten Stock Nr. soundso sein Büro habe. Ich nahm mir den Besuch bei Herrn Jimmy für einen der nächsten Ausflüge nach Cali vor, aber so weit kam es nicht, weil ich in Buga über einem Strassentresen die Affiche las: „Se abren bandas“. Aha, aus Europa (vermutlich tragen Auswanderer die Handies in Massen ins Land), das sei teurer. Fünfzig Stutz musste ich berappen und anschliessend funktionierte das Galaxy mit Kolumbienchip. Auf dem Gerät befand sich anschliessend eine Software namens „Region-Lock-Away“. Moral der Geschichte: Samsung möchte nicht, dass in einem Erdteil gekaufte Mobiles in einem anderen verwendet werden. Aber Tüftler hebeln diesen Willen aus, zum Glück.
Das „Wunder von Zürich“ will sich nicht wiederholen: Das Star-Gerummel des Herrn Pereira hat die Salzburger Festspiele in die Roten gebracht, jetzt wurde er von der Scala Milano entlassen, bevor er seinen Job überhaupt angetreten hat. Jechter! Irgendwie wurde Herr Pereira zum Opfer seines eigenen Systems.
Überaus enttäuscht muss man auch vom Ende des St.Galler Geothermie-Projekts Kenntnis nehmen. Bekanntermassen sind ja schon die Versuche von ewz beim Triemli in Zürich in die Hosen gegangen. Diese Technologie war für die Ablösung der Atomenergie fest eingerechnet. Der Stadtrat von Zürich will vom Stimmvolk die Erlaubnis für die Veräusserung der Atommeiler-Beteiligungen einholen. Von der UNO hingegen wurde vor Kurzem die Atomenergie als Ausweg aus der Klimakatastrophe gepriesen. Es steht also zu befürchten, dass uns der Atomstrom noch länger umzingeln wird, was heisst „uns“, in Kolumbien gibt es keinen. Zu befürchten steht aber, dass das EW der hurragrünen Stadt Zürich hässlich in die roten Zahlen schlittert. Das wird für den sich stromlinienförmig gebärdenden Stadtrat Türler mutmasslich unangenehm werden. Es steht zu befürchten, dass die Flaute auf dem Energiemarkt länger anhalten wird und die Einnahmen aus Strombörsen weiterhin bescheiden bleiben. Schwer lastet der aufgeblähte Personalapparat auf dem Portemonnaie, man wird um einen (spektakulären) Abbau nicht herumkommen. Steuerzahler und Stromkunden muss erklärt werden, dass der grüne Alleingang, die Vorreiterrolle, das Musterknabe-sein-wollen, Geld kostet. Als die Einnahmen der EW sprudelten, spielte das für Niemanden eine Rolle. Jetzt wird es anders. Und sobald es ans Portemonnaie geht, will jeweils keiner mehr grün sein. Das wird der Herr Türler noch schmerzhaft zu spüren bekamen.

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