Der Dottore zu den Aufständischen

Frohes Kaffeebohnen-Verlesen

Buongiorno Direttore,

Bei solchem caffé zum Tagesanfang muss es doch ein prächtiger buongiorno sein! Gut, dass J.P. hartnäckige Überzeugungsarbeit leistet und wertvolle Hinweise gibt. Die Natur verteilt die Talente selten gerecht. Das betrifft auch die Kaffepflanzen und deren Bohnen. Die Wichtigkeit der Selektion hat uns ja seinerzeit schon der „Barbudo“ eingeschärft. Als ich damals mit ihm durch den Cafetal schritt (er mag einiges wahrgenommen haben) meinte er, dass besonders die Pflanzen im Schatten beim Bachlauf prächtig seien, einzig die Blattameise sei im Auge zu behalten. Die Durchsicht der getrockneten Bohnen bestätigte seine Vermutung, dass nämlich die Bohnen von guter Qualität seien. Damals betrug der „Ausschuss“ (weniger gute Bohnen) rund 15 Prozent, so immer mich die Erinnerung nicht trügt. Im Januar war dieser Anteil wegen Broca Befall höher. Mich würde interessieren, ob J.P. unterschiedliche Gütegrade der Bohnen je nach Position der Pflanze im cafétal entweder „wissenschaftlich“ oder „sensorisch“ feststellen konnte. Ob jene im Schatten der hohen Bäume beim Bach, die langsamer reifen, tatsächlich viel besser sind. Dann wäre es empfehlenswert, diese als „Auslese“ zu verarbeiten. Hoffentlich führen Don Francisco und Don Arturo den „Repase“ für die Bekämpfung der Broca häufig durch. Wie sieht es mit dem Komposthaufen inzwischen aus?

Mit Motiven der“grünen Hölle“ bedruckte Kleidungsstücke scheinen hier Mode zu werden, zumindest nach den Schaufensterauslagen zu urteilen. Zu Clari’s Sicht zu den Anliegen der Ureinwohner erdreiste ich mich, einige vielleicht ketzerisch scheinende Gedanken anzufügen. Anregung dazu gibt mir ein zufälliges Durchblättern von Caparròs „El interior“, wobei anstelle des Gesuchten drei andere interessante Stellen fand. Dass zunächst zu klären wäre, wer überhaupt als Ureinwohner gelten darf. Wo setzt man da die historische Messlatte an? Möglicherweise ist das bei weitem nicht so eindeutig, wie allgemein suggeriert! Da es manche Ethnie mittlerweile nämlich gar nicht mehr gibt. Bei Trujillo im Norden Peru’s lässt sich das gut beobachten. Dort existierten schon vor den Incas verschiedene Stämme. Einige gingen unter, andere wurden von den Inca unterjocht, noch bevor die Conquista ihr „Unwesen“ trieb. 

Es stellt sich also die Frage, ob alles, was sich als Indio ausgibt, tatsächlich auch Indio ist. Oder ob dieser Deckmantel des „Indio-Sein“ dazu dient, sich zu verkleiden, zu verstecken und illegalen Aktivitäten nachzugehen. Wegen der Vertreibungen und den durch den schwachen Staatsapparat fehlenden zuverlässigen Register lässt sich das kaum eruieren. Ich erinnere mich schemenhaft an eine „Scorecard“ einer Universität per Ende 2018 zum „Proceso de Paz“, wo der Indikator „Landrückgabe oder Kompensation für Landenteignung“ ganz schlecht steht. Wahrscheinlich weil sowohl der Wille als auch die Grundlagen zur Beurteilung fehlen. In touristischen Hot-Spots wimmelt es nur so von verkleideten Indios und angeblichen Indio-Ständen oder Läden: was ist davon „echt“? 🙂  

Was hälst du von Folgendem? „Donde hay caña – en toda America Latina – hay violencia. Ya el ecto mismo de cortar la caña es muy violento, doce horas con el machete cortando y cortando, y los tipos acostumbrados a que todo lo hacen a machete. ….Aparecen dos elementos: delitos y violencia. Tipos que todo lo hacen a machetazo limpio. Y que tienen siete meses por año sin trabajo, sin nada que hacer: que hacen changas, pequenos robos, cuatrerismo… Desde un comienzo los ingenieros presionaron para prohibir a los campesinos plantar cualquier cosa que no fuera caña: eso crea un hombre que no sabe hacer otra cosa y que cae facil en es sistema de delitos y violencia.” (M. Caparròs, El Interior, S.325).

–> Wo es Zuckerrohr gibt, gibt es Gewalt. Schon das Schneiden des Zuckerrohrs ist gewalttätig, zwölf Stunden mit der Machete schneiden und schneiden, und diese Typen sind daran gewöhnt, alles mit der Machete zu schneiden. Daraus werden Verbrechen und Gewalt. Typen, die alles mit einem Macheten-Streich erledigen. Sieben Monate im Jahr ohne Arbeit, nichts zu Tun: sie machen changa (Droge zum Rauchen), kleine Diebstähle und rauben Vieh. Von Anbeginn wurde Druck ausgeübt, dass die Campesinos nichts anderes als Zuckerrohr anbauen. Daraus werden Männer, die nichts anderes kennen und dem System des Verbrechens und der Gewalt verfallen. (M. Caparròs, El Interior, S.325).

Es ist unfair, alle in einen Topf zu werfen. Bestimmt gibt es vereinzelt „gute“ Indios. Das können beispielsweise die Indios um Silvia sein. Im berüchtigten Hinterland von Corinto gibt es kämpferisch auftretende Indio-Gemeinschaften. Ich stiess auf eine Webseite dieser Gemeinschaften, die diesbezüglich keinerlei Zweifel aufkommen lässt. Ein vollständiges Organigramm mit Strukturen und Führungspersonen ist angegeben. Da wäre es schon interessant, in aufrichtiger Weise den Kontakt zu suchen, um die Geschichten, „Wahrheiten“, Pläne und Hoffnungen aus erster Hand zu vernehmen. Aber ich weiss, dass das aufgrund des Erlebten viel zu gefährlich ist, ganz abgesehen davon, dass diese Gemeinschaften sich aus welchen Gründen immer verweigern können. Hat die Clari dort direkte Kontakte?  

Insofern sollte man sich von Worten nicht allzu leicht „suggestionieren“ lassen. Was haben wir nicht schon alles gehört! „Ich bin ein Elektriker, ein Spezialist für Dächer, ein Tischler, ein Telekommunikationsspezialist, ein Software-Experte, ein Schwimmbad-Profi, ein Veterinär, ich habe Indio Freunde, etc etc. Nur ein ausgebildeter Astronaut ist uns noch nicht über den Weg gelaufen. 🙂

Es ist schwierig, sich eine Meinung zu bilden. Das wird seinen Grund haben. Eine Blackbox oder die grüne Hölle. Dark Rooms, in denen Gruppen gegen gutes Geld in suggestiv aufbereitet thematisierte Räume eingesperrt werden. Aus diesen schummrig beleuchteten Räumen muss anhand von Indizien schnellstmöglich der Ausweg aus einem vermeintlichen Labyrinth gefunden werden. Das ist hier im Aufwind, im Tessin soll es schon deren vier geben. Je weniger Indizien eine auswegsuchende Gruppe zusätzlich „kaufen“ muss, desto heldenhafter ist sie. Was sagt uns dieses Bedürfnis nach Dark Rooms?

A presto

F.

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Prompte Antwort von Tscheff in Schwyzerdütsch

Nei,nei, aber ich mag schier nümme na mit läse, es wird soviel produziert. Vieles hochtrabend, interessant aber mängisch au z’höch für mich, anders wiederum eher banal. E spannendi Mixtur, so wie de Kafi vermuetlich. Jetzt mueni zersch go nahschlah, was Helikopter-Eltere sind, bevor ich Dir de Chopf chan abewäsche. Das mit Airbnb isch idder ohrnig, ich dänke aber, dass bald wieder dermit ufhöre wirsch. Du bruuchsch Publikum, wo’s wert isch dassmer sich ihne ahnimmt. Wännd möchtisch, dann machemer scho e verlinkig und en Google Business ihtrag. Mir sind im Momänt mit allerhand Umbaute beschäftiged. S’Bad hämmer scho bald fertig gmacht und d’Chuchi folgt no. Es choscht es Heidegäld und isch echli müehsam zum Organisiere. D’Handwerker sind es Thema für sich, aber nach mine Ungarnerfahrige nüüt nois. Nur de Priis wommer derfür zahlt isches. D’Goofe schlepped sich vo einere Prüefig zur andere und uf em Sven sim Computerhintergrundbild isch immerno e Bilderserie vo Kolumbie z’gseh. Es isch würklich geilo gsi, es isch schad, dass mer sich im Läbe öfters sälber im Wäg staht. Aber beklage wotti mi ned. Mir händs ja rächt und sind gsund. Ich versueche mir dänn emal ziit zneh zum en Biitrag zleischte uf dim Blog aber grad so spontan channi nüüt sehr geischtriichs us de Finger suuge! 🙂 Es sisch scho spaht und ich muen is Kischtli go ligge. Alles Gueti und en Gruess em Schampi, soferner no dete isch!

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Brief an Tscheff über einen Eintrag in Google

Hoi Don Roger

Lang ist es noch nicht her, dass wir nach San Agustin fuhren und es wäre einem damals nicht in den Sinn gekommen, dass die ganze Strecke von Santander de Quilichao aufwärts wegen Unruhen unbefahrbar sein könnte. Unruhig scheint auch die Provinz Huila zu sein, sodass San Agustin im Moment zum Leidwesen des J.P. unerreichbar ist. Zu Zeiten deiner Visite war das Personal der Finca noch nicht ganz soweit, der Kaffee noch keine Errungenschaft, auch dem Essen ging das Exemplarische noch ab. Mittlerweile hat sich das geändert, mit der Anwesenheit des J.P. ging geradezu ein Ruck durch die Reihen. Man wünscht sich nun Gäste, wir haben die Singapur fürs Erste bei Airbnb eingetragen.

Nachstehend nochmals Bilder einer Catación (Degustation)

Ich weiss nicht, ob dir bewusst ist, dass vor ein paar Jahrzehnten die ganze Gegend am Calima mit Kaffeepflanzungen überzogen war. Der einseitige Anbau brachte Plagen mit sich, der Stausee Tourismus. Die Fincas wurden den Städtern verkauft und diese liessen, wo es sich anbot, Rindviecher auf die entstandenen Brachen schicken. „Pour avoir le beurre et l’argent du beurre“ oder halt für „dä Füfer und s’Weggli“. Dort, wo die Wasserquellen auch während der Trockenperiode nicht versiegen, kann das funktionieren, aber es ist eben doch eine aktivere Bewirtschaftung notwendig, als sie sich manch Hobby-Milchbauer vorstellt. Für die Böden sind die Kuhweiden mit Sicherheit kein Segen. Dem Hunger nach Fleisch kommt diese Neunutzung dagegen sehr entgegen. So wie Agrarland gibt es ja auch Schweine, die das Trinkwasser versauen, im Überfluss, entsprechend günstig ist das Fleisch.

Im Bezug auf den Klimawandel und für den Wasserhaushalt ist diese Entwicklung fatal. Als ich damals, als exotische Option sozusagen, Kaffee anpflanzen liess, war mit nicht bewusst, damit gar „Pflöcke“ einzurammen. Es gibt „Indikatoren“ oder Hinweise darauf, dass ein aus einer variantenreichen Umgebung stammender Kaffee intensiveren Geschmack entwickelt als derjenige aus Monokultur, bei der auf den Einsatz von Pestiziden und Kunstdünger nicht verzichtet werden kann. Der Kaffeehain lässt im Verein mit den vielen Zitrusfrüchten, der Vielzahl an Zierpflanzen und der Gemüsepflanzung aus der Finca Singapur eines jener Paradiese wieder aufleben, was die Kolumbianischen Fincas in grauer Vorzeit einst waren.

Das man von dem nicht allein wenn allein als Einzelkampffamilie nicht leben kann, das wissen wir. Am allerwenigstens vom Kaffee, wenn sich die besondere Mühe nicht auszahlt und er im „mediocre superior“ untergeht. In Sachen Kaffee habe ich seit der Ankunft des J.P. eine Zeitreise mitgemacht, ein für mich eher unangenehmer Lernprozess, ein Kampf gegen den Aberwillen gegen das Lernen. Dafür weiss ich jetzt, dass es auf dem Rest der Welt Interessenten gibt, die sich für den Direkt-Kontakt mit dem Kaffeebauer stark machen (und Geld damit verdienen können).

Stell dir vor: Die automatische Kaffeemaschine, für mich seit Jahrzehnten eine Reliquie auf dem Altar der Lebensnotwendigkeiten, ist sozusagen fast zum Sinnbild für Banause herabgekommen. Tiefer im Ansehen steht nur noch der Nutzer von Kaffeekapseln. Wie schwierig es doch ist, die Würde zu halten. Ich weiss nicht, ob du dich an meine wechselvolle Vergangenheit mit dem Kaffee im Büro erinnern kannst. Zuerst die Filtermaschine an der Breitingerstrasse, wo ich mit Don Walter residierte, dann eine Art von Schleuder in jener Ecke am Mythenquai, die eigentlich dem Herrn Generaldirektor hätte dienen sollen und von der Esther liebevoll reinlich gehalten wurde. Später erklärte ich den Kaffeeautomaten zum Menschenrecht am Arbeitsplatz und niemand hat mir zu widersprechen gewagt. Auch auf der Singapur gibt es auch einen Automaten, dessen Elektronik schon zum zweiten Mal der schlechten Stromversorgung zum Opfer gefallen ist.

Kaffee ist aber mehr, es ist eine ganze Welt. Ich denke, dass ich kann mich weiterhin nützlich halten kann. Das muss man heute, wie es scheint, bis ins hohe Alter. Der langen Rede kurzer Sinn ist, dass Gäste, die die den Saum der Welt des Kaffees kennenlernen wollen, auf der Finca Singapur jetzt willkommen sind. Ich habe das auf Airbnb publiziert. Rudimentär habe ich dazu auch eine „Aktivität“ kreiert und stelle fest, dass man die Einnahmen der Wohlfahrt zukommen lassen könnte. Aber mit der Wohlfahrt ist es, wie du auch weisst, so eine Sache. Da habe ich meinen Ideen, muss das aber zuerst noch etablieren. Aber diesen Blog könnten wir so oder so mit Airbnb linken, oder? Und einen Eintrag in Google Maps?

Die Tochter einer „Lernenden“, die ihren Ehemann sozusagen „im Herrn“ kennenlernte und mit diesem in ferne Lande emigrierte, kehrt heute erledigt wieder zurück. Sebastian holt die beiden am Flughafen ab, weil ich wie man weiss ein guter Mensch bin. Oder etwa doch nicht? „Aha, eine Fromme!“ meinte ENSAT-Alvaro vom Mutti. Wieso er das wisse? Wegen der bodenlangen Jupes, die sie trage, was Keuschheit ausdrücke. Mit einem „ach so“ dämmerte mir das Warum dieser umständlichen, fast bis zum Boden reichenden Faldas. Mich fasziniert dagegen die Kunstfertigkeit, mit der sie mit dieser wenig geeigneten Montur und trotz üppiger Figur aufs Motorrad steigt.

Was der Tochter und ihrem gläubigen Ehegatten in fernen Landen widerfahren ist, weiss ich nicht genau. Die Mutter konnte ich insofern trösten, dass halt auch bei den Gottgefälligen nicht immer alles zum Besten stehe. Ich verstehe, wie du richtig sagst, nichts von Kindern, wahrscheinlich haben sie mir gerade aus dem Grunde nie gefehlt. Aber was mit immer noch wichtig erschiene, wären segensreich Rückzugsmöglichkeiten für Kinder in einer Gemeinschaft. Laut einer wissenschaftlichen Erhebung, soweit immer man diesen trauen sollte, sind Helikopter-Eltern, wie du und deine Gattin es seid, die besten Eltern. Mich erstaunt jetzt, dass ich fast ausschliesslich Helikopter-Eltern zu meinen Bekannten zähle. Aber den Wenigsten bietet sich Gelegenheit, Helikopter-Eltern zu sein. Trotz meinem eingestandenen Unverständnis bin ich überzeugt davon, dass sich die Zukunft meiner neuen Landsleute auf dem Land in einer wie auch immer gearteten Gemeinschaft auf dem Lande abspielen muss. Weil Grossstädte für gemeinschaftsorientierte Ethnien wie Indios und Negritos und die vielen hiesigen Mischformen kein geeignetes Lebensumfeld sind. Ich propagiere das nicht nur, weil das sehr gut in mein Bild einer besseren Welt passt. Man müsste allgemein Interesse an einer solchen Entwicklung haben. Das Leben hier ist sowieso einfacher, man braucht keine Heizung, keine Isolation und Platz gibt es genug. Die Finca Singapur muss sich daher zum Beispiel mausern.

In Erwartung einer saufrechen Antwort grüsse ich die herzlich

Markus

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Der Dottore zu Gesundheit und mehr

Ciao Direttore

Ich kenne mich da nicht aus. Konnten sich Stravinsky und Prokofiev anders als Shostakovich nicht rechtzeitig absetzen? Gut möglich, dass Barnes die Geschichte für seine Zwecke abgewandelt hat. Im Roman fällt Schostakovich anlässlich einer Aufführung, bei der Stalin anwesend ist, wegen dem unerhörten Lärm (der Zeit) in Ungnade. Nur dank einflussreicher Freunde wird er nicht „eliminiert“. Doch er muss jederzeit damit rechnen. Dadurch, dass sein Hauptwerk daraufhin in der Pravda verrissen wurde, wurden alle seine Werke nicht mehr gespielt. Niemand traute sich. Da wird es schwierig als Künstler. Und im Ausland hatten einzelne Werke viele Aufführungen. Ausgehungert: künstlerisch und physisch, er und seine Familie. Er muss sich den Regime-Anforderungen beugen. Oder Wege finden zu tun als ob (auch ein Geniestreich!), da die Zensur oft nicht viel versteht. Ich fand bei der Lektüre Parallelitäten zu „El hombre que amaba a los perros“ von Padura. Dies natürlich ein aufgeblasener Sprach-Schinken, aber von der historischen Rekonstruktion interessant. Da geht es um die verschiedenen Stufen der Flucht, der Isolation, des Exils bis hin zur Ermordung von Trotzky seitens Stalins und seiner Schergen.

Fredy erzählte mir, dass er einen (neuen) Arnes, die Angurtweste für die Arbeit in der Höhe, benötigte, weil seiner entweder nicht mehr erlaubt oder kaputt war. Die Erneuerung der Lizenz (hat ihren Preis!) ginge nur mit Vorweisen der Angurtweste und des zugehörigen Sicherheitsmaterials. In Cali könne man ohne diese Voraussetzungen viele Arbeiten nicht mehr machen. Bzw. dass wenn diese erfüllt, auch etwas besser bezahlt wird. Er stellte sich vermutlich vor, deine Arnes würde nur herumliegen und könnten günstig übernommen werden.

Der National Geographic von 1/2019 bringt ein „Special Issue“ über die Zukunft der Medizin. Ein gut recherchierter und lesenswerter tour d’horizon! Beispielsweise zur alternativen Medizin: der Umsatz von „herbal supplements“ hat 2017 in den USA acht Milliarden Dollar erreicht, ein plus von 68 % gegenüber 2008. Die „herbal prescriptions“ sind in der traditionellen chinesischen Medizin teilweise Jahrtausend(e) alt, aber nicht immer gut dokumentiert. Die mündliche Weitergabe der Erkenntnisse über Generationen kann zu Irrtümern führen (das trügerische Gedächtnis), die über die Zeit immer schwerer wiegen. Im Bericht eines deutschen Pharmakologen, der in La Paz Stände mit traditionellen Páramo-Kräutern aufsuchte, wird festgestellt, dass äusserlich zum Verwechseln ähnliche, aber in der Wirkung stark unterschiedliche Kräuter als ein und dasselbe verkauft wurden!  

„It’s not the fat – it’s where it’s at“ zeigt mehrere MRI-Scans mit unterschiedlicher Fett-Verteilung (Viszeral – Muskel – Leber) und deren wahrscheinliche Auswirkung auf Krankheitsbilder. Die rasch wachsenden Datensammlungen über Individuen soll bei Ähnlichkeit im „Settings“ auch bei anderen helfen („Personalisierung der Medizin“). Bei aller Euphorie bestehen einige statistische Schiefen und Klippen. 

Karneval ist vorbei und prompt wird man mit Berichten zum Fasten überhäuft. „Limit your eating to when the sun shines – a window of about 12 hours or better yet, fewer“: das Mittagessen und das tägliche Intervallfasten wird aufgewertet (beispielsweise Frühstück und Mittagessen auf maximal 8 Stunden verteilt, dann sechzehn Stunden nichts mehr). Hingegen zeigen Langzeitstudien, dass mehrere kleine Mahzeiten („Snacking“) über den Tag verteilt nichts bringen. Sogar die bisher ach so grosse Bedeutung des Frühstück wird neuerdings relativiert.      

Aufgeschnappt aber dann nicht im Detail gefunden, habe ich ein Gastrosuisse Bericht wonach letztes Jahr 668 Beizen eingegangen sind und es in der Schweiz eine durchschnittliche jährliche Ausgabe pro Kopf von CHF 3’300 für Restaurantessen gibt. Letztere Zahl mag zuerst aufhorchen lassen. Doch wie fliessen all die Mittagessen der arbeitenden Pendler hier ein? Jährliche Mittagessen auswärts à 15 Fr wären bei 220 Tagen schon 3’300 Fr…

Im aktuellen Aktionärsbrief der „Swiss Re“ schreibt der CEO unter anderem: „Meines Erachtens hat die Rück-/Versicherungsbranche in den letzten zwei Jahren insgesamt einen guten Job gemacht und Schadenforderungen rasch beglichen, damit betroffene Menschen nach tragischen Ereignissen wieder auf die Beine kommen und etwas Neues aufbauen können. Auch nach Man-made-Schäden, wie der Überschwemmung infolge des Ituango-Staudammbruchs in Kolumbien haben wir Menschen und Unternehmen im Laufe des Jahres 2018 unterstützt.“

Weniger suggestive Information: In Zürich blühen die Magnolien noch nicht so richtig. Es besteht also ein Vegetationsunterschied von gut zwei Wochen zum Süden. Beim Marnin in Ascona habe ich wunderbare cannoncini gefunden: Blätterteig und crema pasticciera, hervorragend. Ich erdreistete mich zu fragen, ob noch echte Vanille dafür verwendet werde. Die Verkäuferin schaute mich mit grossen Augen an. Sie war sprachlos: für mich unklar, ob sie die Frage nicht verstanden hatte oder ob der Frechheit nicht beantworten wollte. Da klopfte mir jemand auf die Schulter und liess etwas Abschätziges verlauten. Luca, ein Schulkamerad von der Grundschule, dessen Vater jahrzehntelang eine gute Metzgerei führte, die er vor rund zehn Jahren verpachtet hat (aber immer noch etwas mitarbeiten durfte). Luca arbeitet in der Gemeinde. Er erzählte, dass die Metzgerei im Mai schliessen werde. Der Pächter wolle den erforderlichen Investitionsbedarf nicht tragen, der sich vermutlich aus den neusten Berset-Wälzern ergibt (ich las mal etwas von einer neuen Metzgerei Vollzugsverordnung von über 1’500 Seiten!). Ist doch schade! Wir stritten uns dann um die verbleibenden cannoncini, haha. Wunderbar waren auch die Tortelli di San Giuseppe (gefüllte Windbeutel) al zabaione von Pinotti. Schon mal selbst gemacht? Könnte ein Challenge für Deiby sein!

Ein guter Freund empfahl „Ginn & Ginnie“: kennst du das schon?

Guten Start in die Woche, ciao

F. 

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Brief an den Dottore mit der Geschichte vom Parfüm

Ciao Dottore

Als ich letztes Mal in die Schweiz reiste, musste ich in Bogotá feststellen, dass mein eigener Poncho, den ich im Flugzeug über mich zu werfen gedachte, mir widerlich in die Nase stach. Es war dieser miefige Geruch, den Kleiderstücke entwickeln, wenn sie zu lange im feucht-tropischen Kleiderschrank lagern und nicht ausgelüftet sind. Ich empfand dies sowohl als Zumutung meiner selbst als auch der Umgebung im Flugzeug und beschloss, mir im Duty Free ein Duftwasser zu kaufen und den Mief mit diesem zu übertünchen. „Million“ von Paco Rabanne sei „in“, verkündete man mir dort. So etwas, wo der Flacon weit teurer ist als der Inhalt, aber als Landei hätte ich sowieso nichts besseres gewusst. Unwichtig! Vor kurzem hast du mich über den Verkauf von Parfüm-Imitationen in Spanien aufgeklärt, deren hundertprozentige Identität im Falle einer Urheberrechtsklage als zufällige Ähnlichkeit dargestellt wird. Dass diese Düfte ansonsten samt und sonders von Givaudan, Firmenich etc. stammen, wusste ich schon, jedoch nicht, dass sie so leicht zu kopieren sind. Ich finde das spannend, in Kolumbien werden diese Riechwasser zur Vermeidung rechtlicher Schwierigkeiten als „Inspirationen“ verkauft.

Reinen Alkohol gibt es in einer der „Chemischen“ in Buga zu kaufen, ich brauche den, wie man weiss, gleich literweise zum Einlegen von Heil-Kräutern und anderem. Vor Weihnachten wollte Emilse auch „Varsol“ haben, ein stinkiges Lösungsmittel, das sie für die Reinigung der gewachsten Terrasse benötigt. Er habe eine Alternative, meinte der Verkäufer in der Chemischen. An dieser riechend stellte ich fest, dass es nach dem Richtigen stank. Ich könne etwas Duftstoff zugeben, dann verbreite das nachher tagelang Wohlgeruch, während sich der Gestank nach Petrol rasch verflüchtige. In Weihnachtsstimmung liess ich mich zum Kauf einer Flüssigkeit hinreissen, die der Herr in der Chemischen aus einem Kanister in einen Zwei-Deziliter-Behälter füllte, für den ich in etwa einen Franken fünfzig zu berappen hatte. Auf dem Kanister stand „Lacoste“ und das Zeug roch tatsächlich nobel. Ob er noch Vergleichbares hätte, fragte ich neugierig den Bediensteten, der keine Ahnung von dem hat, was er an seiner „Tankstelle“ ausschenkt. Er schleppte einen weiteren Kanister herbei, der mit „Millon“ bezeichnet war. Davon liess ich ebenfalls ein Behältnis abfüllen und suchte zu Hause angekommen in den Tiefen des Badezimmerschranks nach „Millon“ Original. Schwer zu unterscheiden. Emilse war von den Wohlgerüchen so hingerissen, dass sie vorschlug, wir könnten doch die Weihnachtspräsente um ein Fläschchen mit „Loción“ erweitern, wo ich doch ohnehin Pflegeemulsionen mit Aloe Vera in Arbeit habe. Da die „Original-Kopien“ dieser Duftwasser sehr heftig riechen, schien mir das eine gute Idee. Zusammen mit dem Aloe Vera-Zauber wurde das ein Renner.

Und es begab sich, dass der Chef der Polizei in Begleitung zwei weiterer Polizisten zum all-weihnachtlichen Besuch auf der Finca Singapur eintraf, der zum Ziel hat, Beiträge für das Polizei-Fest für Kinder einzusammeln. Mir geht diese Wohlfahrt a la Colombiana auf Kosten Dritter immer leicht auf den Geist, und so hatte ich grad keinen Peso im Haus. Dafür schenkte ich den Polizisten je ein Flacon „Loción“. Was sie mit damit sollten, fragten die Herren, griesgrämig die Fläschchen beriechend. „Ihr könnt es Euch an den Arsch oder sonst wohin streichen!“ rief ich, ordinär und laut über meinen eigenen Witz lachend. Die Polizisten, nicht der Hellsten welche, spekulierten nun beifällig, ob sich die „Loción“ nicht für die traute Zweisamkeit im Stundenhotel des Armando eigne. So schied man denn im Frieden, weitere Besuche sind seither ausgeblieben.

Mit dem „Fortuner-Traktor“ werde ich nach meinem Empfinden etwas gar häufig von der Polizei angehalten und untersucht. Wie du dich erinnern kannst, nahm man uns doch vor kurzem sogar die Polsterung auseinander. Es liege am Auto, sagt man mir. Das ist auch darum ärgerlich, als diesen feigen Typen ja auch sonst äusserst selten ein „Coup“ gelingt. Auch am Kontrollpunkt Puente Tierra liebt man es, mich aufzuhalten, weil man meinen Grind hinter den getönten Scheiben nicht erkennt. Letztmals war das letzten Samstag im Verein mit J.P. und Sebastian der Fall, der offenbar auf unangenehme Situation mit mir abonniert ist. Ob er die Loción verwendet habe, fragte ich den wiederkannten Schmierstreifen boshaft. Er habe noch keine Gelegenheit gehabt, antwortete der peinlich berührt und liess uns weiterfahren.

Am Samstag war die Clari zu Visite, sie teilt meine Sicht der Dinge im Cauca nicht, die Ureinwohner kämpften um ihre Rechte, du hast mich in Tierradentro auch auf die imposanten Grossgrundbesitze aufmerksam gemacht. Also handelt es sich weniger um Zona roja als um Streik, vor dem anscheinend Popayán in die Knie zu gehen beginnt. Indem anscheinend dort das Benzin knapp wird und die Kartoffeln, weil ein Erdrutsch die Verbindung nach Pasto ebenfalls kappte, dreimal mehr kosten als normal (was immer noch wenig ist). Mit anderen Worten mich die törichten Knaben kaum gefangen genommen oder ausgeraubt hätten. Viktörli Traktörli, der wieder mit mir anbiedern will, erzählte mir, dass um nach Popayán zu gelangen, man die Reise man über morastige Feldwege zurückgelegen müsse. Auf die Thermalbäder von „Aguas Tibias“, die einem Caleño gehören und die er hergerichtet hat, hätten die Indigenen wie mir mitgeteilt, ja auch Lust.

Du glaubst es nicht, Dottore, mit dem Kaffee bin ich mittlerweile dank J.P. im reinen. Wenn man es richtig anstellt mit Verlesen und Rösten, dann gehört der Singapur-Kaffee schon jetzt mit zur Elite. Zumindest so, wie er mir eben von J.P. dargeboten wird. Gerade auch der Cappuccino mit frischer Milch von der Finca Ganadera des Sebastian ist eine Offenbarung. Nur im Vergleich und wenn diese geschäumt ist macht man sich einen Begriff über den widerwärtigen Geschmack der uperisierten Milch.

Bald mehr und liebe Grüsse

Markus

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Antwort an die Cousine zu den Erlebnissen der besonderen Art

Liebe Elsbeth

Wenigstens „unter der Hand“ hat der Dottore nicht völlig zu Unrecht kommentiert, dass sooo minutiös vorbereitet die Reise nach Huila nicht gewesen sein könne, wo wir doch über die Zu- und Umstände im Cauca zumindest dem Vernehmen nach gehört hatten. Aber eben, es trifft doch sonst immer die andern! Mulmig? Da hat man fast keine Zeit dazu. Es ist der Wettbewerb des Zwinkerns. Wer zuerst zwinkert, hat verloren. Da den Indio-Lümmeln die letzte Konsequenz fehlt, behielten wir die Oberhand, den Willen zeigend, nötigenfalls jemanden umzufahren. Auf der Zweispurigen von Mediacanoa hinauf zur Singapur wollte mich vor einiger Zeit ein mehr oder weniger Irrer anhalten, indem er sein Motorrad quer auf die Fahrbahn stellte. Für derlei fährt unsereiner Traktor. Der zog sein Rad rassig weg, als sich unsere Blicke verkeilten. Was ihn wiederum in Konflikt mit einem mit letzter Kraft bergauf keuchenden Bus brachte. Im Rückspiegel konnte ich mit Befriedigung beobachten, wie der über die unnötige Entschleunigung verärgerte Busfahrer aus dem Fahrzeug sprang und unter Mithilfe von Passagieren den Störenfried verprügelte. Das nenne ich doch Zivilcourage, die abschreckend wirkt. In der Provinz Cauca ist Anteil reinrassiger Indios besonders hoch. Auch der Glaube an Wunder scheint noch weiter verbreitet als anders wo. Mit einer Art apeasement, Autonomien und anderen Zückerchen, wird an Stelle wirkungsvoller Weiterbildung versucht, diese Bevölkerungsgruppe zufrieden zu stellen. Das ergibt natürlich keine Entwicklung, sondern stärkt den Glauben ans „real-magische“ oder an den Staat, der Milch und Honig ohne eigenes Zutun fliessen lassen soll. Im Verein mit der inkonsequenten Haltung von Armee und Polizei ergibt das eben diese fatale Entwicklung.

J.P. bleibt mehr oder weniger bis Ende Monat. Ich nehme an, dass er im Rahmen seiner neuen Tätigkeit immer wieder einmal zurückkehren wird. Nichts Genaues weiss man ja nie. Meine „Sensibilisierung“ für den Kaffee war und ist schön anstrengend, schon allein meines Widerstrebens wegen. Aber im Grunde genommen sind das alles Kleinigkeiten. Die Finca Singapur liegt auf der Darién Calima gegenüberliegenden Seeseite, mit anderen Worten weit weg von Venezuela. Martas Verwandte, bei denen wir häufig zu Besuch weilten, wohnen in Cucutá und somit an der Grenze und spüren den Konflikt hautnah. Von den täglich im Tal über die Strassen ziehenden Flüchtlinge habe ich schon berichtet.

Der Dottore ist ein St.Gallen – Gschtudierter, dank Deutscher Mutter, das darf man wohl sagen, ist er multilingue vom Allerfeinsten. Für unsereins eine Herausforderung, weil man fast täglich auf dem Prüfstand steht. Insofern erleichtert es mich fast, dass er oder der Herr Barnes dem Schostakowitsch möglicherweise Unrecht tun. In der Stalin-Zeit aus der Sowjet-Union herauszukommen, war für einen Komponisten wohl unmöglich. Ich will jetzt nichts behaupten, aber ich glaube, es war unter Chrustschow, dass Karajan in Moskau mit dem Philharmonischen Orchester Berlin als erstem ausländischen Orchester nach dem Krieg mit einer Schostakowitsch – Sinfonie dort gastierte und dies nach meiner Erinnerung als einen der emotionalsten Momente seines Lebens bezeichnete. Was etwas heissen will. Mit dem Auswandern hatten wir es einfacher, man geht im Wissen, dass man zurückkehren könnte. Schostakowitsch emigrierte innerlich, wenn die Komposition einer Stalin-gefälligen lärmigen Sinfonie der Feigheit bedingt war, gehört sie trotzdem zu den Werken eines Komponisten, der durch innere und äussere Bedrängnis gross wurde. In dem Sinn will ich behaupten, dass mich die menschlich bedingte Beklemmung in Kolumbien ebenfalls mehr inspiriert als nur gerade die überwältigende Schönheit seiner Landschaft.

Der Dottore drückt wie du siehst auf alle Knöpfe! Ich weiss nicht, ob du dich an die Schreck-Mümpfeli vom Schweizer Radio erinnern kannst. Davon gab es zu Anfangszeiten der Radio-Stereophonie eines, das mit der Psalmen-Sinfonie von Stravinsky unterlegt war. Es handelte von einem Paar, das sich auf dem Friedhof von Murano verirrte und dort übernachten musste, weil es das letzte Schiff zurück nach Venedig verpasste. Ich hatte ob der unheimlichen Lobgesänge auf dem nächtlichen Friedhof, die ich mit Kopfhörer auf einem damals noch nicht vorsintflutlichen Henkelmann lauschte, das Böcklin Bild von der Toten-Insel im Kopf .

Gestern war Negro-Fredy auf Kurzvisite, Drogen-verladen eine Lügen-Orgie anstimmend. Er versuchte, mir einen „Arnes“ von ENSAT abzuluchsen, was mich wollüstig in die Lügen-Orgie einstimmen liess, in dem ich behauptete, es sei alles not-verkauft worden. Er stutzte einen Moment, aber seine benebelten Sinne waren nicht mehr in der Lage, die Wahrscheinlichkeit meiner Behauptung in Frage zu stellen. Und weil es offensichtlich nichts zu holen gab, verabschiedete er sich rasch und ohne darüber zu rechten, wieso ich seine Habseligkeiten zur Mutter-Sau hatte schicken lassen. Das Brennen an empfindlichen Stellen des Unterleibs hat er noch vor sich. Wenngleich man die Aufenthaltsgenehmigung auf der Finca Singapur, die Negro-Fredy seinerzeit genoss, heute durchaus in Frage stellen darf, soll nicht vergessen werden, dass damals seine Aufmerksamkeit Frau Grete ausgesprochen glücklich machte. Sie kommentierte seine auch ihr gefällige extra-vagante Aufmachung mit den Worten: Ein Schwarzer kann und darf das!

J.P. gehörte zu den Ausnahmen, die nicht Opfer der Eifersuchts-Attacken der Frau Grete wurden. Könnte es nicht sein, dass der (zu) dunkel geröstete Kaffee gar ein Erbe des untergegangenen Habsburger-Reiches war? Und die Frau Grete die Kolumbianischen „Gloatschen“ (wässerig scheinender Kaffee), wenn von J.P. stammend, wohlwollend akzeptiert hätte. Emilse ist pragmatisch daran, die Welt des J.P., die in Sachen Kaffee die Wahrheit für sich gepachtet zu haben scheint, ins praktische Leben umzusetzen. Zu diesem Zweck serviert sie mir zum Frühstück eine ab- und entsprechend ausgewogene „prensa francesa“ (Kaffee im Glaszylinder). Dem sich später zum Frühstück gesellenden und ob des Kaffees die Nase rümpfenden J.P. suggerierte ich mit grosser Falschheit, es handle sich um exklusivsten Huila „San Agustin“, aber der fiel nicht auf mich herein. Das machte mich ärgerlich, so dass ich J.P. darauf aufmerksam machte, dass man auch kulinarisch nicht ununterbrochen auf Wolke Sieben schweben könne. „Soy pobre pero con gusto de rico“ (ich bin arm, aber mit dem Geschmack eines Reichen), antwortete der.

Aber du glaubst es nicht, vom Lamm der Emilce schmeckt jedes Bisschen wunderbar. J.P. hat soeben Ricotta zubereitet, aus frisch gemolkener Milch von einer naheliegenden Finca, die dem Grossvater meines Assistenten auf Probe gehört. Der wurde, wie hierzulande üblich, mit achtzehn Jahren Vater und ist dringend auf eine Einkunft angewiesen. Er ist furchterregend unterwürfig, was mein Nervengestell nicht mehr so beansprucht wie früher, man gewöhnt sich an alles. Er übernachtet auf der Finca, dies aber mehr aus praktischen Gründen und weniger, weil es mir fürchten täte.

Richtigen Regen haben wir jetzt endlich auch wieder, es ist phänomenal wie schäbig gewordenen Bäume sogleich Triebe ansetzen und Orchideen etc. fast über Nacht zu blühen beginnen. Jetzt habe ich dir viel erzählt und fast alle Fragen beantwortet.

Viele liebe Grüsse

Markus

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Der Dottore zu Psalmen und anderem Unheimlichen

Ciao Direttore

Welch ein Huila-Bericht! Erschütternd. Ist jetzt sogar die Panamericana „zona roja“? 

Nachtrag zum vorletzten Blog: die Bibel war auf einer Seite der Psalmen geöffnet. In Julian Barnes „Der Lärm der Zeit“ geht es um die Vereinnahmung von Schostakowitsch durch das Stalin-Regime. Schostakowitsch emigrierte nicht und musste daher in Angst und Schrecken leben und jederzeit damit rechnen, von einem Problemlöser heimgesucht zu werden. Keine Heldentat, ein (langes) Leben in Feigheit mit allen Schwierigkeiten, die damit verbunden sind. Erwähnt wird, dass die Psalmensymphonie von Strawinsky eines der brillantesten Werke der Musikgeschichte sei. Kennst du die?

„ Es war als hätten die Architekten ihre Pläne für Sowjetrussland sorgfältig, akribisch und in bester Absicht entworfen und dann auf einer ganz fundamentalen Ebene versagt: Sie verwechselten Meter mit Zentimeter und manchmal auch umgekehrt. Mit dem Ergebnis, dass das Haus des Kommunismus ohne jeden Sinn für Proportionen erbaut wurde und ihm jedes menschliche Mass fehlte. Es löste Träume aus, es löste Albträume aus und es machte jedem Angst.“

Barnes neues Buch „Die einzige Geschichte“ kann ich sehr empfehlen. Gut konstruiert, mit sehr viel Stoff zum Nachdenken und wenig Füllstoff. „Weißt du, manche Leute kommen im Leben an einem Punkt, an dem klar wird, dass alles egal ist. Es ist alles scheissegal. … Weil man schon durch die Hölle gegangen ist und nur allzu gut weiss, was das heisst.“ …. „Ihr Körper ist noch da, aber das Innere – der Verstand, das Gedächtnis, das Herz – verflüchtigt sich allmählich. Ihr Gedächtnis ist von Dunkelheit und Unwahrheit vernebelt und bringt nur im Fabulieren eine gewisse Kohärenz zustande. Ihr Verstand oszilliert zwischen betäubter Unbeweglichkeit und hysterischer Flatterhaftigkeit. Aber das Verschwinden des Herzens, ach je, das ist am schwersten zu ertragen. Es ist, als hätte sie bei ihrem Umsichschlagen den Schlamm aufgewühlt, den wir alle in uns tragen. Und was jetzt zum Vorschein kommt, ist ungerichtete Wut, Angst, Enttäuschung, Selbstsucht und Misstrauen.“

Heute Nachmittag hätte ich eigentlich eine Freundin aus Lugano treffen wollen. Sie hat eine dreimonatige Krebstherapie hinter sich und ist jetzt wieder in der Lage, fünfzig Prozent Arbeit zu leisten. Heute hat ein Mitarbeitergespräch mit ihr stattgefunden. Weil ich nichts von ihr hörte, rief ich sie an. Sie ist am Boden zerstört. Beurteilt als ungenügend in diesem und jenem. Sie habe versäumt, eine „nachhaltige Verhaltensänderung bei ihren Teammitgliedern“ durchzusetzen (welch eine Sprache!). Sie hat nur gestandene, „ältere“ Mitarbeiter. Während des Telefonats liess sie weitere erschütternde Details über die neumödiges Gebaren und die obwaltenden rohen Sitten folgen (dass beispielsweise ein „Fraud“-Gespräch im Customer Care Center binnen einer Minute dreissig Sekunden zu beenden sei!)

Vorgestern hatte ich einen Segelbekannten zu Besuch. Ein feiner Mensch, wie auch seine Frau. Vor rund zwanzig Jahren adoptierten sie drei brasilianische Schwestern. Was er mit diesen durchgemacht hat und immer noch durchmacht, ist beinahe unfassbar. Als ob all das Bestimmung wäre und als ob selbst ein optimal scheinendes Umfeld die Veranlagung nicht ändern könnte. Herzig hingegen die jüngste Enkelin, die gesagt haben soll, la mia mamma é quella con lo straccio in testa (die älteste der Schwestern ist strenggläubige Muslima geworden). 

Eine Pracht dafür die derzeit blühenden japanischen Kirschblüten. So viele Blüten, so viele nektarsuchende Insekten darin.

Un caro saluto

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Die Cousine in Spanien zu Ganoven und anderen Missetätern

Lieber Markus

Jetzt habe ich doch grad so voreilig auf die falsche Taste gedrückt, ja nu, kann passieren. Heute regnet es seit sehr langer Zeit wieder einmal. Nötig ist es ja wirklich und es ist mir lieber, wenn es etwas moderat kommt und nicht grad sintflutartig. Was Du nicht immer alles erlebst! Deine und J.P.s Kaffee-Exkursion war wohl ein Erlebnis der besonderen Art, nicht so gemütlich. Ich kann mir vorstellen, dass es Euch ein wenig mulmig wurde. Glücklicherweise ist nichts schlimmeres passiert, als dass Ihr einfach, trotz minuziöser Vorbereitung, wieder umkehren musstet. 

Was ich schon mal fragen wollte, wie weit lebst Du von der venezolanischen Grenze entfernt? Es ist schlimm, was man von dort hört und sieht. Ueberall ist Streit, Stunk und Krieg. Ich habe mal versucht bei Google Deine Finca zu finden, wurde jedoch nicht fündig. Wusste gar nicht, dass Du nachts allein auf Deinem Anwesen bist. Dachte immer, dass irgendwelche Angestellte auch dort wohnen. Ich muss lachen, wie Du dem „Negro Fredy“ die Hosen gewürzt hast. Bestimmt hat er es verdient. Dann würde mich interessieren, was Dein Freund Fabio in seinem Berufsleben gemacht hat. Nach seinen Texten zu beurteilen war er nicht gerade etwas gewöhnliches.

Den Café-Tonic werde ich probieren, wenn ich mal an einem Tag so „halbläbig“ bin, aber morgens nicht abends. Es wird mir aber hoffentlich nicht grad den „Schütz“ raushauen. Wie lange bleibt denn J.P. bei Dir?

Jemandem Geld abzuluchsen für irgendwelche hohe Renditen kommt offenbar nicht aus der Mode. Ich kann mir jedoch vorstellen, dass der feine Herr bei Dir an die falsche Adresse kam. Als ich noch jung verheiratet war, kamen auch hie und da so Typen und versprachen himmelhohe Renditen. Das Geschäft meines Mannes war ja im Aufbau und überflüssiges Geld war nicht da. Trotzdem hätte es ihn gereizt, mal so etwas zu versuchen. Ich hatte ja damals nichts viel zu sagen, aber in diesen Fällen habe ich ihm vehement abgeraten. Es dauerte dann auch gar nicht lange, bis so kleinere Betriebe alles verloren hatten. Was ich auch nicht verstehen kann, sind Frauen, die sich übers Internet von so Ganoven verarschen lassen, denen sie immer wieder Geld senden bis sie selbst nichts mehr oder nur noch Schulden haben. Dabei sind es manchmal nicht einmal sonderlich dumme Frauen. Ich selbst war ja viele Jahre allein (übrigens jetzt auch wieder), aber noch nie wär es mir in den Sinn gekommen, mich auf sowas einzulassen. 

Geniesse die Zeit mit Deinem Besuch, und bis zum nächsten Mal.

Lieben Gruss, Elsbeth

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Brief an den Dottore zu der abgebrochenen Fahrt in den Huila

Ciao Dottore

Dass die Kaffees von Huila und Cauca zu den besten der Welt gehören, hat sich bei zahlreichen Degustationen und Vergleichen mit Spitzengewächsen aus Costa Rica bestätigt. Nur wurde man beispielsweise in San Agustin seiend von wegen der vielen immer gleichen Indianischen Kultstätten von dieser erfreulicheren Thematik abgelenkt. Die Typen von Okafé rösten und verkaufen auch Kaffee aus Inza, von dem wird man gar andächtig.

So beschlossen denn J.P. und ich, nur in Sachen Kaffee dorthin zu reisen und bereiteten die Reise in jeder Hinsicht minutiös vor. In San Agustin waren das Hotel und ein Typ gebucht, der für den Kontakt mit Kaffeepflanzern zuständig ist. Im Proviant nach deinem Beispiel: Zopf, Salami, Schokolade, Wein, Zimtkringel, Mandarinen und Bananen. Und auch Spirituosen für schwere Stunden. Diese nahten schneller als wir ahnten und im Cauca fuhren wir nichts ahnend in eine Strassensperre von Indianer-Lümmeln, die der von J.P. „Fatty“ genannte Chofer auf mein dringendes Insistieren durchbrausen musste, um nicht Opfer dieser Trottel zu werden. In Mondomo, wie der Hagel nach der Ernte, stiessen wir auf ein Grossaufgebot von schwer bewaffneter Polizei und Anti-Disturbio-Agenten. Die Schlägertypen entspannten sich auf einer Terrasse, während die Polizisten unser Auto untersuchten. Wie sinnvoll, gell! Wir könnten nicht weiter, es gäbe noch mehr Strassensperren in Richtung Popayán. Dann solle man uns zurückbegleiten, forderte ich diese jungen Kämpfer für das Recht auf. Deren Vorgesetzten hielten sich, wie in Kolumbien üblich, vornehm und unsichtbar zurück. Am Montag (heute) wäre die Strasse wieder geräumt, man müsse halt warten. Von wegen begleiten! Wir sassen sozusagen in der Falle und beschlossen, selbständig zum Rückzug zu blasen und allein „durchzubrechen“. Ein wenig mulmig war uns schon, als wir der von vermummten Figuren bewachten Sperre wieder näherten und ich unseren gemütlichen Chauffeur namens Sebastian mit „gib Gas!!!!“ anschreien musste. Wir wären ansonsten „gefu….“ gewesen. Steine und Rauchpetarden flogen uns um den Grind, beziehungsweise knallend auf den Hilux-Pritschenwagen. Letzteren hatte ich in der Hoffnung gewählt, noble Kaffeesorten wie Geisha, roten Burbon etc. zur Singapur zurück zu bringen. Ins Fahrwerk geworfene Stöcke verursachten heulende Geräusche, die an einen geplatzten Reifen gemahnten. Heiliger Siech, Dottore, dass ich auf mein Alter derartiges erleben muss. Mit leicht gereizten Nerven nahmen wir im Restaurant „Hawai“ in Puerto Tejada ein Mittagessen ein. Am Nachbartisch schlug eine ganze Partie glücklich ihre Zähne in mächtige Koteletten und Hühnerkeulen. „Vois-tu comment ils sont heureux avec leurs julettes (chuletas) et la sans coche (Sancocho)“, bemerkte J.P. boshaft. Mich schmerzte der Bauch vor Lachen.

Unterdessen riskiert Präsident Duque ein dicke Lippe hinsichtlich einer Revision des Abkommens mit der Farc. Wie immer es damit sei, anstatt kalten Kaffee aufzuwärmen wäre es im Moment gescheiter, die freie Durchfahrt über die „Panamericana“ bis nach Ecuador sicherzustellen und durch zu setzen. Dazu ist aber anscheinend aber weder die Regierung Duque noch die Gobernación von Cauca in der Lage. Dies von wegen aus absoluter Feigheit und Blödheit resultierender Unfähigkeit.

Bald mehr und liebe Grüsse

Markus

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Briefwechsel mit dem Dottore: Cata de Café

Lieber Dottore

Don J.P. erkennt in meinem „shit-stirring“ (dem Rühren in der Jauche sozusagen) den Gewinn nicht richtig. Dies, obwohl sich daraus immer wieder neue Einblicke in das menschliche Wesen ergeben. Von Negro Fredy beispielsweise hatte ich nach seinem Kurzaufenthalt auf der Finca Singapur mit den pathetisch vorgetragenen Lügen nichts mehr gehört. Eine fast ausschliesslich lügenbasierte Kommunikation dürfte zu der Art von Schizophrenie führen, dero Negro Fredy anheim gefallen ist. Ich nehme nicht wirklich an, dass die heilige Schrift, die er zwecks meiner Kenntnisnahme auf dem Küchentisch liegen liess, der Veredelung seiner Seele hätte dienen sollen. Nein, nein! Vorletzte Nacht waberte wie seinerzeit ein furchterregender Gestank nach Rauch von Marihuana durch mein Zimmer. Ich kann dir wirklich nicht sagen, woher der stammte, J.P. scheidet als Urheber aus. Weniger aus Paranoia als der Erfahrung gehorchend nahm ich an, dass es sich wieder einmal um eine Voodoo-Attacke handelte und gelobte, anderntags die hinterlassenen Habseligkeiten des Negro Fredy in der „Casa de las Brujas“ in Augenschein zu nehmen. Ich schritt zu diesem Zweck mit Emilse und der gottergebenen Cornelia zur umgebauten Pferdetränke hinunter. Dort fanden wir, geometrisch auf das Bett drapiert, die heilige Schrift in den Psalmen aufgeschlagen. Auf dieser war die Stelle „der Herr wird dich erquicken“ unterstrichen. Ich musste das Lachen unterdrücken, weil die mich begleitenden Damen wie erstarrt waren, wohl bewusst der Tatsache, dass da die heilige Schrift für unheilige Zwecke missbraucht hätte werden sollen. Ich fühlte mich tatsächlich wohltuend erquickt, schon wegen der Frage, wer diesen Hokuspokus in Auftrag gegeben haben könnte. Bevor er angeblich wieder für ENSAT tätig werden wollte, hatte Negro Fredy im Hause von Mutter Bubi Armando geweilt. Erstere wird übrigens „la cerda“ (Mutterschwein) genannt, weil sich die Familie in einer Art von Grunzen unterhält. Dem Vernehmen nach ist die Alte „Voodoo“-afin, die Motivation kann irgend etwas sein. Aus der Vielzahl blödsinniger Lügen-Messages muss ich ableiten, dass meinem Puente Tierra-scum Unangenehmes widerfahren ist. Dort, wo die Rede auf den erneut verschollenen Negro Fredy kam, tat ich meine Rührung über dessen unerwartete religiöse Pietät kund. Meine „consultant“ in Sachen Voodoo-Counteraction, die sehende Indio-Frau, bleibt seit längerer Zeit verschwunden, aber ich fand noch einen Rest Abwehrpulver gegen Hexen und Hexer, das ich in eine von Negro Fredy’s schicken und frischgebügelten Hosen streute, was ihm den Arsch verbrennen wird, wenn er sie anzieht. Für die übrigen ist die Rache rein psychologisch, weil nach ihren eigenen Vorstellungen der Bumerang-spell Verderben verheisst. Ein Bumerang ist das Ganze, weil ich Negro Fredys Plunder samt der heiligen Schrift in einen Plastiksack packte und an die Armando’s schicken liess.

Kaffee-Verkostung

Erfreulicher war die Kaffee-Degustation gestern Abend, die unter der kompetenten und liebenswürdigen Anleitung des J.P. stattfand, der das ja auch ausgiebig studiert hat. Auch die Auszubildenden durften daran teilnehmen. Schon am Nachmittag hatte mir ein mit Singapur Kaffee hergestellter Ristretto in der Cafeteria in Buga sehr geschmeckt. Es handelte sich um eine der Varianten, die J.P. geröstet hatte. Auch seine letzte Röstung (17 Minuten 180° ) habe den Singapur-Kaffee leicht bitter und mit zu wenig Säure zurückgelassen. Mir kam er trotzdem überragend vor, aber das sei ein normales Vorurteil für jemanden, der sich an sein eigenes Produkt gewöhnt habe. Mit im Rennen war ein Huila und ein anderer Valle del Cauca, die von Okafe in Cali geröstet worden waren. Okafe ist ein Vertreiber von „third wave“, was Kaffees sind, bei denen Ursprungsort, Pflanzer, Prozess (Fermentation etc.), sowie Ernte- und Röstdatum auf der Verpackung angegeben werden. Die Meinung des Adrian geht dahin, dass wir unseren Kaffee (Singapur, Esperanza (Eliezer) und den von Papa Gerardo auf diese Weise frisch gemahlen in der Coppélia an Liebhaber verkaufen. Aufgrund der geringen Vertriebskosten kann er zu sehr konkurrenzfähigen Preisen angeboten werden, insbesondere die Qualität nicht im Premium Mediocre untergeht. Bisher ist der Kaffee aus Kolumbien auf Masse ausgerichtet, Qualität wird nicht belohnt. Dafür, dass sich das ändert, sprechen auch für den Konsumenten viele gute Gründe. Für mich sollte sich das einfach mit schlagender Qualität und dem entsprechenden Prestige abspielen und ohne fromme Neben-und Umweltkostenbeiträge für die Kinder des lieben Juancito.

Siehst du, querido Doctor, ich muss wieder wider Willen viel lernen, ausser für den Blog habe ich ansonsten seit der Ankunft des J.P. keine Zeile geschrieben. Wenn das so weiter geht, wird sich die Welt ohne Drehbuch meinerseits weiterdrehen müssen.

Cari saluti auch von Paco, um den sich demnächst ein anderer Veterinär kümmern wird.

Markus

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