Der Dottore zu einer Anti-Korruptions-Konferenz mit Ständerat Daniel Jositsch

In einem Artikel der Kolumbianischen Zeitung „El Universal“ lässt sich Professor Dr. Daniel Jositsch wie folgt zitieren: „Das Vertrauen in den Staat besiegt die Korruption!“ Dank der Unterstützung durch die „Universidad Tecnológica de Bolívar“ (wiederum in Cartagena de las Indias) konnte das Jositsch anhand einer „vergleichenden Reflexion“ zwischen den Ländern Schweiz und Kolumbien wie folgt begründen: Der „Staat“ müsse seinem Bürger Vertrauen bekunden, indem er ihm Ausbildung, Sicherheit und soziale Aufmerksamkeit biete. Somit interessiere sich der Bürger für den Staat und helfe, ihn zu erhalten. Wenn der Bürger dieses Vertrauen in die Regierung nicht verspüre, glaube er, dass es ihm ohne Administration und ohne Regierung besser gehe. Und von daher die Korruption. Jositsch weiter: In der Schweiz hat es in den 80er-Jahren grössere Fälle von Korruption gegeben, worauf die Strafen erhöht worden sind, ohne dass „etwas passiert ist“. Worauf man auf die Idee kam, das „warum“ heraus zu finden und „wir“ erkennen mussten, dass 99 Prozent nicht bekannt waren. Wenn dir einer das Portemonnaie klaut, dann rufst du die Polizei, aber im Fall der Korruption ist es für Behörden und die Gesellschaft schwieriger, diese in Erfahrung zu bringen. Von Korruption sind wir alle betroffen, aber wir sind uns dessen nicht bewusst. Es ist möglich, dass ein politischer Entscheid aufgrund von Korruption gefällt wird, aber deswegen rufen wir nicht die Polizei. Worauf man zu arbeiten begann: Es wurde festgelegt, dass es zwei Arten von Ländern gibt, jene mit spontaner Korruption, wo alles gut funktioniert, aber es von Zeit zu Zeit einen korrupten Funktionär gibt. In diesem Fall hilft es, die Transparenz zu erhöhen und die Schweiz hat dafür den „internen Informanten“ oder „Whistle-Blower“, der anonym bleibt, eingeführt. Das funktioniere gut……. Und Länder wie Kolumbien…

Expuso que el Estado debe brindarle confianza a sus ciudadanos con educación, seguridad y atención social, “para que esos ciudadanos se interesen por el Estado, y ayuden a preservarlo; si el ciudadano no siente esa confianza en el gobierno, cree que le va mejor sin administración y sin gobierno”. Jositsch cree que ese es el motor que impulsa la corrupción.

“En los años 80 había unos casos grandes de corrupción en Suiza, y entonces se aumentaron las penas, pero no pasó nada. La idea era investigar por qué y nos dimos cuenta que una gran parte, hasta el 99% de los casos no eran conocidos”, contó Jositsch.Normalmente en un delito como el de robarte la billetera llamas a la Policía, pero en el caso de la corrupción es más complejo de que las autoridades y la sociedad sepan de ello, tomen conciencia. En un acto de corrupción somos todos los afectados pero no nos damos cuenta. Es posible que se tome una decisión política bajo acuerdos de corrupción, pero para ello no llamamos a la Policía”, explicó Jositsch………..

Dazu der Dottore:

Ciao Direttore

Die Zitate muten für einen Schweizer seltsam an! Was eigentlich „weiss der Plebs“ von Jositsch? Dass er als Mitglied der SP Ständerat für den Kanton Zürich und an der Uni Zürich ordentlicher Professor in Strafrecht ist? Vielleicht interessiert man sich mehr über seine „Beziehungspuff’s“ (mir war die Galladé-Geschichte bewusst, jenes in Kolumbien überhaupt nicht). Als Korruptionsspezialist ist Jositsch für mich jedenfalls bisher nicht in Erscheinung getreten. Als gesetzgeberischer Förderer von „Whistle-Blower“ eher noch weniger. Dass die Schweiz eine funktionierende „whistle-blower-Kultur“ und/oder sogar eine entsprechende Gesetzgebung haben soll, scheint mir eine sehr gewagte Aussage. Wir wissen, dass Whistle-Blower, die in der Schweiz Missstände in der öffentlichen Verwaltung aufdecken, die Konsequenzen ihres engagierten und mutigen Tuns büssen. Dass der Schweizer Filz gerade bei öffentlichen Ausschreibungen immer wieder Erstaunliches hervorbringt, sei nur am Rande erwähnt. Die Frage ist schon, wieviel davon überhaupt ans Licht des Tages kommt und was verborgen bleibt. Eine von daher rein spekulative Frage! Im „Tagi“ dieser Woche stand ein langer Bericht über ex-Regierungsrat Heiniger und dessen Machenschaften im Bereich Axsana und elektronischen Patientendossiers. Weiter Fälle zur Erinnerung: die Motoren der Duro-Armeefahrzeuge, Beschaffung von SBB Zugkompositionen (insbesondere das unendlich peinliche Vorgehen bezüglich der. Konformität für Behinderte), verdeckte Kartelle beim Strassenbau, bei Begrünungsanlagen, Missstände im Zürcher Erziehungsdepartement, die IT-Debakel bei AHV und der eidgenössischen Steuerverwaltung (Insieme!!) und unendlich viele mehr. Welche Fälle von verurteilten Kartellen oder verurteiltem Insiderhandel sind dir bekannt? Die Schweiz hat seit Jahrzehnten Gesetze, die überwiegend „zahnlos“ sind und tut sich sehr schwer, diese Situation zu ändern.  Trotz Experte Daniel Jositsch.

Das Label, das Daniel Jositsch „Europa“ zubilligt, scheint mir wenig differenziert. Was im „sauberen“ Deutschland mit Diesel und Automobilindustrie abgeht, wo Bund und Länder aufgrund von Beteiligungen direkt und dominant mit im Sumpf stecken, scheint vergessen zu werden. Ebenso, was in den östlichen und südlichen Länder abgeht. Dito, was in Brüssel durch die Drehtüre“ Consulting & Lobbying-Business“ geschleust wird.         

Ich erinnere an den IMF Geldwäsche- und Korruptionsbericht zu Kolumbien. Ein erheblicher Teil (wieviel % des laufenden Staatsbudgets war es?!) versickert direkt in der Verwaltung. Warum ist das so und wird für „normal“ gehalten? Warum wird zu diesem nach internationalen Standards geführten Bericht in diesem Kontext nichts gesagt? 

Warum Jositsch jetzt nach 22 Jahren in dieser Sache SI-Aufmerksamkeit erreicht, ist rätselhaft. Vielleicht ist eine Verjährung rechtskräftig eingetreten, oder er hat sich mit der Ex-Ex dahingehend geeinigt, dass er bei Einreise und Aufenthalt nicht unter Todesangst leiden muss, oder der Proles (Nachkommenschaft) geht es nicht gut und er will Nähe und sich hilfreich zeigen. Oder es kommen stinkende Leichen aus früheren Zeiten zu Tage, die für ihn kritisch werden könnten (als Prof, als Ständerat, als Bundesrat in spe, als was auch immer), oder er versucht lediglich à la Ziegler, sich einen Ruf in Entwicklungs- und Korruptionsbekämpfungs-Politik zu machen, oder er wärmt alte Kontakte auf um für gewichtige Interessen im aufstrebenden Land zu lobbyieren (erst recht jetzt, wo das Abkommen mit Mercosur zu Stande kommt). Es erweckt bisher allerdings mehr den Eindruck des simpel Aufmerksamkeit haschenden Helikopter-Staubwirbelns und weniger um tatkräftiges und konsequentes Tun und Handeln. Aber vielleicht bleibt irgendwo im Hinterkopf des Wahlvolks ein Eindruck von humanitärem und sozialen Einsatz vor Ort für das arme Land Kolumbien. Tue ich ihm unrecht?

Zu den Kräutern: Ist der Verkäufer in der Galleria in Buga auch der Hersteller? Allenfalls möglich beim Hersteller direkt vorbeizuschauen oder auf Bestellung „frisch“ zu kaufen?

Zu Greta Thunberg und ihrer Schiffreise: Im letzten Tagi-Magi hat sich der gute M. Küng diesem Thema angenommen. Mit Kritik an der „Karbon Barkasse“ und der klimafeindlichen Herstellung und Verarbeitung von Karbon Fasern (wie Asbest?).

Der Münsterhof wurde mit einer Installation bestehend aus Wiesenblumen und Kräutern begrünt. Sieht gut aus! EWZ teilte mir in einem Schreiben mit, dass ich statt „ewz.basis“ neu „ewz.natur“ erhalten werde. „Sie bezahlen für ewz.natur gleich viel wie bisher.“ Die Umstellung passiert automatisch, ich brauche nichts zu unternehmen. „Seit 2015 liefern wir Ihnen 100 % Naturstrom aus Wasser, Sonne und Wind“. Werbung wird für einen Wechsel zu „ewz.pronatur“ gemacht: „zertifiziert und engagiert für die Schweizer Natur“. Hast du die Statistik zu der Wirksamkeit von Schweizer Windräder gesehen? Also wie viele Stunden pro Jahr die überhaupt vom Wind angetrieben sind! Mit Windrädern werden wir es jedenfalls nicht zur 2000 Watt Gesellschaft schaffen (Was zeichnet „eine 2000 Watt Gesellschaft“ überhaupt aus?). 

Zum Schluss zwei Zitate aus Jergovic’s Walnusshaus:

…“sie ahnte, wie schwer es ist, eine seelische Verwirrung voller falscher Bilder und Stimmen zu überwinden, wenn es im Herzen und Kopf keinen Fleck gibt, an dem du der sein kannst, der du bist, weil alles, was du siehst und fühlst, falsche Wahrnehmungen und fremde Gedanken sind. Das grösste Übel ist, dass jene Welt viel glaubwürdiger wirkt, als jede Wirklichkeit. Die Wirklichkeit ist blass und zweideutig, der Wahnsinn glänzend und wahrhaftig. Es gibt keine grössere Wahrheit als den Wahnsinn.“

„Man soll über das Leben nachdenken, der Wein will nicht gekaut werden, die Wahrheit schon, schlaumeierten die Rentner…“

Buona giornata, ciao

F.

Antwort an den Dottore

Ciao Dottore

Zum Teil sind die Kräuter nicht einmal richtig trocken und scheinen von daher schon frisch. Ein Besuch der Pflanzer wäre eine Möglichkeit, die mir aber sehr zeitaufwendig scheint. Aber nach Möglichkeit pflanzen wir selber. Diverses gibt es ja schon. Auch Katzenkralle konnte ich kaufen. Der Mann, der im Rollstuhl sass, kann dank dem daraus zubereiteten Auszug wieder arbeiten.

LG

Markus

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Der Dottore zur Erfindung der Wahrheit anhand zweier Beispiele

Dem geneigten Leser sei der Abschnitt in meiner fiktiven 1.-August-Ansprache in Erinnerung gerufen, der auf das Rundschreiben der Schweizer Botschafterin in Kolumbien zum Anlass des Nationalfeiertags Bezug nimmt. Zu den unermüdlichen Aktivitäten zwecks Stärkung der Bande erwähnt sie auch den Besuch von „Senador Jositsch“ (Daniel Jositsch, Zürcher Ständerat), der als Kopf einer Besucherdelegation aus Räten des Schweizerischen Bundesversammlung fungierte. Besagter Herr Jositsch stand in den Neunziger Jahren der Schweizerisch-Kolumbianischen Handelskammer vor und erwarb zur Erleichterung seiner Tätigkeit ein Kolumbianisches Anwaltspatent, bevor es ihn im 1995 in seine Schweizer Heimat zurückzog. Nach geschlagenen zweiundzwanzig Jahren Abwesenheit, zur gescheiterten Ehe mit einer Kolumbianerin weiss man nicht viel, wurde Herr Jositsch unvermittelt Kolumbianischer Staatsbürger. Das Motiv für die späte Einbürgerung -ein seiner Beziehung mit der Kolumbianischen Staatsbürgerin entsprungener Spross wird es nicht gewesen sein- bleibt ein Rätsel. Seit Ablauf der zweiundzwanzig Jahre anno 2017 weilt Jositsch wieder häufiger in Kolumbien. Wie der Web-Seite der „Schweizer Illustrierten“ zu entnehmen (siehe Link unten) auch mit seiner Ex-Lebenspartnerin, Chantal Galadé, von der er sich offiziell im Jahre 2014 getrennt hatte. Drei Jahre später macht dieser Umstand folgendes Zitat von Galadé nötig: „Wir sind nicht mehr zusammen, nur noch Freunde“. Im selben Atemzug will Jositsch „seiner Familie“ (welcher?) die „zwei Seiten“ Kolumbiens zeigen. Dazu scheint ihm, auch zuhanden der „SI“, die Touristenhochburg „Cartagena de las Indias“ besonders geeignet. Auch weil dort eine Stiftung namens „ALUNA“ wirkt, die er von einem „Schweizer“ her kenne. Diese Stiftung widmet sich im antagonistischen Crash-Zentrum von Arm und Reich heilpädagogisch Kindern aus bedürftigen Familien. Zu diesem Zweck kolportiert auch Jositsch die Nähe von Glanz und Elend. Dass man in der Schweiz vor lauter Überfluss fasten müsse (er hat auf einen Schlag vierzig Kilo verloren und muss dank dessen im siedend-heissen Cartagena nicht frieren), während in Kolumbien die Armen hungern müssten. Nebenbei bemerkt: „Hungern“ stellt in Kolumbien eine Kunst an sich dar. Aber als Mann von Recht und Ordnung und auch als mitfühlender Sozialdemokrat stellt er einer hilflos am Boden kauernden Mutter eines behinderten Kindes in fliessendem Spanisch die Frage, ob sie vom Staat keine Hilfe erhielte. Worauf diese den Kopf schüttelt (warum bleibt ungesichert!). Woraus wir lernen, dass das Fernbleiben des Staates die Ursache allen Elends ist. Unfreiwillig komisch wirkt auch die Schweizer Projektleiterin des Hilfswerks „Aluna“, die Ursula Schläppi heisst. Während sich diese laut heimischer Presse in Guttannen BE bei ihren Landsleuten darüber beklagt, sie müsse sich mit korrupten kolumbianischen Politikern herumschlagen, twittert sie ungerührt eine Foto von ihrem Zusammentreffens mit Staatspräsident Ivan Duque in der Kolumbianischen Botschaft in Bern. Dem Internet lässt sich entnehmen, dass sich die Stiftung „Aluna“ nicht nur ihr Wohltun, sondern auch sich selbst ausgiebig feiert und zu diesem Zweck allerhand Prominenz auffahren lässt. Tue Gutes und sprich darüber! Mit derselben Allüre liess sich Daniel Jositsch von einer Kolumbianischen Zeitung über Korruption befragen. Aber dazu mehr im nächsten Eintrag. Vorerst der Dottore zur Erfindung der Wahrheit:

Buona domenica Direttore

Ich unternehme den Versuch, entsprechend Thomas Strässle’s: Fake und Fiktion, Über die Erfindung von Wahrheit, Hanser, 2019, die Fake-Konturen  am Beispiel zweier „Informationsangebote“ zu untersuchen. Es geht dabei um dein Video „Heidi-Adele“ und um die nachstehenden links, die du mir zugesandt hast.

https://www.schweizer-illustrierte.ch/stars/schweiz/daniel-jositsch-sp-kolumbien-aluna-stiftung

https://www.srtacolombia.org/es/recurso/encuentro-entre-el-presidente-de-colombia-ivanduque-y-la-directora-de-la-fundacion-aluna

https://www.jungfrauzeitung.ch/artikel/119424/

1. Intention

„Ein Fake sei immer Absicht und bedingt laut T. Strässle vorsätzliche Klarheit über dessen Ziele oder zumindest Stossrichtung.

Dein Video hatte im e-Mail den Hinweis „Graf-Litscher“. Für mich ein „paratextueller“ Hinweis, dass beim Öffnen des Links entweder ein neues Video der Komplementärlobbystin zu sehen wäre, oder weil -entgegen der Erwartung – du der Hauptdarsteller bist, es vermutlich als Parodie zu verstehen ist. Im Blog ist das Video „neutral“ eingebettet. Der unbedarfte Leser oder Zuseher muss sich selber ein Bild darüber machen, wie dieses „Heidi-Adele“-Video eigentlich gemeint ist: „ernsthaft“, „witzig“ oder „blöd“? Ich nehme an, dass du dich über etwas oder jemandem lustig machen wolltest, eine Art Scherz, aber diese Absicht ist für mich nur bedingt gelungen.

Wie steht es demgegenüber mit den Informationen, die diese Jositsch-Aluna Links (nachstehend J-A Links genannt) ergeben? Wieviel und was ist daran „fake“? Was verraten uns diese Berichte? Ja, es ist etwas oder muss natürlich etwas dran sein, aber manches offensichtlich auch wieder nicht. Das Eine oder Andere wird gross herausgestellt -auch mit schön inszenierten Bildern–, aber trotzdem darf man sich fragen, was das soll. Ist es PR in eigener Sache? PR für Aluna? PR für behinderte Kinder? Am Ende scheint es mir am ehesten PR in Sache Daniel Jositsch zu sein.

2. Wissen und Nichtwissen

Ein Fake verdanke seine Dynamik einer Dialektik von Wissen und Nichtwissen. Ein Wissen, das wider sich selbst handelt auf Seite des Senders (weil bewusst Falsches beigemengt wird), und ein Nichtwissen, das Elemente von Wissen aufweist, auf Seiten des Rezipienten.

Beim Video scheint es einfach: es geht nicht um Wissen oder Nichtwissen, es ist (vermutlich) ein Scherz. Bei den J-A-Links hat man den Eindruck, es seien tatsächlich wirkende Fakten darunter. Das eigene Nicht- oder Halbwissen zum Thema führt dazu, dass es oberflächliches Interesse weckt, das nicht abwegig sein muss. Das scheint ein Hinweis auf mögliches „Fake“ zu sein.

3. Plausibilität

Die Plausibilität beziehungsweise Glaubwürdigkeit bewegt sich innerhalb der Skala „mehr oder weniger“; die extreme der Skala sind entweder „abwegig“ oder „notwendig“. Die Plausibilität zielt auf Zustimmung (lateinisch plaudere => Applaus). „Wer die Menschen betrügen will, muss vor allen Dingen das Absurde plausibel machen“ (Goethe). Konsens innerhalb einer Mehrheitsmeinung und Konsistenz (Stimmigkeit) der dargestellten Zusammenhänge.

Beim Video scheint mir das Scherzhafte im Vordergrund. „Heidi-Adele“ als Produktwerbung zu sehen, also die Umsetzung von Goethe’s Zitat, ist dir nicht gelungen. Bei den J-A-Links scheint es mir die beschriebenen Konturen für Plausibilität zu geben. Ein weiterer Hinweis auf Fake.

4 Publizität

Der Fake sei als „Dialog mit sich selbst“ undenkbar. „An Selbtserkenntnis liegt ihm nichts, an Selbstdarstellung hingegen alles“ (Strässle). Er ist auf ein Publikum hin entworfen. Es geht um Eindruck und Einfluss. Das Digitale eröffnet neue Möglichkeiten in Sachen Verbreitungsdynamik und Umlaufgeschwindigkeit. Informationsdichte und Geschwindigkeit! „Nur wo der Fake es schafft, sein Publikum gezielt zu überfordern, kann der Fake seine Wirkung entfalten“ (Strässle).

Video wie J-A-Links zielen auf Publizität. In beiden ist Selbstdarstellung erkennbar. Die eine Plattform mag mehr Publizität haben. Überforderung kann ich nicht erkennen.  

5. Suggestion

Nach Sträessle ist die Suggestion ein weites Feld, begrenzt auf der einen Seite durch den Reflex und auf der anderen Seite durch die Reflexion. Dazwischen „funktioniert“ die Suggestion in ihren vielfältigen Formen.

Beim Video hatte ich den Reflex, „nicht lustig“. Es fehlt an Suggestion. Bei den J-A Links hatte ich keine unmittelbaren Reflexe. Es hat suggestive Elemente („Einflüsterungen“), die  durch Reflexion und Recherche zu Tage kommen.

6. Indentifikation (feeling and attitude)

„Ein Fake erhält erst dann seine maximale Wirkungs- und Schlagkraft, wenn er das Publikum auch emotional zu adressieren und zu involvieren vermag. … Der Sender muss dem Empfänger Identifikationsangebote machen, die es diesem erlauben zu glauben, es gehe in der Botschaft zumindest auch um ihn selbst“ (Strässle). 

Dein Video löst keine Identifikation aus. Die J-A-Links möglicherweise schon: das Engagement von J. und A. für Kolumbien, die armen behinderten Kinder, etc.

7. Merging

„Blend and blurr, vermischen und verwischen“: die Täuschung anhand der Vermengung von Wissens- und Informationsbeständen aus unterschiedlicher Herkunft und Kontexten, als würden sie zusammengehören (Strässle). Im Video kann ich kaum „,merging“ erkennen. In den J-A-Links sind zumindest Ansätze davon erkennbar.

Warum haben uns die Werbe-Botschaften (Youtube-Videos) von Frau Graf-Litscher derart befremdet (Uncanny valley: Das unheimliche Tal?!) und gleichzeitig amüsiert? Läge da der Schlüssel für einen zweiten „Heidi-Adele-Versuch“ mit Hilfe der sieben Strässle Fake Konturen?

Wie eingangs erwähnt, es ist ein Versuch, möglicherweise ist er weder gelungen noch originell, aber auch kein Bashing! Mutig, dass und wie du es versucht hast! Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Oder doch? Wie hat das Graf-Litscher hinbekommen?

Un caro saluto, buona domenica

F. 🙂

PS: Thomas Strässle: Fake und Fiktion, Über die Erfindung von Wahrheit, Hanser, 2019      

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An die Cousine zum Tripp nach Feuerland und den entdeckten Schatz!

Hoi Elsbeth

Du musst wissen, dass du diejenige bist, die „weg“ ist. Unbewusst erwartet man von dir, dass du dich „meldest“. Und je länger die Zeit, je weniger man sich mitzuteilen hat, was verständlich ist, da man völlig unterschiedliche Leben lebt. Als ich anlässlich einer Klassenzusammenkunft das letzte Mal in der Schweiz war, hat mich kein Mensch über mein Leben in Kolumbien befragt, irgendwie hätte ich auch gar nicht gewusst, was zu erzählen. Wahr ist auch, dass es mir in der Schweiz einfach in jeder Beziehung zu eng ist. Ausserdem habe ich noch niemandem einen Besuch bei mir versagt. Aber: c’ist à prendre ou à laisser. Für den der fürchtet, er werde schon bei der Ankunft erschossen, ist es ohnehin besser, wenn er zu Hause bleibt. Wie du vielleicht bemerkst, haben wir uns aber durchaus etwas zu sagen, vielleicht auch, weil wir einen Austausch pflegen können, der durch wenig „Vergangenheit“ belastet ist. Bei mir wird Telefonieren noch durch die Zeitdifferenz verkompliziert, was die Verabredung noch schwieriger macht. Auf jeden Fall glaube ich weniger, dass du es deinen Schwestern nicht „wert“ wärst.

Von dem angeblichen auf dem Gelände der Finca Singapur vergrabenen Schatz habe ich ja erzählt. Die Saga stammt von der Indio-Frau Sachoy, die mir unter unter anderem mit dem Auftauchen dessen drohte. Ich wollte weder unhöflich noch rassistisch sein, ansonsten ich sie gefragt hätte, was ich denn mit diesem Scheiss-Schatz unternehmen würde sollen. Immerhin bemerkte ich, dass ich eigentlich keinen Schatz brauche, da bereits mit allem für das Leben notwendigen versorgt. Worauf sie erwiderte, dass man sich gegen die Fügungen des Schicksals vergebens wehre. Und da hat sie vielleicht etwas Wahres gesagt und ich deute jetzt halt ihre Prophezeiung auf meine Weise. Weil ich nämlich, das heisst besser gesagt Don Arturo, Folgendes in einer Orchidee erspäht hat:

Ein Nest in der Orchidee: „Angelitas“ Engelchen genannte stachelfreie Bienen. Der Pfeil deutet auf die Öffnung zum Nest.

Hier in der Gegend gilt sie als „verschwunden“, die Honigbiene „Angelita“, die kaum grösser als eine Fliege ist. Der von ihr stammende Honig ist ein medizinisch hochwirksames Fungizid (Greisenbrand etc.) und soll gar den grauen Star heilen. Die „Angelitas“ verschwanden mit dem Einsatz von Pestiziden in den Kaffeeplantagen, die unrentabel wurden und zum grossen Teil verschwunden sind. Darum ist die Wiederkehr der „Angelitas“ ein gutes Zeichen für die Finca Singapur.

Was den Feuerland-Tripp angeht: Mit dem Reisen habe ich es noch „nie“ besonders gehabt. Aber mit dem Tscheff ist es etwas anderes. Mit dem Dottore übrigens auch: Die haben Verständnis dafür, dass ich es mich immer nach einem Glas Wein gelüstet, wenn die Umsicht des Tscheff dann sogar einen Kühlschrank für den Gin&Tonic vorsieht: ja dann! Im Ernst, ich bin halt wirklich kein „Alpha-Tier“, aber wenn wenn man sich gut kennt, anpassen- und schliessen kann ich mich schon. Und mit beiden war ich schon problemlos unterwegs. An sich könnte morgen schon abreisen, ich weiss auch, dass ich mit meinen Traktor jederzeit nach Feuerland fahren kann. Tscheff wird sich wundern: Die für Feuerland passende Gewandung kann mach auch in Kolumbien kaufen. Man unterschätzt das, weil es Sechstausender auch in Kolumbien gibt und auf denen ist es auch kalt. Aber als altes Guetzli muss ich ja mir nicht unbedingt das beweisen, was mich im Leben nie herausgefordert hat. Und sonst reiben wir uns wie die ausgerotteten Ureinwohner von Feuerland eben mit Fett ein und hupfen wie diese nackig durch die Kälte. Eine bestimmte Fettbasis habe ich schon. Wahr ist, dass da noch die Hunde sind, deren Herz trotz aller Untreue an mir hängt. Obwohl, schlecht ginge es denen auch ohne mich nicht. Und dann muss man einfach wissen: irgendwann geht man sich im Verlaufe einer solchen Reise halt fürchterlich auf die Nerven, aber das Ehepaar Tscheff ist sich das von sich selber gewohnt. Ich sähe da auch einen „Alters-Job“ für Tscheff: mit Kunden durch Kolumbien und die restlichen Anden zu gondeln. Aber man wird alles sehen. Beispielsweise, ob wir mit Satelliten-Verbindung unterwegs sein wollen und über YouTube die „ora per voi“ ausstrahlen wollen.

Blöde Frage: Wäre bei dir die Petersilie nicht eher im Herbst zu sähen? Ich nehme allerdings an, dass du bei dir sowieso alles frisch kaufen kannst und es nicht wie in der Schweiz in Gold aufgewogen wird. Don Arturo hat mir einen Stock „Cola de Caballo“ (Pferdeschwanz –> Schachtelhalm) mitgebracht, mehr interessehalber, weil das ja sonst als Unkraut wächst und ohne hin billig zu kaufen ist. Unter anderem wird er als Tee getrunken. Es soll auch zur Mundpflege dienen. Das habe ich mit einem Auszug in Alkohol ausprobiert. Das schmeckt zwar auch stark verdünnt recht bitter, aber hinterlässt einem die Zähne strahlend sauber und putzt die letzte Plaque weg, ohne dass es angriffig wäre (kommerzielle Produkte greifen meiner Ansicht nach den Zahnschmelz an).

Ein Bild vom Kaffeehain.

Bis zum Nächsten! LG

Markus

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Die Cousine zum Telefonieren und den Kräutern

Hallo Markus

In Sachen Telefonieren oder Schreiben hast Du natürlich schon recht. Beim Schreiben kann man immer, wenn man etwa vergessen hat, noch etwas einfügen. Zudem kann es der Empfänger/in mehrmals durchlesen. Es ist halt leider nur so, dass sich viele Menschen keine Zeit zum Schreiben mehr nehmen. Von meinen Schwestern erhalte ich vielleicht zwei Mails pro Jahr und noch Geburtstags- und Weihnachtswünsche. Ich habe die Beiden anfangs hie und da gebeten dass sie doch Skype installieren sollen, aber ich war es ihnen offenbar nicht wert. In meinen Anfangsjahren hier war das Telefonieren Spanien-Schweiz noch teuer. Heute ist das nicht mehr so. Mein Schwager sagte mir mal, dass meine Schwestern praktisch jeden Sonntag bis zu 1 ½ Stunden zusammen telefonieren. Wenn ich mit meinem Sohn am Skype bin, sind wir meistens in 10 Minuten fertig. 

Von der Geschichte über Ruth Spörry bekam ich nicht viel mit. Ich weiss nur dass meine Gotte, Tante Berti, irgendwann etwas erzählte von einer Kräuterplantage die jedoch nicht funktionierte. Davon, wann und wie die Beiden umgekommen sind, weiss ich nichts. Als Kind war ich einmal bei dieser Tante Marei in den Ferien. Da war die Ruth eine hübsche junge Frau, Dekorateurin in einem Winterthurer-Geschäft. 

Den Orchideengarten in Sirnach habe ich mir im Internet angeschaut. Scheint schön zu sein. Wenn ich das nächste Mal in der Schweiz bin, werde ich es mir anschauen. Ich habe da so eine Idee betr. Klassentreffen. Alle zwei Jahre organisiert der einzige Junge aus unserer Primarschulklasse, Otto, wir waren nur zu sechst, jeweils für mich eine kleine Zusammenkunft nur mit unserer Klasse. Ich schlage ihm vor er, solle sich da bei dem Orchideengarten mal schlau machen. Hat ihn denn von Deinen Verwandten in der Schweiz noch niemand besucht?

Mit verschiedenen Kräutern habe ich mich früher auch versucht. Die Einzigen die mir über Jahre immer gut geraten sind waren Schnittlauch, Peterli und Basilikum. Dieses Jahr aber haben sie mir keine Freude gemacht. In den Schnittlauch hat ein Kater markiert, die Petersilie war dauernd voller komischer schwarzer Läuse und das Basilikum entwickelte sich zu einem Krüppel. Nun habe ich alle entsorgt. Mal schauen ob ich nächstes Frühjahr nochmals Mumm dazu habe.

Hast Du eigentlich schon eine Ahnung wann Ihr diesen Feuerland-Trip machen wollt?

Bei mir gibt es heute abend Lamm-Koteletts. Ich bin verwundert, dass man Lammfleisch in Columbia noch nicht so kennt. 

Heute morgen habe ich einen Bericht über die Flüchtlinge aus Venezuela gelesen. Viele lassen sich in Madrid nieder, wo sie angeblich gern gesehen seien. Mich nimmt wunder, wo alles mal endet. 

Liebe Grüsse, Elsbeth    

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Brief an die Cousine zum Ein- und Ausstieg

Hoi Elsbeth

Also mit dem Telefonieren habe ich es nicht so, meistens kommt mir dabei gerade nicht in den Sinn, was ich hätte sagen wollen, oder man kommt vom Hundertsten ins Tausendste. Geschriebenes, was zugegeben dein Hörproblem nicht angenehmer macht, hat den Vorteil, dass man es zweimal lesen kann, und dann, wenn’s am besten passt. Zudem gefallen mir deine Briefe halt. Ich komme nochmals auf die Kräuter und die Kunde über sie zurück. Rosmarin, Thymian, Melisse, Kamille, Minze, halt das, was in der Schweiz so wächst, war immer dann, wenn man es gebraucht hätte, gerade nicht verfügbar. Das Zeug hat ja auch sein Ablaufdatum. Interessant ist ja auch, dass unsere Hefti-Spoerry-Cousine mit ihrem Gatten in den Kräuterbusiness einstieg. Die hatten in Spanien eine Plantage. Irgendwie floppte das, sodass er in Griechenland einen Berg bestieg, von wo er nie mehr zurückkehrte, während sie in Deutschland unter eigenartigen Umständen ums Leben kam. Ich weiss das ja alles nur vom Ditteli, die ja jetzt auch nichts mehr berichten kann. Ich erzähl dir das, weil ich mit Don Arturo und der Doña Cornelia nach Ginebra gefahren bin, und wir dabei in der Galeria in Buga noch Kräuter eingekauft haben. Diejenigen, die da verkaufen, haben allerdings keine allzu grosse Ahnung von ihrem Geschäft, sowieso ist das Wissen beim gemeinen Volk sowohl botanisch als medizinisch-weltanschaulich sehr verkümmert. Es für mich also eine harte Lehre, bei der ich nur auf mich selber zählen kann. Das eigentliche Motiv für den Ausflug war allerdings der Ort Ginebra, über den ich auch schon berichtet habe, weil dort die Orchideen-Matrone des Valle eines ihrer Geschäfte betreibt. Es ist sowohl Aufzucht- als auch Verkaufsstätte und die prächtigen Pflanzen wirken hinter mannshohen Stacheldraht-Befestigungen wie Häftlinge. Es herrscht aber sehr schrille Schönheit, wie sie der Kolumbianer (und manch anderer) liebt.

Hier „Bandas“ genannte von Importen stammende Hybriden

Warum ich denn überhaupt hingegangen bin? Also der Don Arturo ist eben wahrhaft fleissig, wohl hat er den Prediger zur Stütze, der ist aber ebenso willig wie linkisch. Manchmal lasse ich auch Doña Cornelia in der Küche unter der Beihilfe des Predigers leiden. Dass das wahres Christentum sei, pflege ich ihr dann zu sagen. Also, mit andern Worten wollte ich ihnen eine ausgleichende Freude bereiten, aber gleichzeitig auch „deutlich“ machen, dass unsere Orchideen, wenn auch weniger machtvoll chemisch eingreifend, sich vermehrt vermehren könnten. Der Prediger war unterdessen beauftragt, Schäferhund Paco die Unterwolle mit dem dafür vorgesehen Rechen aus dem Fell zu zupfen. Das tat er mit Hingabe und Paco liess sich das auch gefallen, auch darum, weil der in ihn vernarrte Prediger die Pein der Fellpflege mit Ballwerfen versüsste. Zurück zur Orchidee: obwohl das keine zwingende Notwendigkeit darstellt, könnten wir ja beispielsweise andernorts einen Orchideen-Park dotieren. Zum Zwecke der vermehrten Vermehrung liesse sich für wenig Geld Torfmull „stehlen“, ich schlug Don Arturo aber vor, die Holzverrottung selber vorzunehmen. Für die bessere Speicherung der Feuchtigkeit schlage ich die Zugabe von Pop-Corn in das Substrat vor. Ob das funktioniert, weiss ich allerdings nicht.

Es gibt übrigens auch in Sirnach TG, unweit der Stätte unserer holden Jugend, ein „Orchidarium“, gemäss deren Internet-Seite das grösste der Welt. Unter hängenden Wurzeln werden dort auch Anlässe veranstaltet, mit catering und allem was dazu gehört. Bevor du mich dorthin einladen darfst, möchte ich allerdings wissen, ob es da auch so nach Fungizid stinkt wie in Ginebra Valle. Falls die aber den organischen Dreh aber raus hätten (wie ich), ja dann….! Ich würde dann den dort stattfindenden Wochenmarkt, wo sehr individuelle Produkte angeboten werden, mit meinen Kolumbianischen Heilkräutern bereichern und Frau Nationalrätin Edith Graf-Litscher mit der Promotion (gegen Obolus natürlich!) beauftragen. Lach nicht so blöd!!!

Also, ich wollte dir eigentlich über den Einstieg in den Ausstieg schreiben, aber irgendwie habe ich es wieder verpasst!

Trotzdem liebe Grüsse

Markus

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Der Dottore (und ich) zum Essen und dessen Entsorgung

Ciao Direttore

Apropos mit Mais gefülltem Poulet im Blog: Als Randnotiz ein Hinweis auf das Buch „Plucked“ der Wissenschaftsjournalistin Mary McKenna. Darin setzt sie sich mit der industriellen Hühnerfleisch-Produktion auseinander. Manches ist aus anderen Quellen längstens bekannt, aber dass in den USA 80 % (in Worten achtzig) des gesamten Antibiotika-Umsatz‘ mit Tieren (und nicht Menschen) erzielt wird, mag überraschen, angesichts der riesigen Tierbestände aber auch wieder nicht. In der übrigen Welt halten sich die Anteile mit 50% die Waage. Antibiotika bewirkt eine raschere Gewichtszunahme des Tiers und macht die Massentierhaltung überhaupt erst möglich. Die resultierenden Folgen sind die gefürchteten Resistenzen oder anders ausgedrückt unwirksam, gewordene Antibiotika. Der Wohlgeschmack, also wie gutes Pouletfleisch einstmal schmeckte, ist offenbar eher unwichtig. Demgegenüber wird der Menschheit missionarisch empfohlen, „weisses Fleisch“ zu essen! Siehe:  https://www.theguardian.com/lifeandstyle/2017/oct/13/can-never-eat-chicken-again-antibiotic-resistance

Die Hälfte der Weltbevolkerung entsorgt den Scheiss auf oder mit ordentlichen Toiletten. Die andere Hälfte mit Latrinen, die sanitären Standards nicht genügen, von der Hälfte erledigt wiederum beinahe eine Milliarde ihre Bedürfnisse auf offenem Feld. Das stellt ein achtbares Problem dar, was die Gates Stiftung nötigte, einen Wettbewerb für neue Toilettensysteme zu veranstalten: Mechanical-Dry Bio-Combustion und High Pressure and Heat (benötigt Elektrizität) waren zwei der eingereichten Vorschläge. 

Gemäss Berichten der UNO sind im 2017 rund 69 Millionen Menschen zu Flucht aus ihrer Heimat gezwungen worden. Durch den Klimawandel wird es im 2050 voraussichtlich 143 Millionen Menschen sein (Schätzung der Weltbank). 258 Mio Menschen lebten im 2017 ausserhalb ihrer Heimat. Der weltweite Anteil an Migranten im Verhältnis zur Weltbevölkerung ist in den letzten 50 Jahren in etwa bei konstanten 3 % geblieben.  

Cari saluti F.

Don Fabio: Buenas Noches!

Jaha, das halt! Hast du über die Trinkwasserqualität in der Schweiz gelesen. Eine Schweizer Bekannte verkündete mir vor wenigen Wochen, sie trinke ob all dem Dreck, was darin sei, kein „Trinkwasser“ vom Wasserhahn mehr. Ich hielt das für gar übertrieben, aber jetzt…, wenn man doch weiss, dass einem zur allseitigen Beruhigung nur die Hälfte der Wahrheit zugemutet wird….!

Die Bauern wehren sich. Sie seien nicht alleine schuld. Womit sie auch recht haben. Aber intelligenter als ihre Süd-Amerikanischen Campesino-Kollegen sind sie halt auch nicht.
„Spritzen Sie dies!, Düngen Sie das! Füttern Sie dies, Füttern Sie das! Und sie werden den Ertrag sehen, die Investitionen werden sich gelohnt haben.“ In meiner Jugend kamen die Schweinemästereien auf, von da an ging’s bergab, beziehungsweise wurde das Fleisch ungeniessbar. Die Milch begann ob all dem Kraftfutter zu stinken, bis uns, Gott sei Dank die „mad cow“ überkam, was wiederum bewirkte, dass infizierte Schafe nicht mehr zu Futter verarbeitet werden durften. Und die Wissenschaft kündeten von ihrem Nichtwissen, indem sie über die Übertragbarkeit auf den Menschen rätselte, als ob es den „Veits Tanz“ nicht schon im Mittelalter gegeben hätte. Wie’s jetzt ist? Lasst uns raten! Sowieso, so schnell stirbt der Mensch nicht, nein, der Krebs rafft ihn langsam dahin. Solange nichts bewiesen ist, und das kann dauern. Die Bayer AG wehrt sich auch mit Händen und Füssen gegen die Erkenntnisse zu „Agent Orange“.

Ich hatte eine so schwere Erkältung, dass ich (ärztlich verschrieben) Antibiotika nehmen musste! Aber wenn er mir Kamillen- oder Lindblütentee verschrieben hätte, hätte ich an seinem Verstand gezweifelt.“ So oder ähnlich fühlen die Kunden des Gesundheitswesens, aber zum Glück gibt es ja Edith Graf-Litscher, die einen Leitfaden dazu erarbeitet hat, wie man, im Gegensatz zum Kamillen-Tee, die industrielle Kanadische Bergminze mit der Krankenkasse abrechnen kann. Wie es ihr wohl dieses Jahr mit dem Heu-Pfnüsel erging, der Frau Graf-Litscher? Hoffentlich hat sie daran gedacht, sich mit der Mischung ihres Zauberlehrlings wochenlang zu immunisieren!

Das Hantieren mit „wirksamen Kräutern“ ist etwas heikler. Die Katzenkralle, ich habe mich noch nie veranlasst gesehen, diese einzunehmen, kann zu Durchfall führen und die Wirkung von Blutverdünnern verstärken. Das hat sie jetzt wohl am im Rollstuhl sitzenden vollbracht, der wieder ohne zu Zittern längere Zeit aufrecht gehen könne. Ich habe seinem Mix neuerdings ebenfalls mit Ginko Biloba und Moringa angereichert. Und etwas, was ich nur dir gestehe: mit „amansa macho“, ein Kraut, dass zur Zähmung der Mannsbilder dienen soll. Der von der Gärtnerei wollte mir die Pflanze gar nicht erst verkaufen: „Kauf das nicht, es verhext die Männer!“ Es riecht aber wunderbar, so wie das polyvalente Kraut, das du mir aus Argentinien mitgebracht hast, in Richtung Rosmarin. In höherer Konzentration soll es den Menschen in einen Zustand der Willenlosigkeit versetzen. Ich glaube aber nicht, dass daraus k.o.-Tropfen hergestellt werden und werde es selber auch nicht versuchen. Wenn es den Rollstuhl-Patienten hingegen trotz eingetretener Besserung noch etwas milder stimmt, dann kann das für seine Genesung ja kein Schaden sein. Ginko und Moringa gibt es als Bäume mittlerweile auch auf der Finca Singapur, ich kaufe aber die Blätter der Bequemlichkeit halber getrocknet (und weil ich gar nicht wüsste, wo die unseren überhaupt stehen).

Heute habe ich beobachten können, wie ein Alacran (Skorpion) eine der (lästigen) Cucarachas erlegt. Mir scheint, dass er eher zufällig eine haschen beziehungsweise stechen kann, aber wenn, dann ist die hinüber, bevor sie überhaupt merkt, was passiert. Opfer ist auch Don Arturo geworden, der buchstäblich in ein Wespennest gestochen hat, in eines der „Bravos“. Die hätten ihn so übel hergerichtet, dass er habe weinen müssen. Das tat mir dann schon leid, auch weil er sich nicht mehr in der Verfassung war, Hilfe zu suchen. Aber es stimmt, die Stiche von Wespen klingen rasch ab. So schnell wie das Anti-Histamin gewirkt hätte, meinte er. Und weil ich überzeugt bin, dass diese Wespen unter anderem der Kaffee-Broca den Garaus machen, plädiere ich dafür, dass wir ihnen ein „Habitat“ herrichten, um künftig unangenehmen Überraschungen zu entgehen.

Ich war gestern wieder einmal in Buenaventura, weil es mich auf Fisch und Meeresfrüchte gelüstete. Ich nahm auch die Doña Claudia und ihren Chilenischen Schwiegersohn mit. Sie ist ja äusserst tüchtig, kann sehr gut kochen, weil: Es interessiert sie halt. Und er ist ebenfalls erfreulich wendig, hat einen Laden aufgemacht und ich glaube, dass er clever ist, Er redet unkolumbianisch wenig und macht dafür etwas. Dein Namensvetter in Buenaventura schenkte mir wieder einen Riesensack voll Schalen von der „Titti“-Garnele, woraus ich literweise Fonds extrahiere. Eine Heiden-Arbeit gibt das. Weil das schwarze Bohnen-Extrakt unter der Zugabe dieses Fonds so schmackhaft wurde, nehme ich den Aufwand aber gerne auf mich. Sowieso ich mich in der glücklichen Lage sehe, die Crevetten-Hüllen, die möglicherweise wertvoller sind als ihr Inhalt, überhaupt verarbeiten zu können. Da nach dem Rösten ausgekocht (slow cook), stinken die Abfälle nicht und lassen sich leicht kompostieren. Das ist das Schöne hier, sämtlicher organischer Abfall ist problemlos, was an Karkassen und Knochen übrig bleibt, fressen die Hunde mit Begeisterung.

Es scheint, als würde sich die Kunde vom Wohlgeschmack des Lammfleisch langsam verbreiten. Es wird jetzt „produziert“, was gegenüber dem Rind ein Fortschritt ist. Der Schafskäse ist vielleicht Geschmacksache, aber mit Sicherheit ebenfalls sehr wertvoll.

Du siehst, ein „Bisschen“ tut sich alleweil. Herzliche Grüsse

Markus

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Die Cousine zur auditiven Kommunikation und meine Antwort

Lieber Markus

Dann ist das gut, dass der freche Brief von Tscheff eigentlich witzig gemeint ist. Das habe ich schon so gedacht, aber man weiss ja nie, wie etwas gemeint ist. Ich finde es jedoch lustig, wie Ihr Freunde miteinander kommunizieren und auch einmal ganz zünftig die Meinung sagen könnt, ohne dass jemand beleidigt ist. 

Dein Sauerkraut mit Rüebli und Ingwer sieht gut aus, auch der selbstgeräuchte Speck. Kochst Du denn Kraut und Rüebli zusammen und wie gibst Du den Ingwer dazu? Das würde ich auch mal versuchen.

Wie ich bereits einmal erwähnte, haben wir sehr viele Touristen hier. Ich habe für morgen Donnerstag ein befreundets Ehepaar zum Grillieren eingeladen. So fuhr ich gestern zum Supermarkt um ein schönes Steak oder auch Filet vom Rind zu kaufen. Die Beiden essen, warum auch immer, kein Schweinefleisch. Ich hatte allerdings Pech, weil ratlos vor leergeräumten Regalen stehend. Auch auf der andern Seite, wo sich für gewöhnlich das feine Iberico-Schweinefleisch befindet: alles leer. Obwohl 15.00 h, mitten in der Nachmittagshitze war der Laden punpenvoll. Nachdem ich noch ein paar Sachen zusammengekramt hatte, verliess ich die Stätte des Unbehagens. Dass ich bei meinem eigenen Auto an einem Kaugummi kleben blieb, gab mir dann grad noch den Rest. Um mich zu beruhigen ging ich in die bei mir nahegelegene Sommerbar ein feines Lachstartar essen! 

Dafür habe ich das Fleisch heute morgen in einem andern Supermarkt gekriegt!

Von wegen der auditiven Kommunikation noch etwas über mein Gehör. Ohne Hörgräte bin ich nahezu taub. Mit den Geräten kann ich noch einigermassen kommunizieren, so im kleinen Rahmen. Jedoch ist es mir unmöglich, mit dem Movil etwas zu verstehen, auch Whatsapp-Sprachanrufe kann ich nicht entgegennehmen. Ich benutze es für schriftliche Mitteilungen, um Witze zu verschicken, oder wenn auf der Strasse etwas passieren würde ich wenigstens die Polizei rufen könnte. Ich werde demnächst wieder mal zur Akustikerin gehen und fragen, ob sie die Geräte noch etwas besser einstellen könnte. Ich habe schon sehr viel Geld ausgegeben für alle zur Verfügung stehenden Hilfsmittel, die auch nichts mehr bringen. 

Deshalb ist skypen für mich noch eine Alternative, denn dann sitze ich meinem Gesprächspartner gegenüber. Ich habe noch einen grossen Computer mit zwei kleinen Lautsprecherböxli. Aber dann muss ich meistens eine Zeit vereinbaren, denn ich sitze ja nicht immer dran. Das ganze macht mich schon sehr sehr traurig. 

Liebe Grüsse, Elsbeth   

Liebe Elsbeth

Ich bin ja leider jähzornig, und ausserdem verstehe die Leute hier (manchmal) aus zweierlei Gründen nicht: erstens, weil ich schlecht höre und zweitens, weil sie so daherreden, dass die Rede eines Oberwallisers oder Andalusiers nur ein Vorwort wäre. Und dann schreie ich sie halt an: „Kannst du nicht reden wie ein Christenmensch?“ Zum Glück gibt es hier keine Muslime, sonst träfe mich wieder der Bannstrahl des Rassismus, die Voodoo-Praktizierenden oder die Indios sehen sich glücklicherweise durchaus in christlicher Gemeinschaft mit mir.

Mancherlei ist Frage des Glaubens, falls die Wirkung des nachstehenden Rezepts „fake“ sein wird und du trotzdem besser hörst, dann wäre das eine Frage des Glaubens. Nachstehend ein Rezept meinerseits, von dem ich das Gefühl habe, es nütze mir:

Bereite täglich zwei Tassen Tee mit dem Kraut von Brennnessel, Ginko Biloba und Moringa zu. Gib Ingwer und Kurkuma dazu, wenn du hast: frisch, und was ansonsten deinen Gaumen erfreut. Ich habe das Gefühl, dass ich, seit ich das Zeug trinke, besser höre. Wenn es Einbildung ist, dann ist es ja auch wurst. Es handelt sich aber um mehr als um ein „Nützt’s nichts, so schadet’s es nicht“-Rezept. Weil ja unbestritten alle Zutaten eine irgend positive Wirkung bringen. Füge einfach das bei, was du beim „Naturisten“ bekommen kannst! Ein wenig peinlich ist mir das jetzt schon, wo das Tante Bethli immer die Brennnessel gepredigt hat….. (und wir dazu böse gelacht haben)!

Ich werde Tscheff beauftragen, wahrscheinlich kann er es nicht, aber sein Sohn schon, Untertitel auf das Video zu brennen. Und plötzlich synchronisieren wir es auch noch Französisch, Spanisch, Englisch. Deutsch…

Viel Spass beim Guggen! Was das Sauerkraut anbetrifft: Du fermentierst den Ingwer und die Rüebli (Karotten) mitsamt dem Kohl. Den Ingwer reibst du einfach zum geschnittenen Kohl und der Karotten-Julienne dazu, wo du Salz dazu mischst. Wichtig ist, dass alles unter einem Stein beschwert unter „Wasser“ gehalten wird. Zwiebeln und Knoblauch kannst du gleich auch noch „mitfermentieren“, was viel Arbeit erspart.

Markus

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Die Cousine und der Dottore zum Tripp nach Feuerland

Lieber Markus

Da hat Dich aber Dein Freund Tscheff ganz böse runtergeputzt! Mit dem möchte ich nicht nach Feuerland reisen! Das würdet Ihr ja zu fünft machen wie ich sehe. Wer käme dann noch alles mit? Das ist ja, auch mit Auto, ein enormer Trip, der seine Zeit dauert. Kannst Du denn so lange von der Singapur weg, und wann würdet Ihr das machen, wenn überhaupt? 

Ich habe im Internet nachgeschaut, das muss sehr interessant und auch schön sein. 

Du hast doch auch Skype. Benutzt Du es oft? Das könnten wir doch auch mal machen, was meinst Du?

Liebe Grüsse, Elsbeth

Der Dottore:

Hast du vom „outofedenwalk.org“ schon gelesen? Herr Salopek versucht, die prähistorische Migration und menschliche Weltbesiedelung von Afrika startend bis hinüber nach Amerika und hinunter nach Feuerland zu Fuss nachzuvollziehen. Gestartet ist er 2013, mittlerweilen ist er in Indien unterwegs. So ich mich nicht irre, hat sich für das „Overland“ Abenteuer ein russischer Lastwagen wiederholt besonders ausgezeichnet (z.B. Dakar Rally). Auf dem Ladedeck lässt sich eine Art Container mit allem Lebensnotwendigen anbringen. Unverwüstlich und zuverlässig. Das Thema ist ungeheuer suggestiv: Fake und Fiktion? Route, Bequemlichkeitsbedürfnisse, verfügbare Zeit und Budget sind wichtige Leitplanken. Anzumerken ist, dass sich Herausragendes ausserhalb ausgetretener Pfade ohne Ortskenntnisse / Ortskundige nur schwer oder wenn, unter grossem Risiko (Lebensgefahr!) erkunden lässt. Viele andere Teile sind heutzutage von der Infrastruktur einigermassen ausgebaut („Grand Tour“) und eben nicht mehr das grosse Abenteuer, das sie einstmals waren (z.B. Ruta 40 in Argentinien). Das „Gängige“ ist weitestgehend mit dem Bus (Halbbett!) oder den Micro(-bussen) machbar, sowohl mit ordentlichem Mittag- und Abendessen als auch Bett in einer Herberge. Das Aussergewöhnliche muss dagegen mühselig recherchiert, kombiniert und sorgfältig organisiert werden. Der Versuch, erst vor Ort zu organisieren, kann nicht nur sehr anspruchsvoll, sondern sogar lebensgefährlich sein (kein Funksignal, kaum Verkehr, also niemand den man fragen könnte, keine zuverlässigen Karten, widersprüchliche Wegweiser, kein Wasser, keine Tankstelle, kein lokaler Vermittler im Konfliktfall, versteckte Landminen, grosse Ländereien in Privateigentum, für die eine Bewilligung nötig wird. Allenfalls strapaziert und gefährdet man sein eigenes Gefährt über Gebühr auf den ungewöhnlichen Pisten (wer repariert, wenn Ersatzteile überhaupt erhältlich wären?). Von Lokalmatadoren organisiert lässt sich unserer Erfahrung manches machen, ohne dafür eine allzu aufwendige Ausrüstung nötig wäre. Will man den „Ausnahmezustand“ oder den „Normalfall“ planen? So er denn überhaupt planbar ist? Ein rotes „Rotel“, ein rollende Hotel, machte ich in El Chalten (Cerro Torre / in der Gegen des Fitzroy) auf dem Vorplatz eines guten Hotels aus. Die darin reisenden „Abenteurer“ hatten die Wahl zwischen Hotelbett oder eben „Rotel-Schublade“. Das schwere Gefährt hätte bei vielen aussergewöhnlichen Pisten für ein Durchkommen sowieso gar keine Chance. Was wurde den Konsumenten da verkauft? Fake und Fiktion? Wie lässt sich Fiktion in Realität oder Realität in Fiktion überführen, oder wie wahrscheinlich ist die Wirklichkeit? Warum das glaubwürdig Unmögliche dem unglaubwürdigen Möglichen vorzuziehen ist, beschreibt T. Sträessle in einem empfehlenswerten Essay. Dazu mehr ein anderes Mal!

Cari saluti

F.      

Schaut her, sozusagen zum „Kommen und Gehen“: der Fruchtstand der abgebildeten Algarve ist über zwei Meter hoch, die Pflanze selber scheint am Absterben, aber sie treibt schon zum zweiten Mal so ein Ding, das hart wir Holz ist. Daneben der „Kletter-Spinat“, der vom abgestorbenen Avocado-Baum immer mehr Besitz ergreift. Avocados haben wir ja immer noch mehr als genug, obwohl sich Paco und Lula nunmehr auch nur noch gereifte Früchte im „richtigen Stadium“ zu Gemüte führen (lassen). Don Arturo guckt zu alldem, ich kann schon weg, aber natürlich nicht leichtfertig, wie es der Tscheff insinuiert. Für so einen Trip lohnt sich doch auch das Satelliten-Telefon, von dem ich immer weiter giften kann! Auch Cari saluti!

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Schreiben an den Dottore zum Tode einer Bloggerin

Ciao Dottore

Dass er über den Tod ob vermutlichem Suizid der Bloggerin Hingst erschüttert sei, schreibt der Spiegel-Journalist, der die Falschangaben von Hingst bezüglich ihrer jüdischen Vergangenheit offenlegte. Ich nehme ihm das ohne „Wenn und Aber“ ab. Es wäre mir nämlich durchaus auch peinlich, wenn sich die Thurgauische Nationalrätin Graf-Litscher wegen ihrer wenig ehrbaren Promotion spadirischer Medikamente umbrächte. Ich würde mich in dem Fall damit rechtfertigen, dass ihr Fehltritt ihrer Dummdreistigkeit zuzuschreiben ist, die sie peinlicherweise auch noch im Internet öffentlich macht. Nur ist ihre Rechnung insofern irrtümlich, als aus ihrer Broschüre* der Barmherzigkeit nicht nur hevorgeht, wie man allenfalls den Luxus des Konsums dieser zweifelhaften Medizin der Krankenkasse aufbürden kann, sondern auch ruchbar wird, dass diese der Feder einer Basler Pharma-Promotorin entsprungen ist. Für mich ist unerheblich, ob die Frau Graf-Litscher Geld dafür genommen hat. Wichtiger wäre, dass sie als Gewerkschafterin wissen müsste, dass die eigentlich Objekte ihrer „Obhut“ kaum mehr wissen, wie sie die explodierenden Krankenkassen-Prämien bezahlen sollen. Ihre Haltung ist: habt keine Hemmungen, nehmt was Väterchen Staat Euch feilhält. Aber das ist eine sehr einfältige Haltung, weil nämlich niemand, auch ein Schwarzer aus dem Busch nicht, gerne Gnadenbrot isst. Und weil das nicht beherzigt wird, eine Art Sozial-Konsum-Gesellschaft kreiert wurde, die in dieser Form nicht wünschbar sein kann und künftig keinen Bestand haben wird. Für mich ist aber noch viel erschreckender und beunruhigender, dass die Parteikollegen von Graf-Litscher, der für die Kostenexplosion im Gesundheitswesen zuständige Bundesrat Alain Berset und die ehemaligen Konsumentenschutz-Koryphäe, Bundesrätin Sommaruga, über diese Art von Machenschaften genau im Bild sein müssen. Da wäre die Beweislast dringend umzukehren, um die Zweifelhaften zur Offenbarung zu zwingen: „Ich bin so blöd“, oder „ich weiss es, aber wer ohne Fehl, der werfe ersten Stein“ und „was kümmert’s mich!“.
Stichworte zu den Lebensläufen der zwei Bundesräte sowie der Frau Graf-Litscher lohnen, genauer betrachtet zu werden.

Frau Sommaruga:

ist diplomierte Pianistin, wie ich den herablassenden Worten von Alt-Bundesrat Blocher entnehme und mich nicht anschliesse. Dass man aber als Pianist/in oder Klavierspielender nur im äussersten Ausnahmefall wohlhabend wird, ist allgemein bekannt. Von daher ihre Karriere als Funktionärin in Sachen Konsumentenschutz.

Alain Berset war:

  • Assistent und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Forschungsinstitut für regionale Wirtschaftsentwicklung der Universität Neuenburg.
  • Gastforscher am Institut für Wirtschaftsforschung in Hamburg
  • strategischer Berater im Volkswirtschaftsdepartement des Kantons Neuenburg

Frau Graf-Litscher war:

  • gelernte Bahnwärterin, was keine Schande ist, und ebenso wenig, dass sie ob dieser Tätigkeit als Berufskollegen ihren künftigen Gatten kennenlernte, der heute als Pressesprecher und Lobbyist amtet. Es ist ebensowenig schändlich und gleichsam verständlich, dass sie sich beide aufgrund des Verschwindens ihres Berufsbildes eine neue Tätigkeit, im Fall der Edith Graf-Litscher, „Gewerkschaftssekretärin“, suchen mussten. Durch ihren erfolgreichen Gatten inspiriert, wurde sie auch:
  • Nationalrätin und
  • Lobbyistin der Pharmaindustrie.

Sollte dir nun Herr Bundesrat Berset als besonderer Niemand in die Augen gestochen haben, dann kann ich dich demgegenüber auf die zahlreichen Bücher verweisen, die Berset verfasst hat. Im Besonderen:

  • „Changer d’ère: pour un nouveau contrat gouvernemental“ oder
  • „Wechsel der Ära: für einen neuen Regierungsvertrag“

Ich möchte das Buch offen gestanden lieber nicht lesen, aber motiviert durch solche Klugscheisserei, die an Heuchelei gemahnt, werde ich nun ebenfalls ein Buch schreiben:
„Changer d’ère: ayez la grace et foutez le camp, cons!“ oder auf Deutsch „Neue Ära: Habt die Gnade and haut ab, Tötsche!“ Mit der Gnade ist die Einsicht gemeint, dass Heuchelei am Ende des Tages zur Gnade des Vergessens, nämlich Alzheimer, führen muss.

Das oben erwähnte ist keine parteipolitische oder weltanschauliche, sondern die Frage, wie die Welt mit tumben Funktionären überhaupt kutschieren soll. Dazu ist noch beängstigender, dass eine Figur wie die Deutsche Karrieristin, Ursula von der Leyen-Albrecht, Präsidentin der EU-Kommission wurde. Das stinkt nun wirklich zum Himmel und wird schlecht ausgehen. Dazu muss man nur den vermutlich in Auftrag gegebenen Artikel eines Wirtschaftsprofessors in der „FAZ“ lesen. Da wird der Einfachheit-halber die Volksrepublik China als Hauptproblem dargestellt, das es zu „lösen gelte“. Frau von der Leyen will also in der Beamtentradition ihrer überaus belasteten Herkunft mittels China als Feindbild die Zukunft der EU lösen. „On se fout de nos gueules?“ Jechter! Gott behüte! Gnad euch Gott!

Liebe Grüsse

Markus

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Den Tscheff Rotscher anschwärzender Brief an die Cousine

Farblich eintönig, geschmacklich aber sehr schmackhaft: Sauerkraut mit Ingwer und Karotten. Daneben selbstgerauchter Speck.

Hoi Elsbeth

Eigentlich hätte ich dir über meine Universal-Heilcrème oder Krem gegen Hautverletzungen und Schlimmeres berichten wollen. Und über dem Mann im Rollstuhl, der zwecks Verrichtung seiner Notdurft sehr wohl alleine aufstehen kann und auch das Bett selbsttätig aufsucht, aber sich ansonsten weigert, sich aus seinem Fahrstuhl zu erheben. Seine verzweifelte Familie wandte sich in ihrer Not an mich, nachdem ruchbar geworden ist, dass ich zwar keine übersinnlichen Fähigkeiten, aber zumindest solche Kontakte pflege. Aber stell dir vor, wenn ich jetzt da hinginge und den im Rollstuhl sitzenden wirkungsvoll anschreien würde: „Steh auf du Totsch, nimm deinen Rollstuhl und gehe hin!“ Eben, du spürst etwas! Man würde mich für denselbigen Erlöser halten und das wäre so brandgefährlich wie der unter dem Boden der Singapur vergrabene Goldschatz. Immerhin bin ich, unter Auswertung der Aussagen Dritter, darauf gekommen, dass das Opfer im Rollstuhl beim Holzfällen am Kopf getroffen wurde. Und dass es sich in seinem Fall um ein Blutgerinnsel handeln muss. Wie ich auf das komme? Wegen der Gotte Miggi selig! Die stürzte seinerzeit die halbstöckige Treppe ihres Hauses hinunter, weil sie ökologischerweise, oder besser gesagt: weniger aus Sparsamkeitsgründen als der Bequemlichkeit halber kein Licht gemacht hatte. Während die Gotte Miggi den Unfall anfänglich bagatellisierte und zugab, dass es unklug ist, sich im Dunkeln im Treppenhaus zu bewegen, konnte sie mir wenige Tage später keinen Kaffee mehr einschenken, ohne dass sich dieser nicht auf das Tischtuch ergossen hätte. Die Verschlechterung ihres Zustands motivierte die Gotte Maggi, einen andern Schuldigen für die erlittene Unbill zu suchen. Da kam ihr die Zugehfrau Emmeli gerade recht, die ob ihrem Putzfanatismus die Treppe so glänzend-glatt gewienert habe, dass sie, die Gotte Miggi, auf dieser ausgeglitten sei. Die Beschuldigte, ein Opfertyp, an der die Gotte Miggi genüsslich all ihre Launen ausliess, beklagte sich bei mir über ihr Schicksal, immer an allem schuld sein zu müssen. Ich tröstete sie mit dem Hinweis, sie solle jetzt einmal kein Totsch sein und die Ungerade gerade sein lassen. Die Gotte Miggi begab sich derweil ins Spital zur Untersuchung. Dort eröffnete ihr ein liebevoller Arzt, man müsse ihr den Schädel aufbohren, nachdem dieser vorgängig kahlgeschoren worden sei. Und durch die entstandenen Bohrlöcher werde wiederum das geronnene Blut abgesaugt. Die entsetzte Gotte Miggi, mit der Übeltäterin Emmeli als Stütze erschienen, schrie laut auf: Lieber sterben! Dem armen Emmeli fuhr die Theatralik der Gotte Miggi wie ein Stich ins Herz, so dass sie ebenfalls lauthals „Nein!“ sekundierte. Die Wirkung der Schreie abwartend, musterte die Gotte Miggi das Namensschild, das besagter Arzt als Etikette auf sich trug und las den Namen „Soundso“. „Sind sie jetzt nicht auch aus Münchwilen, wenn sie doch Soundso heissen?“ frug die Gotte Miggi heimtückisch den notorisch als Kinderschänder Verurteilten und bewies, dass ihr Gedächtnis beim Sturz keinen Schaden genommen hatte. Ihr erbleichende Peiniger offerierte unverzüglich eine medikamentöse Behandlung. Dessen ungeachtet legte sich die Gotte Miggi ab dieser Stunde ins Bett und erhob sich kaum mehr von diesem, vermutlich, um das Emmeli weiter zu strafen. Nachdem ihr Leben wider Erwarten kein Ende nahm, entschloss sich die Gotte Miggi theatralisch zum Umzug ins Altenheim, wo sich alle auf sie freuen täten. Dort lebte sie noch zwanzig Jahre liebevoll umsorgt weiter, bis sie, an sich gesund, an der Essenverweigerung verstarb. Aber im Ernst: Man sagt, dass solche Blutgerinnsel auch eine Charakterveränderung mit sich bringen können. Da ich mich nicht mit weiteren Zukunftsschauen mit der Indio-Frau belasten möchte, entschloss ich mich, nach bestem Wissen und Gewissen ein für solche Fällen höchstwahrscheinlich wirksames Gebräu aus Katzenkralle, Kurkuma, Ingwer und einem „Pferdeschwanzhaar“ genannten Kraut herzustellen. Daran befestigte ich die Etikette mit dem für den Patienten unverständlich-eindrücklichem Französisch: „Bouges-toi“. Das selbe soll übrigens wegen beförderlicher „Mikro-Blutzirkulation“ auch für Tinnitus und andere Gehörprobleme wirksam sein. Der Verunfallte nimmt die Tinktur jedenfalls zu sich und hat sich auch über die Massagecrème auf der Basis von Vaseline gefreut, die mir ebenso wie der „Repelente“ gegen Insektenstiche mit Lanolin sehr gelungen ist. Zudem parfümierte ich diese mit dem authentischen Klon des Markenwassers „Invictus“. Das Psychologische ist ja auch wichtig und wenn die Wirkung wie bei Placebo, so ist es ja auch recht. Aber eine nerventreibende Angelegenheit ist die Herstellung von Salben schon, wenngleich küchentechnische Kenntnisse bezüglich Emulsionen wie Mayonnaise oder Hollandaise sehr hilfreich sind. Aber jeder Emulgator, da natürlich, funktioniert wieder anders, und wandelt sich von flüssig zu hart; ich wollte Bienenwachs probieren und hatte keinen. Da erinnerte ich mich des Don Jairo, der mit der Bienenfarm, und rief ihn an und am selben Nachmittag hatte ich Pfund köstlich duftendes Bienenwachs auf dem Tisch liegen, das er mir mit seiner Frau vorbeibrachte.

Wie auch immer, du wirst nachvollziehen können, dass ich unter grossem sozialem Stress stehe. Und da kommt einer wie Tscheff Rotscher, der sich partout nicht unterordnen will und immer wieder an meinem Podestlein rüttelt. Weisst du, er gehört, wie dein seliger Götti und Onkel Viktor, zu den Personen, bei denen das Einfache urplötzlich grauenvoll kompliziert wird. Dass es einem, vor lauter Feintuning und künstlicher Intelligenz, kaum gelingt, mit ihm per E-Mail in Kontakt zu treten. Ich sage das ja nur dir, aber nachdem ich dank meiner phänomenalen Lernfähigkeit zurückgekrebst und bereit bin, in kruden Gefährten die Fahrt nach Feuerland anzutreten, deutet er das bereits wieder als Schwächezeichen meinerseits. Lies nachstehend sein freches Schreiben.

Dem Sohn des Paralysierten habe ich die zystische Akne hinweg gehext. Wobei interessant ist, dass die Hörner und Beulen wochentags verschwunden bleiben, aber montags, nach der Sonntags-Besinnung, er wieder mit einem Horn am Grind zurückkehrt.

Hallo Markus
Nachstehend meine wertvollen Überlegungen zu einer Reise von Kolumbien nach Feuerland betreffend eines in Frage kommenden Fahrzeugs.
Wenn wir zu fünft reisen, müssen wir uns überlegen, ob das mit nur einem oder aber zwei Fahrzeugen machbar ist. Varianten gibt es viele, aber einen trifft immer der Schlaf im (Dach)-Zel
t:

  • 2 Fahrzeuge 2 Sitzplätzen und je zwei Betten + 1 Dachzelt auf einem der Fahrzeuge
  • 1 Fahrzeug mit 5 Sitzplätzen und ein grosses Familienzelt für alle

Wenn Du als als Beckenrand-Schwimmer auf 4500 m.ü.M. nicht im Zelt schlafen magst, dann fällt letztere Option weg, ebenso die erste, weil einer immer der „Arsch“ ist, der in der Kälte pennt. (Das wärst vorzugsweise du, der ja seine Militärzeit immer so abfeiert und man deshalb annehmen darf, dass Dich „Lagerromantik“ anspricht. Ganz nebenbei bemerkt, hatte es bei meiner Dienstzeit der „Küsche“ immer gut: er war sowohl in der Nähe der Futtertöpfe als auch der Wärme der Öfen und musste nicht im Dreck herumsecklen wie unsereins. Zudem gab es immer irgendwelche offene Schnaps oder Weinflaschen und hohe Offiziere, die beim Käffelen blöd herumquatschten. Unsererseits haben wir es gerne wohlig warm, was eine Heizung bedingt. Was mich nun zum Thema Ausbau bringt:

Deine Unbedarftheit wie auch das penetrante Desinteresse betreffend der bisherigen Ausbauarbeiten an meinem Schweizer Wagen verleitet dich – wie bei allen meinen Unterfangen zur Illusion, es sei alles ein „piece of cake“ und liesse sich so schnell in ein paar Tagen erledigen.

Wie bei andern handwerklichem und informatischen Projekten befindest Du dich da aber wieder auf dem Holzweg! Das Ganze ist äusserst zeit- und kostenintensiv! Die benötigte Ausrüstung wie Heizungen, Frischwassertanks, Campingartikel etc. wird sich nicht oder nur sehr umständlich finden lassen, auch wenn Du der irrigen Meinung wärst, in Kolumbien finde sich jeder erdenkliche Artikel. Aber Kolumbien ist nicht das klassische Campingbus-Gebiet – was für das übrige Südamerika auch zutreffen dürfte.

Bevor über die Art und Weise der Fortbewegung keine Einigkeit besteht, ist es sinnlos, nach einer Karre Ausschau zu halten. Zwei Wagen auszubauen ist zu aufwändig, da könnte ich auch gleich meinen verschiffen. Du würdest dann im Anhänger schlafen, es gibt solche bei Billig-Bus-Reisen, in denen liegt man wie die Leiche in der Gerichtsmedizin in einer Schublade – sofern Du da überhaupt reinpasst. Hahahahahahaha

Also, bis Du Dich nicht herablässt und Dir handfest-reale (nicht realmagische) Gedanken über diese Reise macht, läuft bei mir gar nichts. Einmal an dem Punkt angelangt, wo Du einsichtig wirst, dass ich viel mehr von allem verstehe und Du ein Mega-Scrub bist, dann haben wir wieder eine Basis, auf der wir aufbauen können.

Und versuch nicht immer so zu tun, als würdest Du alles völlig überblicken, in der Regel kommst Du ohnehin Monate später mit Ideen, die meine waren, neu angekrochen und verkaufst diese, als ob sie auf Deinem eigenen kalten Kaffeekompost gewachsen wären. Also mich täuschst Du nicht mehr!

So isch das nämli!

Gruess, Rotscher

Und einer von mir an Dich!

Markus


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