Tscheff Rotscher zur Ökologie in Ungarn

Bei der Lektüre Don F’s post kam mir unweigerlich kürzlich Vorgefallenes wieder in den Sinn.

Weisst Du noch, lieber Markus, wie wir in Tiborszallarsch auf der Veranda sitzend der Fliegenjagd frönten? Dann magst Du Dich sicher auch erinnern, dass sich die Seelen des geschändeten Gefleuchs bei Dämmerung mit Armadas stechwütiger Mücken rächten und uns für die am helllichten Tag begangenen Gräueltaten bestrafte!

Es waren noch keine krankheitsverbreitende Tigermücken – wie man sie aber nicht erst seit heuer in der Schweiz antrifft – aber auch in keiner Weise vergleichbar mit den weichgespülten „Muggen“ in der Schweiz. Ihre Bohrlöcher und die daraufhin anschwellenden Pestbeulen, welche tagelang juckend die Waden und Unterarme zierten, sind mir unvergesslich!

Gut erinnerlich ist mir der Umstand, dass es damals im nur sechzig Kilometer entfernten Städtchen Nyíregyháza keine vergleichbare Mosquito-Attacken gab, weil man sich dort eben zu helfen wusste. Die wöchentlich tief im Abendhimmel kreisenden Antonows waren nämlich ausgiebig sprühend unterwegs. Das hatte zur Folge, dass die nächtlichen Kessel-Gulasch Party im Freien nicht mehr fluchtartig verlassen werden mussten, während das bei uns auf dem Land gang und gäbe war. Ich will jetzt gar nicht wissen, was da versprüht wurde, aber es war unbestritten äusserst effektiv!

Diese Zeiten gehören nun der Vergangenheit an! Während man in der Schweiz vom Insektensterben spricht, leben die Mücken des ehemaligen Ostblocks weitaus komfortabler. Seit die EU die Vorschriften erlässt, was und in welcher Dosis zu sprühen ist, zwingt einem pünktlich zu Sonnenuntergang, die fröhliche -beim Tokajer versammelte- Runde zu verlassen und ins feinmaschig gesicherte Haus zu flüchten.

Ob des heutzutage in homöopathischen Dosen eingesetzte Öko-Kampfstoffs müssen die Menschen wieder leiden, so wie vom Schöpfer gewollt, derweil die Mücken Hi-Life feiern und sich frisch fröhlich kopulierend über ihre Blutspender lustig machen. Von daher wäre es angemessen sich darum zu kümmern, dass die Mücken gerecht auf die ganze EU verteilt werden.

Ja, und da wären noch die Avocados, welche in schier endlosen Lastwagenkarawanen von weiss der Teufel woher an unsere Regale gekarrt werden, währenddessen sie auf deiner Finca unbeachtet auf den Boden fallen und bestenfalls von Paco gefressen werden. Ich brauche diese überteuerten Früchte, welche kein Stadium zwischen Unreif und Fäulnis kennen, nicht in unseren Gestellen.

Ich verharre auf meiner Meinung, dass Gemüse und Früchte am besten schmecken, wo sie klimabedingt wie Unkraut wachsen und gedeihen können.

Es ist schon befremdend, dass man Esswaren um die ganze Welt transportiert, wenn ich aber zu dir fliegen möchte, um mir diese vor Ort zu Gemüte zu führen, will man mir ein schlechtes Gewissen anhängen.

Herzlich Rotscher

Anmerkung: Paco und Lula fressen jetzt auch nur noch gereifte Avocados und verschmähen, was am Boden herumliegt. Aber die gereifte Früchte lassen sie sich gerne reichen und munden.
Dodo wurde hier in Kolumbien jeweils ebenfalls in einen erbarmungswürdigen Zustand gestochen, die Schwellungen und Rötungen sind ja eine allergische Reaktion. Je weisser die Haut, desto schlimmer die Stiche.

Das ist Huhn mit Couscous und Gemüsebeilage mit Roten Beeten, um deren Überschuss abzubauen. Ist sehr sehr schmackhaft und auch gesund!
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.